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- 02. Januar 2012 2 Min.

Brustimplantate
Mann-zu-Frau-Transsexuelle haben laut einer schwedischen Studie gegenüber der Durchschnittsbevölkerung ein bis zu 30-Mal höheres Selbstmordrisiko, wenn die Krankenkasse ihnen das Einsetzen von Brustimplantaten verweigert.
Die Homo-Gruppe "Riksförbundet för homosexuellas, bisexuellas och transpersoners rättigheter" (RFSL) hat bei einer Untersuchung von transsexuellen Patientinnen einen hohen Anteil von Selbsttötungsversuchen festgestellt. Das berichtet die Tageszeitung "Svenska dagbladet". So hätten 30 bis 40 Prozent von Mann-zu-Frau-Transsexuellen, denen eine Brustoperation vom schwedischen Gesundheitssystem verweigert wurde, versucht, sich das Leben zu nehmen. In der Durchschnittsbevölkerung liegt dieser Anteil nur bei rund 1,6 Prozent. Auch bei Trans*Personen, die geschlechtsangleichende Operationen erhielten, seien dem Bericht zufolge viel weniger Suizidversuche gezählt worden.
Die Aktivisten beklagen, dass es oft vom Wohnort der zu behandelnden Person abhänge, ob eine vollständige Geschlechtsanpassung gewährt wird oder nicht. Zuvor waren Berichte publik geworden, dass eine Trans-Frau in einem Krankenhaus in Alingsås im Westen Schwedens die Behandlung verweigert wurde.
RFSL appelliert an die Politik
"Wir wissen, dass die Gesundheit von Transsexuellen als Gruppe gefährdet ist, wenn sie keine Behandlung erhalten", erklärte die RFSL-Vorsitzende Ulrika Westerlund. "Brustvergrößerungen sind ein wichtiger medizinischer Eingriff, den das öffentliche Gesundheitssystem übernehmen muss". Für die meisten transsexuelle Frauen sei es sehr wichtig, dass ihr äußerliches Erscheinungsbild mit dem empfundenen Geschlecht übereinstimme, so Westerlund.
In Deutschland wird eine Brustvergrößerung bei Transsexuellen nur unter strengen Auflagen von gesetzlichen oder privaten Krankenkassen übernommen. Diese Auflagen werden von den Patienten oft als Schikane empfunden. (dk)














