Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?15657
  • 02. Januar 2012 11 2 Min.

Mann, Frau, Trans? Pubertäre Selbstfindung aus Sicht der Jugendlichen (Bild: PRO-FUN Media)

Der Kampf um die Freigabe des Transgender-Dramas "Romeos" hat sich gelohnt. Nach der Rücknahme der homophoben Beurteilung wurde nun auch die Freigabe gelockert.

Von Carsten Weidemann

Für die Kölner Regisseurin Sabine Bernardi, deren Kinofilm durch die homofeindliche Einordnung der "Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft" (FSK) im Dezember in die Schlagzeilen geriet (queer.de berichtete), ist die Auseinandersetzung mit der Einrichtung erfolgreich zu Ende gegangen. Ihre Argumentationen waren für die Prüfer, die sich am 28. Dezember ein weiteres Mal zusammengesetzt hatten, überzeugend. "Romeos ist aus meiner Sicht enorm wichtig für Jugendliche ab 12 Jahren, da der Film ein Thema behandelt, das für Jugendliche in dieser Altersgruppe höchst relevant ist: nämlich Identität", begann die schriftliche Begründung der Filmemacherin. Jetzt dürfen auch 12-Jährige "Romeos" im Kino sehen.

Als erster Film in Deutschland überhaupt erzählt "Romeos" die Themen Selbstfindung und Coming Out mit einer jugendlichen Hauptfigur, die transgender ist (queer.de berichtete). Neuartig ist ebenfalls, dass das Figurenensemble in Romeos in ihrer Mehrheit schwule und lesbische Jugendliche sind und damit nicht nur als Nebenfiguren in einem Film agieren, sondern als Hauptfiguren vollwertige Sympahtie- und Identifikationfiguren sind. Diesen ungewohnten Perspektivwechsel hatten die Prüfer im Herbst offensichtlich nicht verkraftet. Sie gaben dem Film die Freigabe "ab 16" und begründeten dies unter anderen mit der "Einseitigkeit" der "expliziten" Darstellung von schwul-lesbischen Lebenswelten, die auf "junge Zuschauer verwirrend wirken können."

Keine Desorientierung mehr, aber keine Aufführung an Stillen Feiertagen


Regisseurin Sabine Bernardi freut sich über das Ergebnis ihres Kampfes mit der FSK (Bild: PRO-FUN MEDIA)

Kurz vor der Kölner Premiere wandte sich Sabine Bernardi an die Öffentlichkeit und sorgte über das Medienecho für ordentlichen Druck auf die Institution, deren Entscheidungen auch über den wirtschaftlichen Erfolg beziehungsweise Misserfolg einer Veröffentlichung beeinflussen. Die Freiwillige Selbstkontrolle entschuldigte sich eine Woche später für eine diskriminierende Begründung der Altersfreigabe des Films, blieb allerdings bei der Einstufung ab 16 (queer.de berichtete). Die Regisseurin beantragte daraufhin - gemeinsam mit dem Filmverleih Pro-Fun Media - eine erneute Prüfung für eine Freigabe "ab 12", so wie sie ursprünglich beantragt worden war. Die einzig verbleibende Einschränkung lautet nun: "Nicht an den gesetzlich geschützten Stillen Feiertagen". Damit kann man zwar leben, seltsam ist es jedoch schon. So ist zum Beispiel die Gruselklamotte "Scream 4" (ab 16) auch an den Stillen Feiertagen vorführbar.

Galerie:
Romeos
9 Bilder
-w-

#1 DirkAnonym
  • 02.01.2012, 18:53h

  • Tja, nackte Titten von Frauen gibt es schon lange im Vorabendprogramm zusehen. Wenn aber mal ein nackter Hintern von einem jungen Mann oder was homosexuelles oder transsexuelles zwischen Jugendlichen gezeigt wird, wird das besonders streng kontrolliert. Aber schön zu sehen das Proteste etwas bewirken können und der Film eher freigegeben wurde
  • Direktlink »
#2 vingtans
  • 02.01.2012, 18:59h
  • solch filme sind nicht meine welt.

    fast alle filme mit und über homosexualität sind coming-of-age/coming-out stories.

    ich mag da eher filme, bsp von xavier dolan (die allesamt bombastisch sind) in denen schwule liebe und sexualität so banal einfließt wie heterosexuelle auch.

    nichts was man erklären muss, nichts was einer besonderen beachtung geschenkt wird.
    einfach komplett integriert.

    das wirkt meiner meinung auch viel auf intensiver schwule jugendliche, homosexualität und transsexualität soll keine aufgabe mehr sein. sie ist banal und gut.
  • Direktlink »
#3 finkAnonym
  • 02.01.2012, 19:02h
  • "Nicht an den gesetzlich geschützten Stillen Feiertagen"

    absurd. diese "stillen" feiertage sind eines angeblich aufgeklärten landes zutiefst unwürdig. bloß weil einige christen sich da auf ihre deprimierendsten mythen konzentrieren wollen, darf auch kein anderer spaß haben. das ist bei einschränkungen von tanzveranstaltungen schon idiotisch genug. aber bei filmvorführungen wird es vollends grotesk. wieso sollte es irgendwen stören, dass andere menschen sich einen film anschauen?

    jede einschränkung der freiheit muss gerechtfertigt werden, in der regel dadurch, dass man auf ein anderes geschütztes rechtsgut verweist, das wichtiger ist. aber welches rechtsgut zum teufel soll denn hier geschützt werden? und wovor?
  • Direktlink »