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FSK urteilt neu
Kinofilm "Romeos" jetzt auch für 12-Jährige
- 02. Januar 2012 2 Min.

Mann, Frau, Trans? Pubertäre Selbstfindung aus Sicht der Jugendlichen (Bild: PRO-FUN Media)
Der Kampf um die Freigabe des Transgender-Dramas "Romeos" hat sich gelohnt. Nach der Rücknahme der homophoben Beurteilung wurde nun auch die Freigabe gelockert.
Von Carsten Weidemann
Für die Kölner Regisseurin Sabine Bernardi, deren Kinofilm durch die homofeindliche Einordnung der "Freiwilligen Selbstkontrolle Filmwirtschaft" (FSK) im Dezember in die Schlagzeilen geriet (queer.de berichtete), ist die Auseinandersetzung mit der Einrichtung erfolgreich zu Ende gegangen. Ihre Argumentationen waren für die Prüfer, die sich am 28. Dezember ein weiteres Mal zusammengesetzt hatten, überzeugend. "Romeos ist aus meiner Sicht enorm wichtig für Jugendliche ab 12 Jahren, da der Film ein Thema behandelt, das für Jugendliche in dieser Altersgruppe höchst relevant ist: nämlich Identität", begann die schriftliche Begründung der Filmemacherin. Jetzt dürfen auch 12-Jährige "Romeos" im Kino sehen.
Als erster Film in Deutschland überhaupt erzählt "Romeos" die Themen Selbstfindung und Coming Out mit einer jugendlichen Hauptfigur, die transgender ist (queer.de berichtete). Neuartig ist ebenfalls, dass das Figurenensemble in Romeos in ihrer Mehrheit schwule und lesbische Jugendliche sind und damit nicht nur als Nebenfiguren in einem Film agieren, sondern als Hauptfiguren vollwertige Sympahtie- und Identifikationfiguren sind. Diesen ungewohnten Perspektivwechsel hatten die Prüfer im Herbst offensichtlich nicht verkraftet. Sie gaben dem Film die Freigabe "ab 16" und begründeten dies unter anderen mit der "Einseitigkeit" der "expliziten" Darstellung von schwul-lesbischen Lebenswelten, die auf "junge Zuschauer verwirrend wirken können."
Keine Desorientierung mehr, aber keine Aufführung an Stillen Feiertagen

Regisseurin Sabine Bernardi freut sich über das Ergebnis ihres Kampfes mit der FSK (Bild: PRO-FUN MEDIA)
Kurz vor der Kölner Premiere wandte sich Sabine Bernardi an die Öffentlichkeit und sorgte über das Medienecho für ordentlichen Druck auf die Institution, deren Entscheidungen auch über den wirtschaftlichen Erfolg beziehungsweise Misserfolg einer Veröffentlichung beeinflussen. Die Freiwillige Selbstkontrolle entschuldigte sich eine Woche später für eine diskriminierende Begründung der Altersfreigabe des Films, blieb allerdings bei der Einstufung ab 16 (queer.de berichtete). Die Regisseurin beantragte daraufhin - gemeinsam mit dem Filmverleih Pro-Fun Media - eine erneute Prüfung für eine Freigabe "ab 12", so wie sie ursprünglich beantragt worden war. Die einzig verbleibende Einschränkung lautet nun: "Nicht an den gesetzlich geschützten Stillen Feiertagen". Damit kann man zwar leben, seltsam ist es jedoch schon. So ist zum Beispiel die Gruselklamotte "Scream 4" (ab 16) auch an den Stillen Feiertagen vorführbar.
Links zum Thema:
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03:45h, Phoenix:
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Tja, nackte Titten von Frauen gibt es schon lange im Vorabendprogramm zusehen. Wenn aber mal ein nackter Hintern von einem jungen Mann oder was homosexuelles oder transsexuelles zwischen Jugendlichen gezeigt wird, wird das besonders streng kontrolliert. Aber schön zu sehen das Proteste etwas bewirken können und der Film eher freigegeben wurde