https://queer.de/?1566
- 27. August 2004 1 Min.
Berlin Die Ausbreitung von Aids habe in Ostdeutschland erschreckende Ausmaße angenommen, in Osteuropa sei die Lage geradezu "katastrophal", so das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem Halbjahresbericht. In den Neuen Bundesländern könnten sich die HIV-Neudiagnosen dieses Jahr verdoppeln. "Die hohe Sorglosigkeit lässt uns aufschrecken", so Bernhard Bieniek vom Aids-Arbeitskreis der Berliner Ärzte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Ärzte stellten derzeit eine "Häufung" der Neuinfektionen bei den Unter-30-Jährigen fest. Ein Grund sei, dass in den 80er Jahren die Menschen in der DDR nichts von der in der Bundesrepublik durchgeführten Aufklärungskampagne mitbekommen hätten. Angesichts des Berichts kündigte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) verstärkte Präventionsmaßnahmen an. In Osteuropa gebe es eine Entwicklung, die "nur noch mit Afrika zu vergleichen ist", so Bieniek. In Ländern wie Weißrussland, der Ukraine und Estland zählten die Zuwachsraten zu den höchsten der Welt.
In Deutschland ist die Zahl der Erstdiagnosen im vergangenen Jahr auf 1958 angestiegen und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende der 90er Jahre. 50 Prozent der neu HIV-Infizierten sind schwule Männer. Gleichzeitig nimmt die Zahl der verkauften Kondome dramatisch ab: 2003 wurden 189 Millionen Präservative verkauft, 18 Millionen weniger als noch 2000. (dk)
Links zum Thema:
» Robert-Koch-Institut













