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Gesetzentwurf
Tennessee: Homo-Mobbing für Christen bald legal?
- 05. Januar 2012 2 Min.

Der Lokalsender WSMV aus Nashville berichtet über die "Lizenz zu mobben" (Bild: WSMV)
In Tennessee sieht ein Gesetzentwurf vor, Mobbing gegen Homosexuelle an Schulen und Universitäten zu erlauben, sofern es religiös begründet wird.
Diese Ausnahmeregelung des Anti-Mobbing-Gesetzes soll Schülern und Studenten zukünftig erlauben, Homosexuelle mit religiösen Argumenten persönlich zu kritisieren. So könnten Christen zukünftig Schwule und Lesben als "Sünder" oder "Sodomiten" beschimpfen. Nach Angaben des Lokalsenders WSMV soll der Gesetzentwurf in Kürze ins Parlament eingebracht werden. Der republikanische Senator Jim Tracy kündigte an, dass derzeit noch darüber über Formulierungen im Gesetz verhandelt werde. Es ist unklar, wie viele Abgeordnete den Antrag unterstützen werden, allerdings verfügen die Republikaner in beiden Parlamentskammern über eine komfortable Mehrheit.
Hinter den Gesetzesantrag steckt die christlich-konservative Gruppe "Family Action Council" des früheren republikanischen Senators David Fowler. Die Gruppe argumentiert, dass das Gesetz "Religionsfreiheit und Redefreiheit von Schülern und Studenten" schützen würde. Die augenblicke gesetzliche Regelung würde "Lebensstil" von Schwulen und Lesben schützen, nicht aber den Glauben von christlichen Schülern und Studenten, argumentiert die Lobbygruppe.
Schwuler Schüler verübte Selbstmord

Der schwule Schüler Jacob Rogers beging vor einem Monat Selbstmord, nachdem er von Mitschülern wegen seiner sexuellen Orientierung gemobbt worden war. (Bild: WSMV)
Homo-Aktivisten kritisieren den Antrag scharf. Sie weisen darauf hin, dass erst im letzten Monat ein 18-jähriger schwuler Schüler Selbstmord begangen habe, nachdem er jahrelang als "Schwuchtel" beschimpft worden war (queer.de berichtete). Kommt das Gesetz durch, würde die Zahl der Selbstmorde von Schwulen steigen. "Diese Art von Gesetz sendet die Botschaft aus, dass Hass in Ordnung ist", kritisiert Chris Sanders von der Homo-Gruppe Tennessee Equality Project. "Tritt das Gesetz in Kraft, kann man sagen, was man will. Solange man religiöse Gründe nennt, hat man freie Hand."
Bereits im vergangenen Jahr hat die Staatsregierung von Tennessee den Schutz von Schwulen und Lesben gelockert: Sie untersagte es Gemeinden und Bezirken, Trans- oder Homosexuelle in lokale Antidiskriminierungsgesetze aufzunehmen (queer.de berichtete). Damit wurde ein Gesetz in der von den Demokraten kontrollierten Hauptstadt Nashville für ungültig erklärt, das die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben am Arbeitsplatz anordnete. Derzeit umfasst das Antidiskriminierungsgesetz in Tennessee nur die Merkmale Geschlecht, Rasse, Glaubensbekenntnis, Religion, Alter oder nationale Herkunft, nicht aber sexuelle Orientierung oder Geschlechtsidentität.
Ein weiterer Gesetzentwurf soll es Lehrern verbieten, Homosexualität im Unterricht zu erwähnen. Dieser Entwurf wurde bereits im Mai letzten Jahres im Senat beschlossen (queer.de berichtete). Bislang gab es jedoch noch keine Entscheidung in der zweiten Parlamentskammer, der General Assembly. (dk)















Zeit, sich zu wehren. Ich für meinen Teil werde ab jetzt jedem Anhänger dieser menschenverachtenden Sekten knallhart sagen, was ich von ihm und seinem "Glauben" halte und dass sie für mich der allerletzte Dreck sind.
Das ist dann natürlich kein Mobbing sondern nur Rede- und Meinungsfreiheit.
Schwule und Lesben sollten anfangen, diese faschistoiden, abartigen Arschlöcher in ihre Schranken zu weisen.