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  • 06. Januar 2012 26 2 Min.

Anwar Ibrahim glaubt, die Anklage wegen Homosexualität hat politische Hintergründe (Bild: KamalSelle / flickr / by 2.0)

Anwar Ibrahim drohen 20 Jahre Haft wegen angeblicher Homosexualität - kurz vor der Urteilsverkündung verurteilt der ehemaliger Premierminister Malaysias das Homo-Verbot als "archaisches" Gesetz.

Anwar steht derzeit in Kuala Lumpur vor Gericht, weil er einen 26-jährigen Mitarbeiter 2008 zum Sex genötigt haben soll. Er selbst spricht jedoch von einem politischen Verfahren der Regierungspartei gegen die Opposition. In wenigen Tagen wird das Urteil erwartet. Im mehrheitlich muslimischen Land stehen auf gleich­geschlechtlichen Sex 20 Jahre Haft und Auspeitschung. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine einvernehmliche Beziehung handelt oder um Vergewaltigung.

In einem Telefoninterview mit der Nachrichtenagentur AP äußerte sich Anwar nun erstmals kritisch über das Homo-Verbot: "Unsere augenblicklichen Gesetze scheinen etwas archaisch zu sein", sagte Anwar. Sie könnten "missbraucht werden für gewaltsame Diskriminierung oder Intoleranz". Allerdings sprach sich Anwar auch dafür aus, dass gleich­geschlechtliche Ehen oder "obszöne Handlungen" in der Öffentlichkeit weiterhin verboten sein müssten.

Anwar im Wahlkampf

Anwar tourt gerade in Wahlkampfveranstaltungen durchs Land. Bei der in diesem Jahr stattfindenden Parlamentswahl wird erwartet, dass erstmals seit der Unabhängigkeit von Großbritannien vor über 50 Jahren die Regierungspartei UMNO keine Mehrheit erhalten könnte. Anwar selbst ist in dieser Partei bis zum Vize-Premierminister aufgestiegen. Dieses Amt hatte er von 1993 bis 1998 inne. Daraufhin überwarf er sich aber mit Premierminister Mahathir bin Mohamad und wurde kurze Zeit später verhaftet. Wegen Homosexualität und Korruption wurde er schließlich zu einer langjährigen Haftstrafe verurteilt. Westliche Regierungen haben den Prozess als politisches Verfahren bezeichnet. 2004 kam er nach einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs vorzeitig frei (queer.de berichtete). Seit 2008 darf er sich wieder politisch betätigen und zog durch einen klaren Sieg bei einer Nachwahl ins nationale Parlament ein (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 Geert
  • 06.01.2012, 13:11h
  • In so gut wie ALLEN islamischen Ländern wird Homosexualität bestraft - in einigen Ländern mit Gefängnisstrafe, in anderen sogar mit der Todesstrafe.
    Ich werde es wohl nie begreifen, warum selbstbewusste schwule Männer in Westeuropa so empfindlich reagieren, wenn man den Islam u.a. deswegen kritisiert. Reflexartig kommen sofort Bemerkungen wie "In christlichen Ländern ist es auch nicht besser" "Kreuzzüge" "Papst" usw usw
    Warum darf man das Christentum ohne Ende beschimpfen, den Islam aber nicht kritisieren?

    Kann mir das jemand erklären?
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#2 ArthasAnonym
  • 06.01.2012, 13:35h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Das ist hauptsächlich ne Mischung aus Gutmenschentum und Schuldkultur, die unter Schwulen wohl sehr verbreitet zu sein scheint.
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#3 Fred i BKKAnonym
  • 06.01.2012, 13:46h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • ...tun das wirklich Alle----,staendig gegen die Christen wettern und nicht auch gegen den Islam...
    Fuer mich koennte der Teufel das Christentum fressen und sein Bruder den Islam....ich wuerde keine der Vorder-orientalischen Sekten die leider zu Weltreligionen wurden vermissen.
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