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Eingetragene Lebenspartnerschaft

Bundes­regierung listet Benachteiligungen auf

  • 06. Januar 2012 52 2 Min.

Heiraten dürfen Schwule und Lesben in Deutschland noch immer nicht - mit der Lebenspartnerschaft erhalten sie immerhin einen Teil der Rechte von Eheleuten, aber praktisch alle Pflichten

In der Antwort auf eine Große Anfrage der grünen Fraktion zählt die Bundes­regierung die Benachteiligungen von eingetragenen Lebenspartnern gegenüber Eheleuten auf, sieht die Gleichstellung aber als "weitgehend verwirklicht" an.

In der 36-seitigen Antwort, die online vorliegt, zeigt die schwarz-gelbe Bundes­regierung detailliert, in welchen Bereichen Eheleute noch bevorzugt werden. Viele von den Benachteiligungen betreffen dabei nur kleine Gruppen: So erhalten verpartnerte Blinde beispielsweise weniger Rechte als verheiratete Blinde - eine Lebenspartnerschaft darf zudem erst ab 18 Jahren eingegangen werden, die Ehe aber ab 16. Auch die großen Benachteiligungen - etwa im Einkommensteuerrecht - werden erwähnt.

Die Bundes­regierung hat zwar in einigen Punkten erklärt, es gebe Pläne für anstehende Änderungen. Einen Fahrplan dafür gibt es in der Antwort aber nicht. Außerdem verweist Schwarz-Gelb auf die Entscheidung des Bundesvefassungsgerichts, die es abzuwarten gelte. In den vergangenen zwei Jahren hat die Merkel-Regierung wiederholt Homo-Paare gleichgestellt, nachdem Karlsruhe die Benachteiligung für verfassungwidrig erklärt hatte, etwa im Erbschaftsteuerrecht. In anderen Fällen verweist die Bundes­regierung auf andere auswärtige Gründe. So schreibt sie etwa, dass die Adoption wegen des Europäischen Abkommens über die Adoption von Kindern von 1967 nur für (heterosexuell) verheiratete Paaren möglich sei. Andere Länder stört diese Spitzfindigkeit aber offenbar nicht: So hat der Unterzeichnerstaat Großbritannien eingetragene Lebenspartner im Adoptionsrecht bereits seit 2005 gleichgestellt.

Grüne fordern gleiche Rechte

Scharfe Kritik an der Antwort der Bundesregierung kommt von den Grünen: "Die Bundesregierung wartet auf weitere Ohrfeigen in Form von Urteilen durch die deutschen Gerichte", erklärte Fraktionsgeschäftsführer Volker Beck. "Fast könnte man ihr Masochismus unterstellen, doch lustig ist diese andauernde Diskriminierung überhaupt nicht." Trotz der eindeutigen Rechtsprechung beharrten Union und FDP darauf, eingetragene Lebenspartnerschaften gegenüber der Ehe weiter zu benachteiligen. Außerdem sei es unfair, dass die Bundesregierung bei Pflichten eingetragene Partner in Haftung nimmt, ihnen aber die Gleichbehandlung bei den Rechten verweigert. (dk)

-w-

#1 JoonasAnonym
  • 06.01.2012, 17:12h
  • Für wie blöd halten uns Union und FDP eigentlich?

    Ein Dokument mit 36 Seiten und dutzenden Diskriminierungen und dann wollen die uns tatsächlich weis machen, die Gleichstellung wäre weitgehen erreicht.

    (Dabei betonen die auch immer wieder keine volle Gleichstellung zu wollen; die widersprechen sich also wieder mal selbst.)

    Dass Union und FDP uns diskriminieren und als Menschen 2. Klasse behandeln ist das eine. Aber uns dann auch noch zu verarschen und uns für dumm zu halten, zeigt, was die von uns halten.
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#2 RaffaelAnonym
  • 06.01.2012, 17:34h
  • Was diese unfähigen Stümper von der schwarz-gelben Gurkentruppe da wieder mal abziehen, ist echt eine Frechheit.

    Und dann diese dämlichen, bigotten Ausreden, wie z.B. beim Thema Adoptionsrecht der Verweis auf irgendwelche europäischen Übereinkommen aus den 1960ern, die angeblich Adoptionen nur verheirateten Heteropaaren erlauben.

    Da stellen sich doch gleich mehrere Fragen:

    1.
    Wieso geht es aber sehr wohl in den Niederlanden und zahlreichen anderen europäischen Staaten?

    2.
    Wieso hat die FDP das dennoch vor der Wahl versprochen? Hatten die keine Ahnung oder bewusst gelogen?

    3.
    Wieso dürfen nicht-verheiratete Heteros und Singles sehr wohl Kinder adoptieren, wenn doch auch das gegen diese Übereinkunft spricht.

    4.
    Sind Union und FDP wirklich der Meinung, dass Beschlüsse aus den 60ern wirklich im 21. Jahrhundert noch ein moralischer Maßstab sein sollten?

    Und so gibt es bei jedem (!) einzelnen der anderen Punkte genausoviel Ungereimtheiten.

    CDU, CSU und FDP wollen und verarschen und für dumm verkaufen...
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#3 PascalAnonym
  • 06.01.2012, 17:48h
  • Antwort auf #2 von Raffael
  • Und nicht nur das!

    Es kommt auch wieder dieser dummer Verweis auf das (seit Jahren) ausstehende Urteil des Bundesverfassungsgerichts.

    Das mag neu für Schwarz-Gelb sein, aber man kann auch mal Politik machen, bevor man von Gerichten dazu gezwungen wird!

    Oder geben Union und FDP jetzt schon offen zu, dass sie absolut regierungsunfähig sind und deshalb das Bundesverfassungsgericht Politik machen muss und ihre Aufgaben erledigen muss?!
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