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- 08. Januar 2012 2 Min.

Irans oberster Homohasser: Präsident Mahmud Ahmadinedschad
Der Leiter der iranischen "Menschenrechtskommission" wirft dem Westen vor, dem Gottesstaat eine neue Sicht auf Homosexualität aufdrängen zu wollen.
Von Carsten Weidemann
Der Versuch, mit iranischen Offiziellen über die Menschenrechte von Schwulen und Lesben zu sprechen, hat sich erneut als aussichtslos erwiesen: "Der Westen sagt, dass die Ehe von Homosexuellen laut Menschenrechtscharta frei und erlaubt sein soll, aber wir sehen darin Sittenlosigkeit und sexuelle Krankheit", erklärte Mohammad-Dschawad Laridschani, der Leiter der "Menschenrechtskommission" in der iranischen Judikative. Die Worte fielen ausgerechnet bei einem Treffen mit dem Vorsitzenden des deutschen Bundestagsausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Tom Koenigs (Grüne), am Samstag in Teheran.
Nach einem Bericht der halbamtlichen Nachrichtenagentur Fars warf Laridschani Deutschland und anderen westlichen Staaten vor, dem Iran eine neue Sicht auf Homosexualität aufdrängen zu wollen: "Wieso sollen wir eine Krankheit als neues Lebensmodell anerkennen, statt unsere Kriterien bezüglich Homosexualität beizubehalten und dementsprechend zu handeln?" Der iranische Spitzenbeamte erinnerte daran, dass Homosexualität auch im Westen vor 20 Jahren noch als unsittlich galt.
Schwule werden im Iran mit dem Tod bestraft
Im Gottesstaat Iran werden homosexuelle Handlungen mit dem Tod bestraft. Erst Anfang September 2011 wurde bekannt, dass dort erneut drei Männer wegen homosexuellen Verhaltens hingerichtet worden sind (queer.de berichtete). Menschenrechtsorganisationen gehen davon aus, dass seit der "islamischen Revolution" 1979 mehrere tausend Homosexuelle zum Tode verurteilt wurden.
Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad ist der oberster Homohasser seines Landes. Erst im vergangenen September bezeichnete er Homosexualität als "eines der abstoßendsten Verhaltensweisen"(queer.de berichtete). Vor etwa zwei Jahren hatte Ahmadinedschad mit der Bemerkung, es gebe im Iran keine Homosexuellen, international für Spott und Empörung gesorgt.














