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Verfahren wegen Volksverhetzung

England: Todesstrafe für Schwule gefordert

  • 10. Januar 2012 83 2 Min.

Die Flugblätter wurden vor der Jamia-Moschee verteilt

Fünf muslimische Männer stehen in England vor Gericht, weil sie auf Flugblättern die Einführung der Todesstrafe für Homo­sexuelle gefordert hatten.

Der 28-jährige Kabir A., der 42-jährige Ihjaz A., der 45-jährige Mehboob H., der 38-jähriger Umar J. und der 28-jährige Razwan J. müssen sich seit Dienstag im nordenglischen Derby wegen Volks­verhetzung verantworten. Sie hatten 2010 vor einer Moschee die Flugblätter mit dem Titel "The Death Penalty?" verteilt und diese auch in umliegende Briefkästen geworfen.

Auf dem Flyer war eine aufgehängte Schaufensterpuppe zu sehen. Darunter war unter anderem zu lesen, dass gleich­geschlechtlicher Sex eine schwere Sünde sei, für die man in die Hölle komme. Weiter heißt es, dass Allah die "Vernichtung" dieser bösen Menschen erlaube. Es sei dem Staat lediglich freigestellt, ob Schwule und Lesben gehängt, verbrannt oder gesteinigt werden sollen.

Sieben Jahre Haft möglich

Den Angeklagten drohen bis zu sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe in unbegrenzter Höhe. Sie wiesen am ersten Verhandlungstag die Vorwürfe zurück und erklärten, sie wollten die Bevölkerung lediglich über den Islam aufklären. Einer der Angeklagten erklärte, es sei falsch gewesen, eine Gesetzesänderung zu fordern. Als Muslim müsse er aber Homosexualität verurteilen, weil der Koran klare Anweisungen gebe. Nach Angaben der englischen und walisischen Generalstaatsanwaltschaft ist der Prozess der erste Fall, der nach einem im März 2010 verschärften Gesetz zum Schutz von Schwulen und Lesben vor Gericht gebracht wurde.

Staatsanwältin Bobbie Cheema erklärte nach Angaben des "Daily Telegraph", dass es sich hier klar um ein aus Hass begangenes Verbrechen handele: "Diese fünf Männer waren Teil einer kleinen Gruppe, die fürchterliche Drohtexte verteilten, die Zitate aus religiösen Quellen beinhalteten und Bilder zeigten, die Hass gegen homosexuelle Menschen entfachen sollten."

Die Männer hätten auch andere Droh-Flugblätter, etwa gegen den CSD Derby, verteilt. "Diese Flyer enthielten nicht einfach Informationen, sie drohten, sie waren angsteinflösend und einfach nur widerlich", sagte Cheema. Beispielsweise wurde Homosexualität als "niederträchtige, hässliche Krankheit" bezeichnet und die Frage gestellt: "Heute schwul, morgen pädophil?". Diese Aussagen seien nicht durch die Religionsfreiheit geschützt, sondern hätten lediglich das Ziel, Schwule und Lesben in der Gegend einzuschüchtern, erklärte die Staatsanwältin. In Großbritannien lebe man aber nach der Maxime "Leben und leben lassen". "Dieser Fall ist das genaue Gegenteil dieser Maxime", so Cheema. (dk)

-w-

#1 eMANcipationEhemaliges Profil
#2 LarsAnonym
  • 10.01.2012, 17:00h

  • Wann rafft die Menschheit endlich das (vor allem monotheistische) Religionen nichts als Leid und Unglück bringen. Durchschnittlich sind atheistische Menschen freier und toleranter gegenüber Homosexuellen. So ist zumindest meine Erfahrung.
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#3 goddamn liberalAnonym
  • 10.01.2012, 17:07h
  • Antwort auf #1 von eMANcipation
  • Wer wenig Ahnung hat, sollte auch nicht mit seiner Meinung hausieren gehen.

    Das, was Du so unter Islamkram verstehst, wird in Syrien erst nach der Diktatur Assads blutig triumphieren. Wetten das?

    Assads Ende bedeutet nämlich auch das Ende der interreligiös-nationalen Baath-Partei, deren wichtigste Vordenker arabische Christen waren.

    de.wikipedia.org/wiki/Michel_Aflaq
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