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  • 12. Januar 2012 10 2 Min.

Mollie Thomas und Jenelle Hutcherson

Erstmals haben sich bei der Wahl zur Miss California zwei offen lesbische Frauen beteiligt - beide haben zwar den Einzug ins Finale verpasst, US-Medien berichten aber von einem "historischen" Fortschritt.

Die 19-jährige Mollie Thomas und die 26-jährige Jenelle Hutcherson waren zwei von 400 Kandidatinnen, die sich zur Schönheitskönigin des "Golden State" krönen lassen wollten. Sie konnten sich am Wochenende nicht für die vorderen Plätze qualifizieren, gelten aber als erste Kandidatinnen, die in der 60-jährigen Geschichte des Contests offen als Lesben angetreten sind. Die Siegerin des Wettbewerbs wird im Miss-USA-Contest antreten, danach kämpfen die besten um den Titel "Miss Universe".

Beide Teilnehmerinnen wurden auf der Straße von Talentsuchern entdeckt. Hutcherson, die mit gepiercter Nase und Tattoos nicht dem traditionellen Schönheitsidealen entspricht, erklärte gegenüber der "International Business Times", dass sie die Teilnahme zunächst ablehnte, sich dann aber doch im Oktober erfolgreich an der "Miss Long Beach"-Wahl beteiligte, um anderen Lesben ein Vorbild zu sein: "Ich habe so lange mit mir gekämpft, bis ich herausgefunden habe, wer ich bin. Vielleicht wäre das schneller gegangen, wenn ich ein Vorbild gehabt hätte", sagte Hutcherson. Sie sei daher "für die Liebe und die Gleichberechtigung" angetreten. Sie sorgte bei Wahl für Aufregung, weil sie wenig traditionelle Kostüme bevorzugte - so trug sie statt eines Abendkleides einen Smoking.

2009 siegte die homophobe Carrie Prejean


Miss-California-Gewinnerin Carrie Prejean

Der Miss-California-Contest sorgte bereits vor drei Jahren für weltweites Aufsehen: 2009 hat sich die damalige Gewinnerin Carrie Prejean bei der live im Fernsehen übertragenen Miss-USA-Wahl für das Verbot der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen (queer.de berichtete). Sie belegte bei diesem Contest den zweiten Platz - und erklärte nach der Wahl, dass ihr ihre ehrliche Antwort zur Homo-Ehe die Krone gekostet habe.

Danach warb sich die Christin für Organisationen, die gegen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben kämpfen. So erklärte sie bei einer Konferenz einer christlich-konservativen Lobbygruppe vor 1.700 Zuhörern, dass Gott sie persönlich ausgewählt habe, um gegen Homo-Rechte zu kämpfen (queer.de berichtete). Sie klagte zudem gegen den Schönheitswettbewerb wegen "religiöser Diskriminierung" (queer.de berichtete). Ihr Aufstieg nahm aber ein jähes Ende, als ein Pornovideo auftauchte, in dem sie offenbar die Hauptrolle spielte (queer.de berichtete).

Die Teilnahme der beiden Lesben wurde von christlich-konservativen Kommentatoren als weiterer Werteverfall bezeichnet. So kritisiert das Magazin "The New American", dass der Contest nun Werbung für ein "progressives Lesbentum" mache, aber die Christin Carrie Prejean einfach fallengelassen habe. (dk)

#1 SarahAnonym
  • 12.01.2012, 14:28h
  • Bravo, es gibt auch bei Lesben steigend Frauen die sich dem neuen, alten Frauenbild beugen und auf das Aussehen reduziert werden möchten. Was für ein Rückschritt.

    Dieser heterosexistische Müll wird hier gezeigt, weil..?
    Das gibt es schon mehr als ausreichend und täglich in fast allen Onlineauftritten der Zeitungen zu sehen. Reicht das nicht?
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#2 alexMucEhemaliges Profil
  • 12.01.2012, 17:15h
  • Antwort auf #1 von Sarah
  • Nö. Weil in anderen Zeitungen zwar dieser Müll ausreichend gezeigt wird, aber eben keine Lesben. Das ist neu. Ich finds ganz angenehm mal 2 Lesben zu sehen, die keine Camouflage-Klamotten tragen. Und ein Friseur und ein Visagist (vielleicht schwul) war sicher auch dabei.
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#3 Schöne alte WeltAnonym
  • 12.01.2012, 17:46h
  • Antwort auf #2 von alexMuc
  • "Und ein Friseur und ein Visagist (vielleicht schwul) war sicher auch dabei."

    Na super. Frauen ( jeglicher sexueller Orientierung) als sich darstellendes Objekt und heterosexuelle Männer als Zuschauer.
    Schwule Männer als asexuelle Wesen die unsichtbar im Hintergrund fungieren um die Frauen für die heterosexuellen Männer aufzuhübschen.

    O ja, über dieses Schema freuen sich die konservativen, heterosexuellen alten Herren die in Deutschlands Medien und Politik das sagen haben.

    Bleibt zu hoffen das es noch genügend Schwule und Frauen gibt die keinen Bock haben beim gesellschaftlichen Rollback mit zumachen.
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