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Homosexuelle Fußballspieler
Philipp Lahm warnt erneut vor Coming-out
- 14. Januar 2012 2 Min.

Philipp Lahm in der FR: "Im Stadion geht es selten politisch korrekt zu" (Bild: az1172 / flickr / by-sa 2.0)
Der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft rät schwulen Profi-Kickern, im Schrank zu bleiben.
Von Carsten Weidemann
Erst im vergangenen Jahr outete sich Fußball-Profi Philipp Lahm als hetero – jetzt hat er seinen homosexuellen Kollegen erneut geraten, besser im Schrank zu bleiben. "Ich glaube nicht, dass die Gesellschaft schon so weit ist, schwule Profi-Fußballer als etwas Selbstverständliches zu akzeptieren, so wie es in anderen Bereichen bereits möglich ist", sagte der Kapitän der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in einem Interview mit der "Frankfurter Rundschau".
Lahm begründete seine Empfehlung zum Vesteckspiel damit, dass im Fußball noch ein anderes gesellschaftliches Klima herrsche: "Im Stadion geht es selten politisch korrekt zu", meinte der 28 Jahre alte Außenverteidiger. "Sicher, Politiker können sich heute als Homosexuelle outen, aber die müssen auch nicht Woche für Woche vor 60.000 Zuschauern spielen und dann womöglich auch noch schlecht."
Philipp Lahm: Selbstmordgefahr nach Coming-out

In seinem Buch "Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird" outete sich Lahm 2011 als hetero
Ähnlich hatte sich Lahm bereits in seinem Buch "Der feine Unterschied: Wie man heute Spitzenfußballer wird" (Amazon-Affiliate-Link ) geäußert, das Ende August 2011 auf den Markt kam. Dort schrieb er zum Thema Coming-out eines Bundesliga-Spielers: "Ich hätte Angst, dass es ihm gehen könnte wie dem englischen Profi Justin Fashanu, der sich nach seinem Outing so in die Enge getrieben fühlte, dass er schließlich Selbstmord beging." Fashanu nahm sich 1998 das Leben – er ist nach wie vor der einzige aktive Profispieler, der sich zu seiner Homosexualität bekannt hat.
In dem 269-Seiten-Band stellte der Bayern-Spieler auch klar, dass er selbst nicht schwul und nicht nur zum Schein mit seiner Frau Claudia verheiratet sei (queer.de berichtete). Die Homo-Gerüchte um seine eigene Person seien ihm eigenlich "egal", meinte Lahm. Selbst habe er auch nichts gegen Schwule: "Ich finde Homosexualität nichts Verwerfliches. Aber ich wundere mich immer wieder darüber, dass einzelne Typen, die so eine Geschichte in Umlauf setzen, so viel Einfluss auf die öffentliche Meinung haben."
Lahm hat sich in der Vergangenheit mehrfach für die Gleichbehandlung von schwulen Fußballern eingesetzt. So erklärte er 2007 in einem Interview mit einem Schwulenmagazin: "Wenn ein Spieler schwul ist, ist er trotzdem mein Mannschaftskollege, und für mich würde sich im Umgang mit ihm nichts ändern" (queer.de berichtete). Wegen seines "besonderen und herausragenden Einsatzes gegen Intoleranz und Homophobie im Breitensport und insbesondere im Fußball" wurde ihm 2008 der Tolerantia-Preis verliehen (queer.de berichtete).
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Mehr zum Thema:
» Philipp Lahm: "Ich bin nicht schwul" (29.08.2011)
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Warum thematisiert er das immer, oder will er nur ausdrücken, warum er sich nicht outen kann/will?