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Ankündigung
Eingetragene Partnerschaften auf Kuba?
- 17. Januar 2012 2 Min.

Mariela Castro hat sich in den letzten Jahren für die Rechte von Homosexuellen eingesetzt (Bild: Wiki Commons / Montrealais / CC-BY-SA-2.5)
Kuba will in diesem Jahr als erster autoritär regierter Staat eingetragene Lebenspartnerschaften erlauben, gab eine Funktionärin am Montag bekannt.
Auf der staatlichen Website "Cuba Si" erklärte Mariela Castro, die Tochter von Staatschef Raúl Castro und Direktorin des Nationalen Zentrums für sexuelle Aufklärung (Cenesex), dass dieses Jahr im Parlament eine Diskussion um die Einführung eines Partnerschaftsregisters für Schwule und Lesben vorgesehen sei. Allerdings werde es keine Öffnung der Ehe geben.
Außerdem plane die kommunistische Partei die Einführung von Antidiskriminierungsgesetzen, die unter anderem die Merkmale sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität beinhalten sollen. Damit sollten "Vorurteile in der Bevölkerung" bekämpft werden. "Diese Entwürfe dienen dazu, mehr und mehr die Rechte unserer gesamten Bevölkerung zu schützen", sagte die 50-Jährige. Sie hofft, dass eine Gleichbehandlungsrichtlinie bereits am 28. Januar bei einer Konferenz der Kommunistischen Partei beschlossen werden kann.
Kuba verbietet Homo-Ehe in Verfassung
Mariela Castro setzt sich bereits seit Jahren für die Gleichbehandlung von sexuellen Minderheiten ein - und erzielte erste Erfolge. So sind Geschlechtsanpassungen auf Kuba seit 2010 legal (queer.de berichtete). Ob es wirklich Fortschritte in anderen Bereichen geben wird, ist unklar: Bereits seit 2009 kündigt Castro an, dass das Parlament die Einführung von eingetragenen Partnerschaften "prüfen" werde (queer.de berichtete). Derzeit werden gleichgeschlechtliche Paare von der Staatsmacht nicht anerkannt, die gleichgeschlechtliche Ehe ist sogar in der kubanischen Verfassung verboten.
Kuba hat eine lange Geschichte der Schwulenverfolgung hinter sich: Homosexualität war bereits vor der kommunistischen Revolution 1959 illegal. Allerdings betrachtete Fidel Castro die gleichgeschlechtliche Liebe in den 1960er und 1970er Jahren als kapitalistische Ausprägung und ließ insbesondere Schwule gnadenlos verfolgen und in Internierungslager stecken, in denen viele zu Tode kamen. Danach ließ der Verfolgungsdruck nach. Homosexuelle wurden aber bis vor wenigen Jahren noch wegen "antisozialen Verhaltens" verfolgt. Nachdem Fidel Castro das Amt des Präsidenten abgegeben hatte, bedauerte er die jahrzehntelange Verfolgung von Homosexuellen (queer.de berichtete). Die Jagd auf sexuelle Minderheiten durch die Kommunisten nannte er eine "spontane Reaktion der Revolutionäre, die auf den Traditionen der Nation beruht". Eine Entschädigung für die Opfer der Verfolgung gab es nicht. (dk)














