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18-Jähriger jahrelang gemobbt
Weiterer Selbstmord erschüttert Kalifornien
- 18. Januar 2012 2 Min.

Jeffrey Fehr wurde gerade mal 18 Jahre alt (Bild: Facebook, RIP Jeffrey Fehr)
Ein 18-Jähriger aus Kalifornien hat sich nach homophobem Mobbing das Leben genommen - zu seiner Beerdigung am Wochenende kamen rund 1.000 Menschen.
Jeffrey Fehr hat sich bereits am Neujahrstag im Haus seiner Eltern in der nordkalifornischen Kleinstadt Granite Bay erhängt. Wie die Zeitung "Sacramento Bee" berichtet, ist der Highschool-Schüler zuvor jahrelang von Mitschülern als schwul beschimpft worden. Obgleich seine Eltern ihn nach seinem Coming-out in der zehnten Klasse unterstützten, litt ihr Sohn offenbar in Folge der ständigen Beschimpfungen und tätlichen Angriffe unter Angstzuständen und Minderwertigkeitskomplexen.
"Wir fragen uns immer, was wir falsch gemacht haben", erklärte der Vater des 18-Jährigen bei seiner Beerdigung. "Wir wissen, dass er viele Jahre lang heruntergemacht wurde, weil er anders war. Das hat ihn kaputt gemacht. Er konnte nie sehen, was er doch für ein wundervoller Junge war und wie viele Menschen ihn lieb hatten."
Teilweise habe Fehr aus Panik geweint, als er in die Schule geschickt wurde, so die Eltern und Brüder des Toten. Insbesondere im Sportunterricht hätten sich Mitschüler seit der Grundschulzeit über den Jungen lustig gemacht, weil er eher an Tanzen und Trampolinspringen interessiert war als an Baseball und Football. In der Highschool fand er Halt in der Cheerleading-Gruppe, in der vorher nur weibliche Schülerinnen mitgemacht hatten. Die Eltern und Brüder glauben, dass die jahrelangen Verletzungen den Schüler so zermürbt haben, dass er keinen Ausweg mehr sah, außer sich das Leben zu nehmen.
In den USA gibt es immer öfter Meldungen über Teenagern, die sich wegen Mobbings aufgrund ihrer (teils vermeintlichen) sexuellen Orientierung das Leben genommen haben. Erst vor wenigen Tagen ist der Selbstmord des 19-jährigen Jungaktivisten Eric James Borges bekannt geworden, dessen eigene Mutter zuvor versucht hatte, die Homosexualität mit einem Exorzismus zu bekämpfen (queer.de berichtete). In den USA nehmen sich jährlich rund 4.000 Personen zwischen 15 und 24 Jahren das Leben. Es gibt Schätzungen, wonach bis zu einem Viertel der Personen schwul oder lesbisch sein könnten. Dabei ist Mobbing nur einer von mehreren möglichen Faktoren.
Ansprechpartner in Deutschland
Als Reaktion auf das Bekanntwerden einiger Fälle starteten Menschen weltweit die Kampagne "It gets better" (Youtube-Kanal, dt. Version). In Deutschland gibt es zahlreiche LGBT-Jugendgruppen und -zentren (eine nicht mehr ganz aktuelle Übersicht, besser einfach mal für deine Stadt googeln). In diese Gruppen wird Beratung angeboten, außerdem können neue Freundschaften mit Gleichaltrigen geschlossen werden. Einen ersten Einstieg bieten auf schwule und lesbische Jugendliche spezialisierte Webseiten. Dazu gehören dbna (Du bist nicht allein) oder die des bundesweiten Jugendnetzwerks Lambda. (dk/nb)
Links zum Thema:
» RIP Jeffrey Fehr (Facebook-Seite)














Ein weiter Grund warum in öffentlichen schulen Aufklärung nötig ist dort, hier, überall.
Und der Hauptfaktor für diese unertrâgliche Situation die Religion muss weiter durch massive weitere Aufklärung mit allen Mitteln bekämpft werden.