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- 24. Januar 2012 2 Min.

Deutschlands vermutlich älteste noch existierende Gay-Bar: der "Goldene Heinrich" in Stuttgart
Drei junge Männer riefen im "Goldenen Heinrich" rechte Parolen und verletzten zwei Gäste - die Polizei verschweigt, dass es sich um ein Schwulenlokal handelt.
Von Carsten Weidemann
Drei junge Männer, die offenbar der rechten Szene angehören, wurden vorläufig festgenommen, nachdem sie in Stuttgarts ältester Gay-Bar "Goldener Heinrich" zwei Gäste verletzt und dabei rechte Parolen gerufen hatten. Die Tat ereignete sich bereits am vergangenen Mittwoch.
Laut Polizeibericht waren die 20, 23 und 26 Jahren alten Männer gegen Mittag in das Lokal gekommen, um dort etwas zu trinken. Beim späteren Verlassen des Gay-Lokals attackierten sie zunächst einen Gast verbal. Nachdem der Wirt und ein weiterer Gast zu Hilfe eilten, wendeten sie mit Schlägen und Tritten auch körperliche Gewalt an.
Darüber hinaus versprühten die drei Rechtsradikalen Tränengas, so dass ein 46-jähriger Gast in einem Krankenhaus ambulant behandelt werden musste. Ein 64-jähriger Besucher des Lokals erlitt Gesichtsverletzungen. Das alkoholisierte Trio flüchtete zunächst, konnte aber später von alarmierten Polizeibeamten in einem nahegelegenen Geschäft festgenommen werden.
Nur gegen einen der drei Männer wurde Haftbefehl erlassen
Die drei deutschen Staatsangehörigen sind bei der Polizei bereits einschlägig in Erscheinung getreten. Die 20 und 26-jährigen Männer wurden noch am Mittwoch auf freien Fuß gesetzt. Nur der 23-Jährige wurde am Donnerstag auf Antrag der Stuttgarter Staatsanwaltschaft einem Haftrichter vorgeführt, der Haftbefehl erließ.
Im Stuttgarter Polizeibericht zu dem Überfall wird nicht erwähnt, dass es sich bei der "Gaststätte in der Leonhardstraße" um ein Schwulenlokal handelt. Dies kritisiert die grüne "LAG Lesben, Schwule und Transgender" als "unverständlich": Nazigewalt in jeder Form sei verabscheuungswürdig, dennoch müsse "Gewalt gegen jedwede Minderheit auch benannt werden", so die beiden LAG-Sprecher Maike Pfuderer und Till Seiler. Ihre Begründung: "Nur eine sensible Bevölkerung schaut hin und reagiert."
Der rustikal eingerichtete "Goldene Heinrich" gilt als die älteste noch existierende Schwulenkneipe in Deutschland. Gemeinsam mit den nur wenigen Schritte entfernten Kneipen "Finkennest" und "Jakobstube" bildet das Lokal das schwule Bermudadreieck der Stuttgarter Altstadt.















Und so wird das verschwiegen, damit das nicht klar wird, dass homophobe Gewalt ein großes Problem, auch hier in Deutschland, ist.
2. Dass nur gegen einen der drei Täter Haftbefehl erlassen wurde, ist ein Justizskandal!
Aber es geht ja wieder mal "nur" um die Schwulen. Da gelten ja bekanntlich bei Politik und Justiz andere Maßstäbe.