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Kommentare zu:
Michael und das "normale Monster"


#151 OvidAnonym
  • 07.02.2012, 00:57h
  • Nun, es ist doch erstaunlich einfach - allein auf logischer Ebene sich der ungefähren Wahrheit zu nähern. Was könnte denn wahr sein? Was wäre zumindest wahrscheinlich?

    Prämissen:
    - Wir wissen nun seit einiger Zeit, dass Kinder sexuelle Wesen sind, von Anfang an. Sie können sexuelle Erregung, Lust und Befriedigung verspüren.
    Noch kaum einer zweifelt dies an.

    - Wir erlauben auch Kontakte unter Kindern. Wir nennen sie Doktorspiele. Sie werden als gesund und förderlich dann gesehen, wenn die Kinder ihren Handlungen gegenseitig zustimmen und kein Zwang im Spiel ist.

    Darauf basierend lasten nun folgende möglichen Urteile über Kontakte zwischen Erwachsenen und Kindern. Der geneigte Leser mag sich für eine Kategorie entscheiden.

    (A) Entweder jeder und ausnahmslos jeder sexuelle Kontakt mit Erwachsenen - obgleich er prinzipiell unter Kindern oder allein als positiv empfunden werden kann - wird in allen Fällen ausnahmslos negativ empfunden und schädlich/traumatisch enden. Immer. Keine Ausnahme!

    (B) Es gibt sowohl negative als auch positive sexuelle Erfahrungen.

    (C) Ausnahmslos jeder sexuelle Kontakt zwischen Kindern und Erwachsenen wird positiv empfunden und ist vollkommen unschädlich.

    Nun. Kaum jemand wird zögern. Am wahrscheinlichsten ist einfach (B),

    Es ist in allen sonstigen Sexualitäten kategorial B. SOWOHL positive als auch negative Erfahrungen.

    Man hätte ansonsten erstaunlich viel zu erklären, wenn es nicht so wäre.

    Wenn zwei Kinder Doktor spielen und dies positiv empfunden wird und man tauscht in diesem Szenario nun ein Kind mit einem Erwachsenen aus, der sich in ähnlich verhält, ist vollkommen zerstörerische Traumatisierung oder gar ein "Seelenmord" in den wenigsten Fällen plausibel.

    (B) ist auch vor dem Hintergrund am Wahrscheinlichsten, dass es sowohl positive als auch negative Berichte von späteren Jugendlichen/Erwachsenen gibt.

    "Täterintrojekt", "Stockholm-Syndrom" lässt sich schnell mit Ockhams-Razor weglöschen.

    Obgleich die Möglichkeit bestünde, könnte man aber mit dem selben "frechen" Recht behaupten ein Missbrauchsopfer würde nur durch Sekundärschädigung leiden.

    Wenn man Opfern/Beteiligten solcher sexuellen Kontakte glauben schenken möchte. Dann doch bitte nicht abhängig davon ob ihr Bericht positiv oder negativ gefärbt ist. Nein! Dann schon beiden glauben schenken!

    Aber, natürlich mag man es genauer wissen. Natürlich reicht einem das nicht. Wozu gibt es Studien und Metaanalysen?
    Man findet ZUMINDEST heraus, dass die öffentliche Meinung gnadenlos und katastrophal darüber hinausschießt, was man in Studien tatsächlich an Folgen für die Opfer herausgefunden hat. Die absolut übertriebenen und hysterischen Todesurteile für die "Opfer", die ein Leben lang zu leiden haben, deren Seele ermordert wurde, ist ein moderner Mythos. Anders kann man es nicht sagen.

    Wer das wissenschaftlich recherchieren möchte kann sich mal folgende Metaanalysen anschauen: (Um nur einige zu nennen)
    - Kendall-Tackett et al., (1993)
    - Rind et al. (1998)
    - Heather Ulrich (2005)

    Oder vlt. ein Buch ohne Fachsimpel:
    Clancy (2010) - The Trauma Myth

    Deshalb die Gesetze abschaffen? Nö. Sondern: Noch einmal zusammensetzen und neu anfangen mit dem Diskurs. Die offensichtlich falschen und übertriebenen Annahmen und Unterstellungen abwerfen und klug diskutieren und abwägen.
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