https://queer.de/?15827
US-Präsidentschaftswahlkampf
Gingrich: Homo-Ehe = Heidentum
- 27. Januar 2012 2 Min.

Eigentlich nervt es ja schon fast, über alberne Äußerungen von engstirnigen US-Politikern zu berichten. Im Falle von Newt Gingrich ist das aber notwendig, denn immerhin könnte der aufbrausende alte Mann nach seinem Vorwahlsieg in South Carolina nächster US-Präsident werden. In einem von Rightwingwatch.org verbreiteten Radiointerview erklärte der 68-Jährige nun allen Ernstes, dass Heiden die Ehe für Schwule und Lesben öffnen wollen, um die christliche Zivilisation zu beenden:
Es ist ganz einfach: Die Ehe ist eine Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Das ist die historische Doktrin, die tief in die Bibel - ins Alte und Neue Testament - eingearbeitet ist. Und das ist ein ideales Beispiel dafür, was ich mit dem Aufstieg des Heidentums meine. Das Anliegen, eine Alternative zur Ehe zwischen Mann und Frau zu finden, ist eine ganz natürlich heidnische Verhaltensweise. Aber das ist auch eine grundlegende Verletzung unserer Zivilisation.
In seinem eigenen Leben hat Newt Gingrich die von ihm oft beschworene "Heiligkeit der Ehe" nie so richtig ernst genommen: Seine erste Frau hat er Anfang der 1980er Jahren betrogen und schließlich verlassen, als sie an Krebs erkrankt war. Als ihm seine zweite Frau zu langweilig wurde, betrog er auch sie, während er als Mehrheitsführer im Repräsentantenhaus gleichzeitig den "unmoralischen" Präsidenten Bill Clinton in der Monica-Lewinsky-Affäre beschimpfte. 2000 schlug er dann seiner Noch-Ehefrau ihren Angaben zufolge eine offene Beziehung vor. Weil sie dankend ablehnte, ließ er sich auch von ihr scheiden und heiratete seine Geliebte, mit der er noch heute zusammen ist. Aber nun, so fürchtet der Republikaner, wollen die bösen heidnischen Homos diesen gottgewollten Lifestyle kaputt machen.
Am kommenden Wochenende wird sich bei den nächsten Vorwahlen in Florida entscheiden, ob "Swingrich" weiter Chancen auf die Präsidentschaftskandidatur hat. Einer neuen CNN-Umfrage zufolge würde er auf 34 Prozent kommen, knapp hinter seinen schärfsten Konkurrenten Mitt Romney, der 36 Prozent erreichen würde. Radikalkatholik Rick Santorum erhielte elf, der Radikalliberale Ron Paul neun Prozent. (dk)













