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  • 27. Januar 2012 35 2 Min.



Seit Donnerstag ist im Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen nach rund vier Jahren ein neuer Film zu sehen. Wie sein Vorgänger ist er in Schwarz-Weiß, zeigt diesmal aber nicht nur ein Männer-Paar, sondern mehrere lesbische und schwule Paare sowie Reaktionen auf ihren Kuss. So beobachtet ein kleiner Junge, wie zwei Frauen sich einen Schmatzer auf den Mund geben – und wird von seiner geschockten Mutter weggezerrt.

Der nur zwei Minuten lange Film, der fortlaufend wiederholt wird, wurde von den Künstlern Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar erstellt. Sie beschreiben das Video so:

Der Schwarz-Weiß-Film zeigt in einer Endlosschleife nacheinander die liebevollen Küsse fünf gleichgeschlechtlicher Paare. Die Protagonistinnen und Protagonisten entstammen verschiedenen Altersgruppen, Herkünften und Milieus. Die Szenen spielen in unterschiedlichen Settings. Die Küsse gehen ineinander über, so dass der Zuschauer einen Kuss von Paar zu Paar wandern sieht. Der Wechsel erfolgt in Form einer Überblendung in dem Moment, in dem sich die Lippen der Küssenden – in Nahaufnahme gefilmt – berühren. Nach etwa 2 Minuten ist der Film an seinem Ausgangspunkt angelangt und beginnt wieder von vorn, ohne dass es eine Unterbrechung gibt. Zu jedem Zeitpunkt können Zuschauer in den Film einsteigen.

Hier das Video:


Einbettung mit freundlicher Genehmigung der Denkmals-Stiftung und des Künstlers Gerald Backhaus

Ursprünglich war nicht geplant, den Film alle paar Jahre auszuwechseln. Nach der Kritik von Feministinnen unter Führung der Frauenzeitschrift "Emma" wurde jedoch entschieden, dass alle zwei Jahre ein neues Video im Mahnmal zu sehen sein soll. Die Feministinnen bemängelten, dass der Film die Leiden von Lesben im Nationalsozialismus nicht repräsentiere. Die Änderung wurde trotz Kritik von Schwulenaktivisten und den Leitern der KZ-Gedenkstätten durchgesetzt. (dk)

Zum Vergleich – so sah der alte Film aus:

-w-

#1 DadoMUCAnonym
  • 27.01.2012, 17:14h
  • tolle idee nur haben Lesben immer noch nix in diesem video zu suchen. es waren männer die in dne kz gelandet sind weil sie schwul waren.
    so weit ich weis sollte das ein Mahnmal für die verfolgung Homosexuelle Männer sein.
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#2 finkAnonym
  • 27.01.2012, 17:51h
  • "Mit diesem Denkmal will die Bundesrepublik Deutschland
    - die verfolgten und ermordeten Opfer ehren,
    - die Erinnerung an das Unrecht wach halten und
    - ein beständiges Zeichen gegen Intoleranz, Feindseligkeit und Ausgrenzung gegenüber Schwulen und Lesben setzen."

    www.stiftung-denkmal.de/homosexuellendenkmal

    jetzt muss ich das ding doch mal ein wenig in schutz nehmen, auch wenn ich es nicht mag.

    es mag ja auf den ersten blick inkonsequent erscheinen, ein denkmal offiziell explizit nach den "im nationalsozialismus verfolgten homosexuellen" zu benennen und dann die perspektive doch auf die "ausgrenzung" in der gegenwart zu erweitern. der neue film hat offensichtlich letzteres im sinn. aber eigentlich ist das doch das einzige, was sinnvoll ist, oder? welchen sinn hätte das erinnern, wenn es die vergangenheit und die opfergruppe isoliert und nicht auch den schritt hin zur gegenwart, zu "weniger schlimmen" formen der homophobie und zu ähnlich betroffenen gruppen täte?

    offenbar ist es für niemanden ein problem, dass der film u.a. HEUTIGE schwule zeigt. die werden aber AUCH nicht in gleicher weise verfolgt wie diejenigen, an die das denkmal erinnert. an dieser verbindung stört sich aber offensichtlich niemand, denn die heutigen schwulen können sich ja wenigstens auf eine "richtige" verfolgung ihrer "vorfahren" berufen. welch eine absurde und würdelose egomanie.

    ich finde es ausgesprochen befremdlich, dass ausgerechnet diejenigen, auf deren probleme das denkmal aufmerksam machen soll, ein kleinliches hickhack darum beginnen, wer und was genau mit diesem denkmal gemeint sein darf - und wer und was vor allem NICHT damit gemeint sein darf. genau das steht doch dem eigentlich zweck des denkmals - bei aller berechtigten kritik an dessen ausführung und planung - um 180° entgegen.
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#3 RaffaelAnonym
  • 27.01.2012, 18:59h
  • Schöner Film - für ein anderes Denkmal.

    Aber für dieses Mahnmal ist es eine verfälschende Geschichtsklitterung, die die wahren Opfer verhöhnt.

    Und das alles nur, weil Alice Schwarzer und ein paar andere Kampf-Emanzen dieses Mahnmal für ihre eigenen, ganz anderen Zwecke missbrauchen wollen.

    Das ist für jeden, der sich nur ein wenig mit historischen Fakten auskennt, unerträglich!

    Und das Schlimmste:
    die Verwantwortlichen treiben damit einen Keil zwischen Schwule und Lesben, was uns allen (aber den Lesben noch viel mehr als den Schwulen) massiv schadet, weil wir nun nicht mehr gemeinsam für unsere Rechte kämpfen, sondern separiert!
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