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Quotiertes Gedenken
Homo-Mahnmal: Wir zeigen das neue Video
- 27. Januar 2012 2 Min.

Seit Donnerstag ist im Berliner Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen nach rund vier Jahren ein neuer Film zu sehen. Wie sein Vorgänger ist er in Schwarz-Weiß, zeigt diesmal aber nicht nur ein Männer-Paar, sondern mehrere lesbische und schwule Paare sowie Reaktionen auf ihren Kuss. So beobachtet ein kleiner Junge, wie zwei Frauen sich einen Schmatzer auf den Mund geben – und wird von seiner geschockten Mutter weggezerrt.
Der nur zwei Minuten lange Film, der fortlaufend wiederholt wird, wurde von den Künstlern Gerald Backhaus, Bernd Fischer und Ibrahim Gülnar erstellt. Sie beschreiben das Video so:
Der Schwarz-Weiß-Film zeigt in einer Endlosschleife nacheinander die liebevollen Küsse fünf gleichgeschlechtlicher Paare. Die Protagonistinnen und Protagonisten entstammen verschiedenen Altersgruppen, Herkünften und Milieus. Die Szenen spielen in unterschiedlichen Settings. Die Küsse gehen ineinander über, so dass der Zuschauer einen Kuss von Paar zu Paar wandern sieht. Der Wechsel erfolgt in Form einer Überblendung in dem Moment, in dem sich die Lippen der Küssenden – in Nahaufnahme gefilmt – berühren. Nach etwa 2 Minuten ist der Film an seinem Ausgangspunkt angelangt und beginnt wieder von vorn, ohne dass es eine Unterbrechung gibt. Zu jedem Zeitpunkt können Zuschauer in den Film einsteigen.
Hier das Video:
Einbettung mit freundlicher Genehmigung der Denkmals-Stiftung und des Künstlers Gerald Backhaus
Ursprünglich war nicht geplant, den Film alle paar Jahre auszuwechseln. Nach der Kritik von Feministinnen unter Führung der Frauenzeitschrift "Emma" wurde jedoch entschieden, dass alle zwei Jahre ein neues Video im Mahnmal zu sehen sein soll. Die Feministinnen bemängelten, dass der Film die Leiden von Lesben im Nationalsozialismus nicht repräsentiere. Die Änderung wurde trotz Kritik von Schwulenaktivisten und den Leitern der KZ-Gedenkstätten durchgesetzt. (dk)
Zum Vergleich – so sah der alte Film aus:
Links zum Thema:
» Mehr Infos
» Rede von LSVD-Vorstand Günter Dworek zum neuen Film













so weit ich weis sollte das ein Mahnmal für die verfolgung Homosexuelle Männer sein.