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https://queer.de/?15856
  • 31. Januar 2012 27 2 Min.

International für Aufsehen sorgt das Schicksal der elfjährigen transsexuellen Alexandra aus Berlin. Ihr Vater lehnt Transsexualität generell ab und will sie daher als Jungen erziehen. Ihre Mutter will sie statt dessen so nehmen, wie sie ist. Wegen dieses Streits ging die Ehe des Paares bereits in die Brüche. Das Jugendamt spielt sogar mit dem Gedanken, das Mädchen in eine geschlossene Psychiatrie einweisen zu lassen, weil es nach Angaben des Vaters selbstmordgefährdet sei.

Vor rund zwei Wochen erzählte ein Artikel in der "taz" erstmals Alexandras Geschichte. Nun hat sie auch international für Aufsehen gesorgt: Die Brüsseler "International Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender and Queer Youth and Student Organisation" (IGLYO) zeigt sich auf ihrer Website "tief besorgt" darüber, dass ein Kind wegen Transsexualität in einer Klinik weggeschlossen werden soll. IGLYO ist die Dachorganisation von mehr als 50 schwul-lesbischen Jugendgruppen in aller Welt - zu den Mitgliedern gehören etwa die LesBiSchwule Hochschulgruppe Göttingen oder der schweizerische Verein HalloWelt.

Außerdem hat eine britische Aktivistin auf change.org eine an den Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit adressierte Petition gestartet, um auf Alexandras Schicksal aufmerksam zu machen. Darin werden auf Englisch und Deutsch das Jugendamt und der Vater des Kindes kritisiert, weil sie das Mädchen zwingen wollen, im falschen Geschlecht weiter zu leben:

Diesem jungen Mädchen wird ... beigebracht werden, dass seine Gefühle falsch sind und es wird somit immer mehr in jene Selbstverneinung gedrängt, welche schon das Leben so vieler Transsexueller gefordert hat. Und dies nur dank der vorurteilbehafteten Entscheidungen des Jugendamtes, die das Leben dieses Kindes unwiederbringlich ruinieren könnte. Ich starte diese Petition um anzuprangern und um bekannt zu machen, dass dies nicht in Ordnung ist. Vielmehr, dass dies eine Verletzung der grundlegendsten Menschenrechte dieses Kindes sind.

Die am Sonntag erstellte Petition hat ohne große Werbung bislang über 1000 Unterstützer gefunden (Stand: 14:10 Uhr). (dk)

-w-

#1 SoleanAnonym
  • 31.01.2012, 15:37h
  • Die Einstellung des Vaters an sich ist unfassbar altmodisch und mittelalterlich - allerdings darf queer.de nicht den sachlichen Ton und vor allem die sachliche Berichterstattung verlieren.
    Kritikpunkte: 1) So wie man keine Vorurteile gegen Homosexuelle fördern sollte, so gilt das gleiche für Psychiatrische Einrichtungen. --> "wegsperren" als Terminus ist nicht angebracht. 2) sachliche differenzierte Berichterstattung: Wird das kind in eine klink gebracht, weil es selbstmordgefährdet ist oder weil man ihm die Transsexualität austreiben will? --> Transsexualität ist in der Psychiatrischen Theorie längst angekommen. Nur sehr dubiose bzw konservative "Kliniken"/Therapeuten würden einem Kind Transsexualität "ausreden" ..
    Schlussfolgerung/Fazit: Kritik richtet sich hier gegen den VATER, nicht gegen die psychiatrische Klinik. Der Bericht suggeriert aber, dass die Klinik das Kind "umpolen" würde oder noch schlimmeres.. Bitte zweimal nachdenken bevor man so unseriös berichtet..
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#2 AnnaChristinaAnonym
  • 31.01.2012, 15:57h
  • Antwort auf #1 von Solean
  • Hallo Solean,

    Schau Dir mal im taz-Artikel an, was mit dem Mädchen in der Psychiatrie gemacht werden sollte:

    "Das Kind sei suizidgefährdet und müsse in die geschlossene Psychiatrie. Hormone solle es keinesfalls bekommen.

    Sondern die Pubertät erleben, in der Hoffnung, dass es danach doch als Mann leben wolle. Dazu solle es therapiert werden: Angebote für eine "männliche" Rollenentwicklung würden gemacht. Fußball und Autos. Die "weiblichen" Wünsche ignoriert. Später soll Alex in eine Pflegefamilie. Hauptsache, weg von der Mutter."

    Super, oder?

    Ich bin auch nicht generell gegen eine psychologische Betreuung, ich befürworte sie in diesem Fall sogar -- aber auf eine Weise, wie es den heutigen Erkenntnissen von TS entspricht.
    Nämlich OHNE das Mädchen in die eine oder andere Richtung zu drängen.
    Dies wird (siehe taz-Artikel) auch von anderen Psychologen so befürwortet!

    In der taz war auch noch ein weiterer Artikel mit einem Interview mit einer Sexualmedizinerin, die den hier agierenden Psychiatern auch ein sehr schlechtes Zeugnis ausstellt:

    www.taz.de/Medizinerin-ueber-Transsexualitaet/!86556/

    AnnaChristina
  • Direktlink »
#3 SoleanAnonym
  • 31.01.2012, 16:03h
  • Antwort auf #2 von AnnaChristina
  • Ich habe auch den Taz-Artikel gelesen und kann meine vorherig getroffene Aussage abgeschwächt wiederholen. Queer.de berichtet keineswegs darüber, dass auch Fachleute zu Wort kommen, die Transsexualität nicht ablehnen gegenüberstehen!

    Zitat "Mindestens ein halbes Jahr lang müsse er das Kind wöchentlich sehen - dann könne er eine Diagnose stellen. "Wenn es eine Transsexualität ist, dann würde man auch bald mit der Hormonbehandlung beginnen", so Rauchfleisch. "

    Niemand kann bestreiten, dass es sinnvoll ist, das Kind psychologisch zu begleiten - ist ja sowieso Standard wenn es um eine Feststellung der Transsexualität bzw. Geschlechtsanpassung geht.

    Natürlich ist es nicht gut, was im Moment passiert, und auch die Petition ist gerechtfertigt, aber ich finde, dass hier wichtige Dinge ausgeblendet werden auf Kosten von verallgemeinerndem Psychiatriebashing..
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