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Rechtsextremismus
Jobbik: Eurogames sind "Ende der Welt"
- 02. Februar 2012 2 Min.

Der 33-jährige Historiker und Psychologe Gábor Vona ist Jobbik-Parteichef und Vorsitzender der Fraktion im ungarischen Parlament
Der Chef der drittstärksten ungarischen Partei hat erklärt, dass die schwul-lesbischen Eurogames im Sommer in Budapest das "Ende der Welt" bedeuten würden.
Gábor Vona, der seit 2009 Vorsitzender der rechtsextremistischen "Bewegung für ein besseres Ungarn" (Jobbik) ist, sagte nach Angaben ungarischer Medien, dass er die für Ende Juni geplanten Eurogames ablehnen würde: "Gott ist mein Zeuge. Es ist nicht irgendeine Art von Homophobie, sondern lediglich mein Anstand, der mich zu sagen bewegt, dass dies wirklich das Ende der Welt ist." Zu den Eurogames werden im Sommer rund 4.000 Athleten von dem ganzen Kontinent erwartet. Sie fanden letztes Jahr in Rotterdam statt - damals ohne Kontroversen und mit Unterstützung der Stadt.
Jobbik ist seit den nationalen Wahlen im Jahr 2010 mit 17 Prozent der Stimmen drittstärkste Kraft, knapp hinter den Sozialisten. Die Partei setzt sich für ein Groß-Ungarn und gegen Globalisierung ein. Besonders Ausländer, Zigeuner und Schwule gelten als Hindernis für das "Wiederaufblühen" der ungarischen Nation.
Auch im Stadtrat von Budapest machte Jobbik Anfang Januar Stimmung gegen die Eurogames. In einem Antrag im Stadtparlament erklärte die Partei: "Diese Veranstaltung muss verhindert werden. Hier geht es nicht um Sport, sondern darum, dass mehrere Tausend Homosexuelle die Stadt überschwemmen werden". Die Partei beschuldigte die Stadtverwaltung, eine Veranstaltung zuzulassen, die offen Heterosexuelle diskriminiere. In der Vergangenheit machte Jobbik auch Stimmung gegen den CSD. So erklärte die Partei 2009, dass die Parade "mit allen Mitteln" verhindert werden müsse (queer.de berichtete). Der CSD in Budapest muss aus Angst vor den Übergriffen von Rechtsradikalen seit Jahren unter großen Polizeischutz durchgeführt werden.
Auch Budapester Bürgermeister lehnt Eurogames ab
Die Regierungspartei Fidesz, die seit 2010 über eine Zweidrittelmehrheit im Parlament verfügt, lehnt Schwule und Lesben grundsätzlich ab. So erklärte der Budapester Bürgermeister von der Fidesz-Partei vor einem Monat in einem Offenen Brief an den Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit, dass er die Eurogames nicht unterstützen werde. István Tarlós nannte als Grund, dass er mit "einer solchen Lebensweise" nicht einverstanden sei (queer.de berichtete).
Fidesz setzte mit der Zweidrittelmehrheit durch, dass die gleichgeschlechtliche Ehe in der neuen Verfassung verboten ist (queer.de berichtete). Darin sind auch andere Passagen enthalten, die zu Kritik von der Europäischen Union geführt haben, etwa die Einschränkung der Unabhängigkeit der Justiz. (dk)
Links zum Thema:
» Eurogames Budapest














