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- 02. Februar 2012 2 Min.

Zoliswa Nkonyana wurde 2006 wegen ihrer sexuellen Orientierung ermordet
In einer Grundsatzentscheidung wurden am Mittwoch in Kapstadt fünf Männer wegen des brutalen Mordes an einer Lesbe zu jeweils 18 Jahren Haft verurteilt - erstmals wurde Homophobie als strafverschärfender Umstand anerkannt.
Mbulelo Dama, Lubabalo Ntlabathi, Sicelo Mase and Luyanda Londzi hatten im Februar 2006 die 19-jährige Zoliswa Nkonyana gesteinigt und anschließend erstochen, weil sie offen als Lesbe gelebt hatte. Die vier Angeklagten waren zum Tatzeitpunkt minderjährig.
Die Richter erklärten in ihrer Urteilsbegründung, dass Homophobie das Motiv für den Mord war. Das Urteil sei als Signal zu verstehen, dass Gewalt gegen sexuelle Minderheiten im Post-Apartheid-Südafrika ebenso wenig akzeptiert werde wie Gewalt aus Rassenhass, berichtet die BBC. Vor dem Gericht gab es nach der Urteilsverkündung Beifall und Jubelrufe von Homo-Aktivisten.
Das Verfahren passt zum aktuellen Stand des Themas in der Gesellschaft. Zwar ist Süafrika das erste Land der Welt, das in seiner Verfassung die Diskriminierung von Schwulen und Lesben verboten hat. Außerdem öffnete die Regierung 2006 als erstes und bislang einziges Land in Afrika die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare. Nach wie vor hält sich jedoch eine homophobe Grundhaltung, die Menschenrechtsaktivisten auch auf die großen sozialen Unterschiede zurückführen. So gibt es immer wieder Berichte über sexuelle Gewalt gegen Lesben - viele Männer glauben demnach, mit euphemistisch genannte "korrigierende Vergewaltigungen" Lesben zu Heterosexualität bekehren zu können.
Menschenrechtler begrüßen Urteil
Die Menschenrechtsorganisation "Social Justice Coalition" begrüßte das Urteil: "Heute erinnern wir uns an Zoliswa und die tausenden anderer Menschen, die grundlos ermordet worden sind. Viele Täter kamen bislang glimpflich davon. Wir wünschen ihrer Familie alles Gute und hoffen, dass sie sich vom Trauma erholen kann."
Der vorliegende Fall hat besonders stark die Gemüter erregt, weil die Angeklagten keinerlei Reue zeigten. Der Stiefvater der Ermordeten zeigte sich deshalb über das Urteil zufrieden: "Die haben keinerlei Verantwortung für ihre Taten übernommen und wir sind glücklich, dass sie nun eine lange Zeit im Gefängnis verbringen müssen", sagte er gegenüber der Zeitung "Sowetan". (dk)














