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Einzelkommentar zu:
Hotels dürfen Schwule nicht aus religiösen Gründen abweisen


#1 AndiAnonym
  • 10.02.2012, 14:54h
  • Die verdrehte Sichtweise des Instituts ist dabei doch sehr interessant: Homosexuelle würden Kampagnen gegen Christen starten.

    Offensichtlich führt christlicher Glaube zu äußerst merkwürdigen Wahrnehmungsstörungen:
    Wer hat denn die beiden nicht im Hotel übernachten lassen? Waren das Schwule oder Christen?! Von wem ging denn die Ablehnung aus? Offensichtlich von christlicher Seite! Nicht die beiden Männer haben das christliche Ehepaar abgelehnt, sondern umgekehrt. Nicht die beiden Schwulen haben mit einer Kampagne angefangen, sondern das Ehepaar hat die beiden einfach rausgeworfen und erst danach wurde geklagt (zurecht!!).

    Und darin sehe ich bis heute die Problematik in der Religionsdebatte und Homosexualität. Es wird ein Freiheitsbegriff verwandt (Religionsfreiheit), der aber eigentlich seine Grenzen sofort erreicht hat, sobald die Freiheit eines anderen beeinträchtigt wird. Gleichzeitig wird aber mit der Religionsfreiheit massiv die Freiheit von anders denkenden Menschen eingeschränkt, hier: Verbot der Übernachtung.
    Das hat mit Religionsfreiheit nichts zu tun! Und zwar überhaupt nichts!

    Ich wiederhole diese These stets ggü. (fundamentalen) Christen regelmäßig. Und hier sieht man den entscheidenden Unterschied zwischen dem Kampf um Gleichberechtigung der Homosexuellen und der Kampf der Christen. Wir Homosexuelle wollen nicht die Freiheit anderer einschränken, umgekehrt wird aber von christlicher Seite stets versucht, unsere Freiheit weiter einzuschränken.

    Beispiel: Ehe - Wenn Homosexuelle heiraten, sei das ein Angriff auf die Ehe. Was für ein Schwachsinn. Auch hier ist die Realität wieder verdreht. Heterosexuelle dürfen doch weiterhin heiraten, wo ist da bitte schön ein Angriff?!
    Ein Angriff auf die Ehe wäre es, wenn wir fordern würden, die Ehe gibt es nur noch für Homosexuelle. Dann könnte ich die Empörung auf christlicher Seite verstehen.

    Aber man sieht es auch hier wieder, die christliche Wahrnehmung ist in Teilen sehr verdreht: Es werden Freiheitsbegriffe missbraucht, Freiheiten völlig zweckentfremdet und Argumente der Liebe tatsächlich angeführt, um Hass damit zu legitimieren.

    Vielleicht klärt mich mal einer auf, wie manche Menschen es schaffen, ihr Gehirn derart zu verdrehen, um das logisch, ja sogar noch gottgewollt zu finden.
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