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Sind wir wirklich so promisk, wie alle behaupten? Das homosexuelle Liebesleben in wissenschaftlichen Studien

Von Norbert Blech

Nur wenige Forscher haben sich bislang getraut, einmal ins schwule Schlafzimmer zu schauen. Doch die wenigen Studien, die es gibt, bestätigen bei Homo-Paaren sowohl eine hohe Wertschätzung der Partnerschaft als auch eine eher lockere Haltung gegenüber Treue und Monogamie.

In Deutschland führt der erste und ausführlichste Blick in die Umfragen des Berliner Forschers Michael Bochow für die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzGA), die letzte fand 2003 stand: Jeder zweite Teilnehmer hatte zum Zeitpunkt der Befragung einen Partner, wovon wiederum fast jeder zweite noch zusätzliche Sexualpartner außerhalb der Beziehung hatte. Das heißt: In etwa jeder zweiten schwulen Beziehung wird "fremdgegangen".

Dabei hatte die Dauer der Partnerschaft einen großen Einfluss auf die Promiskuität der Männer, je länger Mann mit Mann zusammenlebt, umso mehr "Seitensprünge" finden statt. Bei den Beziehungen mit einer Länge von zwei bis zu vier Jahren leben bereits 48 Prozent der Partner nicht monogam, nach mindestens vier Jahren nur noch 28 Prozent. Bei einer Beziehungsdauer unter sechs Monaten gaben noch 80 Prozent der Paare an, sich körperlich treu zu sein.

Bei einem Blick über den Atlantik fällt die Statistik noch deutlicher aus: So hat eine Untersuchung der Universität von Windsor in Kanada ergeben, dass gar drei Viertel aller schwulen Männer in einer Partnerschaft seit über einem Jahr bereits Sex außerhalb suchen – deutlich mehr als in Deutschland. Nur für junge Schwule oder bei denen mit einer kürzeren Beziehungsdauer spielt Monogamie noch eine größere Rolle.

Barry Adam, ein schwuler Professor an der Universität, sagt dazu: "Ich denke, dass die Jugendlichen mit einem ‚heterosexuellen Script’ im Kopf herumlaufen, wie Beziehungen funktionieren sollen, und adaptieren dies auf ihre Beziehungen zu Männern. Erst später realisieren sie, dass die schwule Community eigene Scripts hat, die offenbar besser funktionieren."

Adams fand bei der Befragung von sechzig Paaren auch heraus, dass die Herkunft eine Rolle spielt. So seien lateinamerikanische oder asiatische Paare deutlich monogamer. "Hier spielt die Idee von Romantik offenbar eine größere Rolle", so Adams.

Homosexuelle Paare leben insgesamt ausgeglichener und kompromissbereiter als heterosexuelle Paare, ergab eine Studie aus Amerika, die Ende 2003 im Psychologen-Magazin "Journal of Homosexuality" veröffentlich wurde. Der Studie des Beziehungsinstitutes in Seattle zufolge sind Lesben und Schwule eher bereit, dem Partner zuzuhören und auf ihn zuzugehen.

Eine solche nahe, sorgende Beziehung bringt Vorteile. Einer im "British Medical Journal" veröffentlichten Langzeitstudie der Universitäts-Poliklinik Basel zufolge haben HIV-positive Männer mit einem Partner eine größere Lebenserwartung als HIV-positive Singles.

Der Text ist in gekürzter Fassung dem neuen Buch "'Fremdgehen' macht glücklich! Neue schwule Lebens- und Liebesformen" entnommen, das Anfang September im Verlag Schwarzkopf & Schwarzkopf erschienen ist (ISBN 3-89602-613-5).

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-w-

#1 StephanAnonym
  • 08.09.2004, 18:41h
  • Der hier gemachte Beitrag ist in sich völlig widersprüchlich ! Das Promiskuität zur Partnerschaftsstärkung beiträgt halte ich für ein haltlose Annahme ! Die Studie möchte ich gerne mal sehen !
    Dipl. Pflegewirth , cand MScN
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#2 HermesAnonym
  • 09.09.2004, 13:38h
  • Nun ich denke, das Fremdgehen hat eher etwas damit zu tun dass der Partner sich weniger um seinen Partner kümmert, wir wollen doch umworben werden, unsere Schwäche, wenn möglich im Zentrum sein beim Partner, das geht wohl in den seltensten Fällen. Ich als schwuler Mann hab die Antennen doch stehts auf Empfang - merke doch auf dem Gehsteig wenn ein möglicher Partner auf mich zukommt. (6ter Sinn?) nein einfach ein Gespür für eine Möglichkeit fremden Sex zu haben.
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#3 Markus2Anonym
  • 09.09.2004, 14:43h
  • Wenn man schon über eine solche Studie schreibt, sollte man vielleicht auch ein paar Zahlen einfügen. Wieviele Paare sind denn befragt worden, dass man diese "Studie" als wissenschaftlich darstellen kann? Im beschriebenen Buch jedenfalls sind es "knapp 20" Paare - nicht gerade viel, wenn man davon ein Gesamtbild ableiten will. Vor allem dann nicht, wenn sich scheinbar einige davon untereinander kennen - und sich evtl. unter diesen Umständen kennengelernt haben. Ich jedenfalls kenne in meinem Freundeskreis nicht ein einziges Paar, dass eine "offene Beziehung" führt - und die meisten sind deutlich mehr als vier Jahre zusammen. Auch die Singles halten eher Monogamie für ihren Weg. Es kommt immer darauf an, wo man sich umschaut. Auf bestimmten Portals und Chatrooms, in denen Sex gesucht wird, findet man natürlich überdurchschnittlich viele Männer die in einer offenen Beziehung leben. Mir ist schon klar, dass Männer anders mit Sex umgehen, als Frauen das tun. Mir ist ebenfalls klar, dass "es" sicher passieren kann - und eine gute Beziehung sollte deshalb sicher nicht beendet werden. Aber die These "Fremdgehen macht glücklich" halte ich schon für etwas gewagt - vor allem dann, wenn sie auf einer nicht repräsentativen Umfrage basiert.
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