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Neues Motto in Stuttgart
"Gleichbeschäftigt" zum CSD
- 13. Februar 2012 2 Min.

CSD-Gesamtleiter Christoph Michl will mit dem Motto Schwule und Lesben ermutigen, am Arbeitsplatz keine Versteckspielchen zu betreiben (Bild: CSD Stuttgart)
Mit einer neuen Wortschöpfung will der CSD Stuttgart auf die noch immer anhaltende Diskriminierung von Schwulen und Lesben am Arbeitsplatz aufmerksam machen.
Die CSD-Organisatoren in Stuttgart haben am Sonntag ihr neues Motto vorgestellt: Mit "gleichbeschäftigt" soll ins Zentrum der Diskussion um die schwul-lesbische Gleichberechtigung ein Thema gerückt werden, welches oftmals nur am Rande gestreift wird: Homosexualität am Arbeitsplatz. "Nehmen wir den CSD im Sommer zum Anlass, die Scheuklappen abzulegen. Hören wir den Menschen zu, die gerne ohne Versteckspiel leben wollen", fordert CSD-Gesamtleiter Christoph Michl.
Schwule und Lesben am Arbeitsplatz müssten oft mit "Versteckspielen, Halbwahrheiten bis hin zum Doppelleben" ihre sexuelle Orientierung verbergen, beklagen die Organisatoren. Sie verweisen dabei auf eine Studie der Universität Köln aus dem Jahr 2007, die die Job-Diskriminierung in Deutschland untersucht hat. Demnach verschweigt die Hälfte der Befragten ihre Homosexualität am Arbeitsplatz, drei Viertel haben schon einmal Diskriminierungserfahrungen gemacht (queer.de berichtete). Hätten Schwule, Lesben oder Transsexuelle ein Coming-out am Arbeitsplatz, würden sie oft nur auf ihre Sexualität reduziert.
Mut für Schritt an die Öffentlichkeit gefordert
"Zwei Botschaften wollen wir damit verbunden wissen", erläutert Michl das Konzept. "Erstens: Homosexualität steht nicht in Zusammenhang mit der Berufswahl. Den typischen schwulen oder lesbischen Beruf gibt es schlicht nicht. Zweitens: Wir wollen Homosexuellen, die sich noch immer verstecken (müssen), mit dem CSD-Leitthema Mut machen, über den Schritt aus dem Schrank an die Öffentlichkeit nachzudenken und ihn gegebenenfalls auch beherzt zu tun."
Auch auf anderen CSDs wird die Gleichbehandlung in anderen gesellschaftlichen Bereichen gefordert. So hat unlängst der CSD Karlsruhe sein Motto "Liebe. Mit Recht" vorgestellt. Der CSD Hamburg will sich 2012 das Thema Gleichbehandlung im Eherecht auf die Fahnen schreiben und fordert: "Nach den Pflichten jetzt die Rechte". Beim CSD München wollen die Organisatoren mit "Fight for global rights - Solidarität kennt keine Grenzen" auf die Verfolgung von Schwulen und Lesben im Ausland hinweisen. Der CSD Berlin erinnert dagegen an den wegen Homosexualität verurteilten Mathematiker Alan Turing, dessen Rehabilitierung die britische Regierung erst vergangene Woche abgelehnt hatte (queer.de berichtete). Das Motto in der Hauptstadt lautet: "Wissen schafft Akzeptanz". (dk)
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