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Aschermittwoch
Michael Adam lästert über CSU
- 22. Februar 2012 2 Min.

Michael Adam (li.) ist bei bayerischen Ritualen gern dabei
Der offen schwule Landrat Michael Adam trat erstmals beim traditionellen politischen Aschermittwoch der SPD in Bayern auf.
Von Carsten Weidemann
Der politische Aschermittwoch hat besonders in Bayern eine lange Tradition. In den Zelten der Parteien trifft sich die Politprominenz und nutzt die Gelegenheit, die beginnende Fastenzeit noch um einen Tag zu verschieben. Ein letztes Maas im Stehen und dabei genussvoll über den politischen Gegner herziehen. So machten es CSU, SPD, FDP und Grüne in diversen bayerischen Städten. Und Michael Adam, der jüngste und zugleich der erste offen schwule Landrat (queer.de berichtete) durfte dabei sein.
Die "Süddeutsche Zeitung", die die Lästergelage per Liveticker im Web verfolgt hatte, berichtete von einem frenetisch gefeierten Christian Ude im Bierzelt in Vilshofen. Der SPD-Mann ist seit 1993 Bürgermeister der Landeshauptstadt München und auch in der Community sehr beliebt. Um 13:29 Uhr dann enterte Adam, der seit November 2011 Landrat von Regen ist, die Bühne. Er hatte bereits beim Einzug ins Zelt den lautesten Beifall erhalten.
Offen schwul und evangelisch in Bayern, und keinen juckt´s.
Dann redet er sich warm: "Die CSU hat sich in ihrer Verblendung festgefressen und will nicht begreifen, dass die Realität eine andere ist" höhnt er. Und auch CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt wird abgewatscht: "Der Fuchs ist schlau und stellt sich dumm. Der Dobrindt macht es andersrum." Ohne schlichten Reim dann sein politischer Wunsch für das kommende Jahr, wenn die Landtagswahlen anstehen: "Trinken wir auf die nächste bayerische Staatsregierung, eine SPD-geführte."
Auf lokaler Ebene hat Michael Adam bislang einen ungewöhnlichen politischen Kickstart hinter sich. Überraschend wurde er 2008 zum Bürgermeister von Bodenmais gewählt. Und seine Kandidatur zum Landrat, die er mit 57,1 Prozent aller abgegebenen Stimmen im CSU-Stammland gewann, ist eine kleine Sensation. Seine Bundestagskandidatur 2009 war allerdings aussichtslos, da er weit hinten auf einem Listenplatz stand.












