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  • 24. Februar 2012 17 2 Min.

Maulkorb für Schwule und Lesben in der zweitgrößten Stadt Moldawiens

Mehrere Regionen in Russland haben bereits Homo-"Propaganda" verboten, nun folgt Moldawien: Die zweitgrößte Stadt des Landes hat am Mittwoch eine derartige Verordnung beschlossen.

Wie die Zeitung "Adeverul" meldet, hat der Stadtrat von Balti die "aggressive Propaganda von nichttraditionellen sexuellen Orientierungen" untersagt. Die Gesetzgebung verbietet es, in der Öffentlichkeit die Themen Homo- oder Transsexualität zu diskutieren. Auch CSDs wären damit generell nicht möglich. Von den 35 Stadträten stimmten 23 für das Verbot. Der Gesetzentwurf war von den Kommunisten eingebracht worden, der größten Partei des Landes.

Die moldawische Homo-Gruppe Gemnderdoc-M sieht als Grund für das Gesetz den Wahlkampf, in denen die Parteien homophobe Strömungen in der Bevölkerung aufnehmen wollen: "Die schwul-lesbische Szene ist der Sündenbock in den politischen Spielchen. Wir wurden ausgewählt, weil wir eine marginalisierte Gruppe in Moldawien sind", erklärte ein Sprecher.

Als "klaren Verstoß gegen die internationalen und europäischen Menschenrechtsabkommen" bezeichnete die schwul-lesbische Gruppe ILGA-Europe die Entscheidung. Sie forderte nun insbesondere das Einschreiten des Europarats.

Orthodoxe Kirche größter Unterstützer des Gesetzes

Für das Gesetz warb vor allem die nach der Unabhängigkeit 1991 erstarkte orthodoxe Kirche. Zu den größten Unterstützern des Gesetzentwurfes gehörte der Bischof von Balti, der das Verbot als "christliche Entscheidung" lobte.

Erst vor zwei Wochen hatte der Stadtrat im russischen St. Petersburg in zweiter Lesung ein ähnliches Gesetz beraten, was zu internationalen Protesten führte (queer.de berichtete); eine Verabschiedung ist für nächsten Mittwoch vorgesehen. Die zweitgrößte russische Stadt folgt damit den Regionalregierungen von Rjasan, Archangelsk und Kostroma. Dort sind bereits Aktivisten zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie auf Demonstrationen die Gleichstellung von Schwulen und Lesben gefordert hatten.

Moldawien hat Homosexualität 1995 legalisiert, allerdings ist Homophobie im ärmsten europäischen Land nach wie vor weit verbreitet. Trotzdem wurden bereits mehrere CSDs veranstaltet, der erste im Jahr 2002 in der Hauptstadt Kischinau. Später hat die Stadtverwaltung allerdings wiederholt Pride-Events verboten (queer.de berichtete). Das wurde mit der Gefährdung der öffentlichen Ordnung und der Verletzung christlicher Werte begründet. 2008 kam es beim CSD zu Ausschreitungen, als christliche Gruppen gemeinsam mit Skinheads, Neofaschisten und Altkommunisten die 60 CSD-Teilnehmer bedrängten (queer.de berichtete). (dk)

-w-

#1 SebiAnonym
  • 24.02.2012, 18:27h
  • Tja, wenn man uns nicht anders unterdrückt bekommt, entzieht man uns unsere Grundrechte.

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    "Orthodoxe Kirche größter Unterstützer des Gesetzes"

    Und wieder mal die angeblichen "Kirchen", die Hass verbreiten.

    Religionen sind die größte Gefahr für Frieden und Demokratie. Ohne solche faschistischen Organisationen wäre die Welt friedlicher.
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#2 finkAnonym
  • 24.02.2012, 18:33h
  • "Der Gesetzentwurf war von den Kommunisten eingebracht worden"

    "Für das Gesetz warb vor allem die nach der Unabhängigkeit 1991 erstarkte orthodoxe Kirche."

    "2008 kam es beim CSD zu Ausschreitungen, als christliche Gruppen gemeinsam mit Skinheads, Neofaschisten und Altkommunisten die 60 CSD-Teilnehmer bedrängten"

    homophobia - connecting people.

    es ist wirklich beängstigend, wenn man sieht, welche koalitionen von ansonsten verfeindeten gruppen sich da gegen uns zusammenschließen.
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#3 ClaudiaAnonym
  • 24.02.2012, 19:50h
  • Zum Kotzen!!!! Und natürlich ist die christlich-orthodoxe-faschistoide Kirche ganz vorn dabei, na klar.
    Mir tun Lesben, Schwule und Transgender Leid, dass sie unter solchen Bedingungen in diesen Ländern leben müssen - ich wünschte, sie müssen es nicht.
    Da ich aber keinerlei Hoffnung auf Umdenken, Wandel, Fortschritt sonstwas mehr in solchen Ländern habe, hätte ich ansonsten kein Problem damit, solche kleinen, armseligen faschistisch-nationalistischen Staaten in ihrem eigenen Dreck schmoren zu lassen. Keinerlei finanzielle Unterstützung, keine EU-Kohle, keine EU-Mitgliedschaft, nix. Vllt verstehen sie die Sprache - wenn nicht, wird Homophobie und Menschenrechtsverletzungen wenigstens nicht noch subventioniert.
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