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Zum 88. Geburtstag
Mugabe nennt Homo-Rechte inakzeptabel
- 27. Februar 2012 2 Min.

Für Robert Mugabe sind Schwule "schlimmer als Schweine und Hunde" (Bild: neal young. / flickr / by-nd 2.0)
Bei der Feier zu seinem 88. Geburtstag hat der simbabwische Staatschef Robert Mugabe die Jugend aufgefordert, heterosexuell zu werden - und den britischen Premierminister wegen seiner Homo-Politik attackiert.
Mugabe sagte auf einer Massenveranstaltung in Mutare vor Anhängern, dass es mit ihm nie einen Antidiskriminierungsschutz für Schwule und Lesben geben werde. Damit wendet er sich offen gegen Premierminister Morgan Tsvangirai, der in der neuen Verfassung auch sexuelle Minderheiten vor Diskriminierung schützen will (queer.de berichtete): "Nichtregierungsorganisationen haben diese albernen Ideen, manche wollen uns so destabilisieren", sagte Mugabe. Er forderte das Ausland auf, Simbabwe nicht weiter zu belehren - und appellierte an die Simbabwer, nicht schwul oder lesbisch zu werden: "Bitte, junge Männer und Frauen, es gibt keine Freiheit für Männer, Männer zu heiraten oder für Frauen, Frauen zu heiraten. Ihr habt als Männer die Freiheit, Frauen zu heiraten. Das ist eine gottgegebene Freiheit. Darum wurden ich und du erschaffen."
Mugabe: Akzeptanz von Homosexualität eine "Geisteskrankheit"

Der britische Premierminister David Cameron fordert Simbabwe auf, Minderheitenrechte zu achten (Bild: World Economic Forum / flickr / by-sa 2.0)
Der seit rund drei Jahrzehnten mit diktatorischen Vollmachten regierende Mugabe attackierte in seiner Rede auch den britischen Premierminister David Cameron, weil er afrikanischen Ländern die Akzeptanz der Homosexualität aufzwingen wolle. "Natur ist Natur. Sie hat Mann und Frau geschaffen. Sie, David Cameron, Sie wollen das nicht wahrhaben und nicht eingestehen. Oder ist das eine Art Geisteskrankheit oder Teil der europäischen Kultur?". Der simbabwische Präsident sagte, Cameron solle "zum Teufel gehen".
Mugabe zitierte auch seine Aussage aus dem Jahr 1995, als er behauptete, Schwule seien "schlimmer als Schweine und Hunde". Danach verhöhnte er den britischen Premier mit dem Satz: "Ich werde ihn nicht einen Hund nennen, weil dann mein eigenen Hund zu mir kommt und sich beschwert, dass er nichts getan habe."
Grund für die Aufregung: Großbritannien, bis 1980 Kolonialmacht in Simbabwe, erklärte vor wenigen Monaten, dass es die künftige Auszahlung von Entwicklungshilfe von der Menschenrechtssituation abhängig mache und Länder mit homophoben Gesetzen Kürzungen hinnehmen müssten (queer.de berichtete).
Simbabwe gehört zu den weltweit ärmsten Ländern und kämpft seit Jahren gegen Misswirtschaft und Hungersnöte. Mugabes Regime geht seit Mitte der 90er Jahre in einer Moralkampagne offen gegen Homosexuelle vor. Mugabe nutzte den Unzuchtsparagrafen auch, um politische Gegner auszuschalten. So ließ er seinen Vorgänger im Präsidentenamt, Canaan Banana, 1996 wegen angeblicher Homosexualität verhaften und verurteilen. Die homophobe Haltung der Regierung bedroht auch den Kampf gegen Aids: Derzeit ist rund ein Sechstel der Bevölkerung HIV-positiv. Dennoch weigert sich die Regierung beharrlich, mit Präventionskampagnen gegen die Infektion vorzugehen. In Gefängnissen sind sogar Kondome verboten. Das soll Insassen von gleichgeschlechtlichem Sex abhalten (queer.de berichtete). (dk)














