
In amerikanischen Blogs hat sich am Wochenende das Bild eines Marineinfanteristen wie ein Lauffeuer verbreitet, der nach seiner Rückkehr aus Afghanistan beherzt seinen Freund küsst. Es zeigt den Unteroffizier Brandon Morgan, der seinen Freund Dalan Wells einen leidenschaftlichen Schmatzer auf den Mund setzt. Morgan betrat nach monatelangem Auslandseinsatz erstmals wieder den Boden seines Heimatstaates Hawaii.
Als er das Foto auf seiner Facebook-Seite veröffentlichte, wurde es binnen weniger Stunden von hunderten Lesern kommentiert. Die meisten beglückwünschten das Paar, nur einige wenige kritisierten das Paar für seine "unmoralische" Aktion und posteten Bibelzitate.
Morgan bedankte sich am Sonntag für die ermutigende Resonanz:
An jeden, der sich positiv geäußert hat: Mein Partner und ich wollen uns bedanken. Dalan, der Hüne auf dem Foto, kann nicht glauben, wie sehr sich das Bild verbreitet hat. Wir haben das nicht gemacht, um bekannt zu werden. Wir haben das getan, weil wir uns nach drei Auslandseinsätzen und vier Jahren, die wir uns kennen, endlich gestanden haben, wie wir füreinander empfinden… Wenn der Hauptfeldwebel, der Kapitän, der Major und der Oberst um uns herum damit kein Problem hatten, warum sollte man sich aufregen, wenn hasserfüllte Menschen negative Kommentare schreiben?
Noch vor einem Jahr wäre ein derartiges Bild undenkbar gewesen: Bis Juli 2011 mussten lesbische oder schwule Soldaten ihre sexuelle Orientierung geheim halten oder ihre Entlassung befürchten. Erst Präsident Barack Obama beendete diese Diskriminierung gegen den Widerstand der meisten Republikaner (queer.de berichtete). Das Coming-out-Verbot war insgesamt 18 Jahre lang Gesetz. Insgesamt feuerten Coast Guard, Marines, Navy, Army und Air Force mehr als 13.500 Soldaten wegen ihrer sexuellen Orientierung. (dk)