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Kommentare zu:
Schützenverband will keine schwulen Paare


#1 Geert
  • 07.03.2012, 09:55h
  • Man kann diese Entscheidung bedauern oder begrüßen, ändern kann man sie nicht. Es handelt sich um einen katholischen Verband, und in Deutschland sind die Kirchen sogenannte Tendenzbetriebe, die in ihren Organisationen und Vereinen ihre Moralvorstellungen durchsetzen können.
    Aus diesem Grund ist auch juristisch nichts zu machen, wenn z.B. die Caritas eine lesbische Putzfrau entlässt, nur weil diese mit ihrer Freundin verpartnert ist.
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#2 was machenAnonym
  • 07.03.2012, 10:12h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • und wenn die herrschenden verhältnisse andere sind, dann werden die verbrecher "entlassen" bzw. unterworfen, die seit jahrhunderten und noch länger meinen, sich über andere erheben zu können.

    revolutionen sind die lokomotiven der geschichte!
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#3 RobinAnonym
  • 07.03.2012, 10:19h
  • Da sieht man wieder mal die streng katholische Ausrichtung der Schützenvereine.

    Und man sieht vor allem eines:
    wir brauchen endlich ein Antidiskriminierungsgesetz ohne Ausnahmen, das solche diskriminierenden Regeln gegen Schwule und Lesben ebenso verbietet wie gegen Farbige, etc.
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#4 carolo
#5 seb1983
  • 07.03.2012, 10:20h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Selbstverständlich ist sowas zu ändern. Gesetz sticht ja wohl Vereinssatzung, wenn die Kirche nun intern die Todesstrafe einführt lässt sich das auch nicht durchsetzen.
    Dieser Schutz von Tendenzbetrieben ist in erster Linie ein Einknicken vor der katholischen Kirche gewesen und gehört in der heutigen Form abgeschafft! Beim Priester und Bischof lass ich ja noch mit mir reden, wenn da Schwule meinen sie wollen mitspielen und müssen das nach außen dann eben verstecken als "Repräsentanten", aber bei hunderttausenden Arbeitsplätzen in "katholischen" Einrichtungen müssen übliche Gesetze gelten.

    Letztendlich verkommt die Aktion hier aber ohnehin zum peinlichen Lacher wenn ein Schwuler dann eine (professionelle?) Dame für seinen Einmarsch anmietet und das was jeder weiß nur noch offensichtlicher macht, da passt nur noch das Foto vom Herrn Bischof zum abheften
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#6 GayUserAnonym
  • 07.03.2012, 10:36h
  • 300.000 ???
    Da ist wohl mindestens eine Null zuviel.
    Laut Wikipedia ist "der Deutsche Schützenbund (kurz DSB) ist mit etwa 1,6 Millionen Mitgliedern der größte Schützenverband in Deutschland."
    Auf Platz zwei folgt "der Bund Deutscher Sportschützen 1975 e. V. (BDS) mit 45.000 Mitgliedern"
    Nicht das ich ein Fan von Schützenvereinen bin, aber wen interessiert dort was die Katholiban treiben??
    Es wird weiter schwule Schützenkönige geben und die Katholiken dürfen sich weiter über sinkende Mitgliederzahlen freuen
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#7 kb1975Anonym
  • 07.03.2012, 10:47h

  • Ich kann nicht nachvollziehen wie man als Schwuler in einem Verein mitmacht, der Schwule so kategorisch ablehnt, diskriminiert und offen bekämpft.
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#9 LSU AmigoAnonym
#10 SebiAnonym
  • 07.03.2012, 10:55h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • Und genau das ist der Grund, warum wir endlich ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz ohne Ausnahmen brauchen.

    Es kann nicht sein, dass eine sog. Kirche Homohass ausüben darf. Sonst könnte sich ja auch die NPD zur Kirche erklären und Ausländerhass als ihre Moralvorstellung erklären.

    Jeder hat sich an Grundrechte und Demokratie zu halten - ohne Ausnahme. Dass auf Druck der CDU/CSU Ausnahmen für Kirchen durchgesetzt wurden, ist ein Fehler, der dringend korrigiert werden muss.

    Ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz, das manchen explizit die Diskriminierung erlaubt ist ein logischer Widerspruch in sich selbst und eine Pervertierung der Grundidee. Das verdient den Namen nicht, sondern ist eher ein Diskriminierungs-Gesetz.

    Das beste Beispiel lieferst Du selbst:
    es kann nicht sein, dass ein konfessioneller Kindergarten eine lesbische Putzfrau rauswirft. Mal nebenher gesagt, wird der Kindergarten von uns Steuerzahlern bezahlt, die Kirche steckt sich nur die Lorbeeren an und will da ihr menschenverachtendes Weltbild durchsetzen.

    Fazit:
    solange Kirchen Sonderregeln bekommen und von Gesetzen ausgenommen sind, kann man weder von Trennung von Staat und Kirche noch vom demokratischen Grundprinzip der Gleichheit sprechen. Solange ist Deutschland keine echte Demokratie!
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#11 goddamn liberalAnonym
  • 07.03.2012, 10:56h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • "Aus diesem Grund ist auch juristisch nichts zu machen, wenn z.B. die Caritas eine lesbische Putzfrau entlässt, nur weil diese mit ihrer Freundin verpartnert ist."

    Sehr emanzipiert, Dein Fatalismus!

    Der juristische Rahmen ist nicht gottgewollt, sondern wird demokratisch gesetzt. Deswegen muss der verändert werden. Die Alternative wäre, demokratiefeindliche klerikale Insitutionen nicht mehr von den Steuergeldern einer Bevölkerung, die mittlerweile mehrheitlich konfessionsfrei ist, bezahlen zu lassen. Das ist alles machbar und keineswegs utopisch.
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#12 SebiAnonym
  • 07.03.2012, 10:57h
  • Antwort auf #7 von kb1975
  • "Ich kann nicht nachvollziehen wie man als Schwuler in einem Verein mitmacht, der Schwule so kategorisch ablehnt, diskriminiert und offen bekämpft."

    Ich auch nicht.

    Aber wenn jemand das möchte, soll er das auch können.

    Natürlich sind Schützenvereine extrem rechts. Aber das heißt nicht, dass man deren menschenverachtendes Weltbild akzeptieren muss.

    Wir brauchen ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz ohne Ausnahmen.
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#13 p lahmAnonym
#14 VolumeProProfil
  • 07.03.2012, 11:02hMönchengladbach
  • Liebe Redaktion,

    wie sehen es denn die anderen Schützen-Verbände?
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#15 Geert
  • 07.03.2012, 11:05h
  • Antwort auf #11 von goddamn liberal
  • Ich gebe dir völlig recht und ich wäre froh, wenn die Kirchen keine Kirchensteuer mehr bekommen würden, denn die macht sie faul und träge.
    Aber leider werden sich die Kirchen nicht die Butter vom Brot nehmen lassen. Sie haben immer noch so viel Macht, dass sie Wählermassen mobilisieren können, wie das Kreuz-Urteil gezeigt hat. Verpartnerte Schwulen und Lesben werden daher noch auf Jahrzehnten nicht bei der Caritas und anderen rk Organsationen arbeiten können und es wird auch in Jahrzehnten noch kein schwules Paar als Schützenkönige geben. Keine der größeren Parteien hat die Abschaffung der Kirchensteuer in ihrem Programm stehen. Man sollte nicht vergessen, dass Deutschland diesbezüglich immer noch eines der konservativsten Länder ist.
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#16 JoonasAnonym
  • 07.03.2012, 11:49h
  • Antwort auf #10 von Sebi
  • Volle Zustimmung!

    Es kann nicht sein, dass Kirchen/Sekten oder sonstwer Sonderregeln bekommt und über dem Gesetz steht.

    Das ist undemokratisch und eine Verhöhnung des Rechtsstaats.

    Wir brauchen ein AGG ohne Ausnahmen. Und eine strikte Trennung von Staat und Kirche, was insbesondere bedeutet, dass der Staat nicht mehr die Gehälter der Bischöfe bezahlt, irgendwelche Einrichtungen der Kirche bezahlt und Kirchensteuern eintreibt.

    Wenn die katholische Kirche z.B. einen Kindergarten betreiben will, soll sie das auch selbst bezahlen. Aber nicht aus Steuergeldern (auch von denen, die da gar nicht Mitglied sind). Was aus Steuern bezahlt wird, sollte neutral bleiben und nicht unter der Fuchtel der Kirche stehen.
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#17 MalteAnonym
  • 07.03.2012, 12:13h
  • Schützenverbände sind genauso deutschtümlerisch wie Kleingartenanlagen, Taubenzuchtverbände, etc.

    Das ist die hässliche, reaktionäre Seite Deutschlands.
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#18 panzernashorn
  • 07.03.2012, 12:26h
  • Antwort auf #12 von Sebi
  • @Sebi: völlige Zustimmung.

    "Wir brauchen ein Anti-Diskriminierungs-Gesetz ohne Ausnahmen."

    Meine Frage, da ich kein Jurist bin:

    Was bitte (wenn überhaupt) kann man bzw. können wir unternehmen, um ein solches in irgendeiner Weise "anzuleiern"?

    Ich glaube kaum, dass wir davon ausgehen können, dass die "christlichen" Parteien "freiwillig" dazu bereit sind, an den Pfründen ihrer ach so heiligen Kirche zu kratzen; aber es muss doch in einer angeblichen Demokratie Möglichkeit(en) geben, ein solch offensichtliches Unrecht anzugehen bzw. zu korrigieren.

    Ohne höchstrichterliches Urteil werden die wohl nicht in die Gänge kommen..............??
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#19 BjörnarAnonym
  • 07.03.2012, 12:29h

  • "Traditionelles Rollenverständnis"? Was denn als Nächstes, etwa das traditionelle Rassenverständnis?
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#20 goddamn liberalAnonym
  • 07.03.2012, 12:41h
  • Antwort auf #15 von Geert
  • "Ich gebe dir völlig recht und ich wäre froh, wenn die Kirchen keine Kirchensteuer mehr bekommen würden, denn die macht sie faul und träge."

    Wäre schon mal viel gewonnen, wenn die Kirchen keine ALLGEMEINEN STEUERN mehr bekämen. Wenn die ev. Kirche sich dann von einem inhumanen und rechtswidrigen rechten Rand ('Ev. Allianz' z. B.) trennen würde, dann darf der Staat meinetwegen auch gerne weiter gegen Gebühr Kirchensteuern eintreiben. Bei den Katholiken halte ich eine solche
    Selbstreinigung für unmöglich. Da hilft nur die Selbstauflösung.

    Die Trennung von Staat und Kirche bedeutet auch einen Kontrollverlust. V.a. dann, wenn die betreffende Kirche undemokratisch ist. Das sieht man an den de facto völlig durchklerikalisierten USA. Da wäre mehr klerikale Faulheit und Trägheit a la Skandinavien sehr heilsam.
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#21 MarekAnonym
  • 07.03.2012, 13:08h
  • Antwort auf #18 von panzernashorn
  • Als erstes sollten wir nur solche Parteien wählen, die ein AGG ohne Ausnahme wollen. Und keine andere.

    Das sind in der Regel dann auch die Parteien, die volle rechtliche Gleichstellung (inkl. Eheöffnung, Adoptionsrecht, Art. 3 GG, etc.) wollen.

    Außerdem kann man natürlich bis vors BVerfG gegen diskriminierende Gesetze klagen. Aber dafür bräuchten wir erst mal die Gleichstellung in Art. 3 GG. Denn solange wir schon per Grundgesetz diskriminiert werden, fallen solche Klagen sehr schwer.
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#22 panzernashorn
  • 07.03.2012, 13:35h
  • Antwort auf #21 von Marek
  • Vielen Dank, Marek, für die Erläuterung.

    So ähnlich dachte ich es mir, hoffte aber, dass es vielleicht einen besseren oder schnelleren Weg auf Verwirklichung unserer berechtigten Ziele gäbe.

    Was mich allerdings sehr traurig macht, ist die Tatsache, dass solche Ungerechtigkeiten, gepaart mit faschistischer Menschenverachtung, weiterhin ungestraft Bestand haben.
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#23 AramisEhemaliges Profil
  • 07.03.2012, 13:43h
  • "nach dem Regeln der katholischen Kirche"?????

    dann sollten katholische Würdenträger bei solchen Veranstaltungen nur noch in Begleitung ihrer minderjährigen Mißbrauchsopfer erscheinen dürfen...
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#24 FoXXXynessEhemaliges Profil
  • 07.03.2012, 16:06h
  • Als ich gestern Abend einen Bericht darüber in der Sendung "WDR Aktuell" gesehen habe, hätt ich am liebsten in den Fernseher springen und dem Kerl, der diese schändliche Regel auch noch vertrat, die obligatorische Torte ins Gesicht geklatscht! Hoffe, daß irgendwann mal jemand diese miese Möpp von der Schützenbruderschaft abpaßt und einglittert oder tortet!
  • Antworten » | Direktlink »
#25 finkAnonym
  • 07.03.2012, 16:14h
  • Antwort auf #1 von Geert
  • "Aus diesem Grund ist auch juristisch nichts zu machen, wenn z.B. die Caritas eine lesbische Putzfrau entlässt, nur weil diese mit ihrer Freundin verpartnert ist."

    du bist nicht auf dem neuesten stand. es gab inzwischen mehrere urteile, die entlassungen oder nichteinstellungen bei personal, das nichts mit dem "verkündigungsbereich" zu tun hatte, für unzulässig, weil diskriminierend erklärten. da ist also juristisch noch platz nach oben. erst recht natürlich politisch, denn wie schon richtig angemerkt wurde: nichts muss bleiben, wie es ist.

    wie dein demonstrativer fatalismus gegenüber diskriminierenden strukturen mit deiner absurden selbsteinschätzung als "emanzipiert" zusammenpassen soll, das möchte ich von dir am liebsten nicht mal mehr erklärt haben.
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#26 Timm JohannesAnonym
  • 07.03.2012, 18:09h
  • @Geert
    Es ist zwar richtig, dass die Kirchen Tendenzbetriebe sind und bisher (!) ein Sonderrecht in Deutschland aufgrund der Übernahme einiger Artikel der Weimarer Verfassung in das deutsche Grundgesetz genießen.

    Erstens aber handeln längst nicht alle christlichen Kirchen so diskriminierend wie die katholische Kirche: in anderen christlichen Kirchen wie beispielsweise bei den Lutheranern und den Landeskirchen der EKD dürfen offen homosexuelle Pfarrer und Pfarrerinnen ("also auch Frauen !") im Pfarrhaus wohnen und leben; und verpartnerte homosexuelle Paare erhalten in diesen Kirchen einen öffentlichen Segnungsgottesdienst und werden bei der Diakonie nicht entlassen, sondern können dort offen in der Diakonie an ihrem Arbeitsplatz tätig sein.

    Daher diese diskriminierende Haltung legt in Deutschland in erster Linie nur die Katholische Kirche an der Tag !

    Und wenn Du schreibst, dagegen kann man NICHTS machen, da wäre ich mir nicht so sicher, an deiner Stelle.

    Die Linkspartei, die Piratenpartei , die SPD und auch die Grünen fordern, dass das ALLGEMEINE GLEICHBEHANDLUNGSGESETZ geändert wird:

    *
    www.gesetze-im-internet.de/agg/

    Bisher gibt es dort die Ausnahmeklausel des § 9 AGG, den die CDU dort hineindiktiert hat:

    *
    www.gesetze-im-internet.de/agg/__9.html

    Sollte Rot/Grün an die Macht kommen, wird sicherlich dieser Paragraph geändert, und zukünftig sind dann keine Diskriminierungen mehr seitens der Katholiken möglich, soweit die Kirche als Arbeitgeber oder in Vereinen der Brauchtumspflege auftritt.

    Daher auch hier gilt: Paragraph 9 des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes gehört geändert und dann ist zumindest in Deutschland Schluss mit der elenden Diskriminierung seitens der Katholischen Kirchenleitung.
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#27 finkAnonym
  • 07.03.2012, 18:43h
  • Antwort auf #26 von Timm Johannes
  • ja, wieder mal ist die katholische kirche _noch_ engstirniger. aber wieder einmal geht es nicht wirklich um ein fundamental anderes problem, sondern nur um einen graduellen unterschied zur evangelischen kirche.

    als arbeitnehmer bei der diakonie z.b. aus der kirche auszutreten ist je nach region nämlich auch nicht so richtig lustig. die leitung eines diakonischen betriebs versucht solche mitarbeiter nämlich u.u. ebenfalls rauszuschmeißen. oder sie gar nicht erst einzustellen, egal, ob das bekenntnis irgendetwas mit der stellenbeschreibung zu tun hat. hier greift genau das selbe unsinnige gesetz, das es den kirchen erlaubt, das privatleben ihrer mitarbeiterInnen arbeitsrechtlich zu sanktionieren. und zwar in betrieben, die größtenteils aus allgemeinen steuermitteln finanziert werden.

    eine schande für ein angeblich aufgeklärtes land.

    dieses gesetz gehört restlos gestrichen - oder wahlweise die staatliche förderung solcher betriebe.
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#28 MARIA HELLWIGAnonym
#29 GeorgB
  • 08.03.2012, 00:36h
  • Antwort auf #26 von Timm Johannes
  • "Sollte Rot/Grün an die Macht kommen, wird sicherlich dieser Paragraph geändert, und zukünftig sind dann keine Diskriminierungen mehr seitens der Katholiken möglich"

    Davon träumst du aber auch nur. Der Dreifaltigkeit an der SPD-Spitze ist das Verhältnis zur Kirche erklärtermaßen besonders wichtig. Einen Antrag auf Gründung einer laizistischen SPD-Arbeitsgruppe nahmen Nahles (Biografie "Frau, gläubig, links"), Sigmar Gabriel ("gegen die Trennung von Staat und Kirche" s. s. Facebook-Profil) und Frank-Walter Steinmeier ("Die Kirchen sind unverzichtbar für das Gemeinwesen. Sie können bieten, was die Politik nicht leisten kann", Steinmeier bei der Tagung der Katholischen Akademie am 02.02.2012 in Berlin) erst gar nicht zur Abstimmung an. Die rütteln, wenn sie an die Regierung kommen, aber so gar nicht am Recht der Kirchen. Ganz im Gegenteil wird vom Dreigestirn gern betont, dass die große Nähe zu den Kirchen common sense in der SPD sei.

    In der Richtung mach ich mir gar keine Hoffnungen. Meine Hoffnungen gehen in Richtung EU, die Deutschland in solchen Sachen bereits des öfteren an die Kandarre genommen haben. So läuft meines Wissens auch derzeit wegen dieses § 9 eine Prüfung, ob die Antidiskriminierungsrechts-Vorgaben in Deutschland ausreichend umgesetzt wurden. Nur von da erhoffe ich mir Hilfe gegen diese klerikale Politikerkaste in Deutschland, bei der es möglich ist, dass eine Theologin Wissenschaftsministerin ist und im letzten Jahr eine Ministerpräsidentin (Fr. Kraft in NRW) bei der Frage, ob NRWler an einem bestimmten Feiertag ins Theater gehen dürfen oder alle alle alle nicht dürfen, nicht ihr Rechtsamt fragt, sondern ein theologisches Gutachten bei der Kirche einholt. Dass in solchen Fragen, die auch Nichtreligiösen ihr Leben vorschreiben wollen, der Wächterrat befragt wird, kannte ich bislang nicht aus Deutschland, sondern nur aus Gottesstaaten. Aber Frau Kraft ist auch SPD.

    Also erhoff dir mal nicht, dass die SPD den § 9 AGG antastet.
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#30 Timm JohannesAnonym
  • 08.03.2012, 04:52h
  • Antwort auf #27 von fink
  • @fink
    Das die evangelischen Landeskirchen sich ihre Beschäftigten entsprechend der Religionszugehörigkeit aussuche, halte ich für rechtlich akzeptabel (auch bei der Diakonie); gleiches gilt für die Katholische Kirche (auch bei der Caritas). Wer aus der Kirche austritt, muss damit rechnen, dass er seine Anstellung bei der Kirche verliert.

    ABER KEIN Arbeitgeber -egal welche Religion oder welche Kirche auch immer - darf einen homosexuellen Beschäftigten entlassen, wenn er sich am Standesamt verpartnert bzw. in einigen Jahren dann verheiratet: UND die evangelische Kirche als Arbeitgeber (inklusive Diakonie) macht dies auch nicht, denn Ihre eigene Theologie akzeptiert homosexuelle Paare und entsprechende befürwortende Grundsatzdokumente und Richtlinien für homosexuelle Mitarbeiter wurden bereits sehr positiv erarbeitet und von den Synoden verabschiedet. Ebenso gilt dies für eine Reihe anderer protestantischer Freikirchen sowie bei den Anglikanern und Altkatholiken ("auch wenn die aus historischen Gründen in Deutschland weniger zahlenmäßig") von Bedeutung sind.

    Was Du als "graduellen" Unterschied in deiner atheistischen Agitation bezeichnest, fink, ist daher in Wahrheit ein elementarer und zentraler Unterschied zwischen diesen liberalen/gemäßigten Kirchen und auf der anderen Seite den eher reaktionären und konservativen Kirchen, von denen die Katholische Kirche hier in Deutschland die bedeutendste Kirche ist.

    Homosexuelle Menschen, die zum Standesamt gehen, sind bei der evangelischen Kirche als Arbeitgeber willkommen und vollauf akzeptiert: bei der Katholischen Kirche sieht dies aber anders aus. Dort gibt es nur vereinzelte katholische Bischöfe, die hier eine abweichende Meinung zu Ratzinger und Vatikanleitung vertreten. Und daher, fink, eine solche Meldung, wie diese aktuelle Meldung, dürftest du zu einem evangelisch geprägten Schützenverein nicht finden: sowas kann nur bei den Katholiken passieren.
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#31 userer
  • 08.03.2012, 08:22h
  • 1. Schwule Schützenkönige sind selber schuld.
    2. Kann vielleicht jemand Timm Johanna die Copy-und-Paste-Funktion lahmlegen, damit diese ewig gleiche Litanei mal aufhört zu quietschen?
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#32 finkAnonym
  • 08.03.2012, 09:26h
  • Antwort auf #30 von Timm Johannes
  • "Das die evangelischen Landeskirchen sich ihre Beschäftigten entsprechend der Religionszugehörigkeit aussuche, halte ich für rechtlich akzeptabel."

    nein. dass ein "kirchlicher" kindergarten, der fast ausschließlich aus staatlichen mitteln finanziert wird, eine putzfrau entlässt oder nicht erst einstellt, weil sie kein kirchenmitglied ist, das ist NICHT akzeptabel. das ist blanke, arrogante, überflüssige, nicht zu rechtfertigende und hoffentlich bald wirklich verbotene diskriminierung.
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#33 Timm JohannesAnonym
  • 08.03.2012, 10:48h
  • Antwort auf #32 von fink
  • @fink
    ->"nein. dass ein "kirchlicher" kindergarten, der fast ausschließlich aus staatlichen mitteln finanziert wird, eine putzfrau entlässt oder nicht erst einstellt, weil sie kein kirchenmitglied ist, das ist NICHT akzeptabel.

    Das bewerte ich natürlich anders: Kirchen haben als Arbeitgeber das Recht, ihre Mitarbeiter entsprechend der Religion auszusuchen. Sie müssen keine andersgläubigen oder atheistischen Mitarbeiter beschäftigen. Wenn eine Schule, ein Kindergarten oder ein Krankenhaus einer Kirche gehört, haben diese Kirchen diese Grundstücke und dieses Gebäude einst zu Beginn finanziert oder mit dieser Tätigkeit und dem Aufbau dieser Institution begonnen.

    Du kannst diese privaten oder kirchlichen Schulen oder Kindergärten die staatlichen Mittel seitens der Politik entziehen, falls dies Dir nicht passt: und das wäre rechtlich dann auch okay.

    Aber Du kannst nicht einer Rechtsperson, wie es die Kirchen nunmal sind, vorschreiben, wie sie ihre Mitarbeiter bezüglich der Religion aussuchen.

    Was Du aber wiederum rechtlich kannst und das bewerte ich dann genauso wie Du, ist vorzuschreiben, dass Kirchen nicht als Arbeitgeber aufgrund der sexuellen Orientierung diskriminieren dürfen und sie nicht homosexuelle Mitarbeiter oder verpartnerte homosexuelle Mitarbeiter entlassen dürfen.

    Ein staatliches Verbot der Diskriminierung wegen der sexuellen Orientierung bezüglich des Gangs zum Standesamt bezüglich der Kirchen ist rechtens.

    Und ich halte es für akzeptabel, dass die Kirchen als Arbeitgeber ihre Mitarbeiter entsprechend der Religion aussuchen dürfen.
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#34 stromboliProfil
  • 08.03.2012, 14:46hberlin
  • Antwort auf #33 von Timm Johannes
  • "Und ich halte es für akzeptabel, dass die Kirchen als Arbeitgeber ihre Mitarbeiter entsprechend der Religion aussuchen dürfen."
    Nun dann dürfen sie auch andere kriterien ihrer religionssekten als maßstäbe anführen ,die eine "mitarbeit" unmöglich macht..; zugehörigkeit zu einer anderen sekte oder ficken ohne trauschein mag ja altmodisch überkommen sein , ist aber teil der "inneren werte" die solche sekten zusammenhält.

    Also ich finde in diesem, deinem sinne eine ablehnung von homosexuellen als mitarbeiter, entsprechend den sonstigen anforderungen und erwartungen religiös vernebelter, überaus angemessen.
    Warum hier mit zweierlei maß urteilen wollen nur weil du zufällig einen mann vögelst...
    Man muss deine "logik" eben nur zu ende denken um zum kern seiner unlogik vorzudringen..
    ansonsten wie gehabt: opportunistisches gewäsch!
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#35 stromboliProfil
  • 08.03.2012, 14:52hberlin
  • Antwort auf #32 von fink
  • sofortiger entzug ALLER staatlicher förderungsmittel..
    so wie die bet-trulla im vergleichbaren bei den homophoben staaten deren entwicklungshilfen einfordert, so auch im innerstaatlichen endlich flagge zeigen..
    so weiter gemacht, lernen wir von tinnitus sogar wie wir die religiösen im eigenen lande stoppen können..; der macht sich noch als emanzipationswilliger!
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#36 TrümmertunteAnonym
#37 alexander
  • 08.03.2012, 17:06h
  • Antwort auf #36 von Trümmertunte
  • so wie es im moment ausschaut, werden wir nicht rot/grün bekommen, sondern wieder mal rot/schwarz ! in diesem land scheint sich auf grund von mangel an kompetenten politikern wieder nichts zu ändern !
    mir graut vor der nächsten BT-wahl, statt besser, wird es immer schlimmer, was soll man denn bitte mit gutem gewissen noch wählen ?
    DAS GROSSE VAKUUM ?

    keine partei in diesem land verfügt noch über politiker, die wählbar und glaubwürdig sind , von kompetenz ganz zu schweigen !!!

    und wenn ich mir den sogenannten nachwuchs anschaue, bekomme ich das ganz grosse grausen, nur geklonte schafe !

    wenn das so bleibt, kommt wieder mal ein "grosser retter", der alles zum guten wendet ? wunderbar, hatten wir alles schon mal !
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#38 finkAnonym
  • 08.03.2012, 20:49h
  • Antwort auf #33 von Timm Johannes
  • erklärst du mir bitte, weshalb es für dich okay ist, wenn ein betrieb aufgrund der weltanschauung diskriminiert, aber nicht, wenn er es aufgrund der lebensweise tut? beides ist privat und hat mit der arbeitsleistung nichts zu tun (wir reden hier nicht von missionsstationen, sondern von krankenhäusern, altenheimen, kindergärten, schulen).

    was die förderung angeht: dass die kirchen alle betriebe, die sie führen "zu beginn" finanziert haben sollen, halte ich zum ersten für ein gerücht und wäre mir zum zweiten wurscht. es geht um die heutige finanzierung. es kann nicht angehen, dass der staat betriebe finanziert, die nach und laune in das privatleben der angestellten hineinquatschen. ein krankenhaus wird nicht vom staat mitfinanziert, damit dort mission betrieben wird oder damit dort gläubige arbeitnehmer gegenüber anderen bevorteilt werden, sondern damit dort kranke geheilt werden.
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#39 finkAnonym
#40 TreegProfil
#41 Frank-Georg KaunAnonym
  • 09.03.2012, 14:13h
  • Hallo zusammen,

    Ich kann und will es einfach nicht verstehen, dass es immer noch Schwule gibt die Mitglied der röm. kath. Kirche sind. Als aktiver Katholik ist es mir schwer gefallen auszutreten.Danach ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Wenn heute ein Komentar vom Rom kommt geht der an mir vorüber wie ein Morgenwind. Ich bin in die alt kath. Kirche eingetreten, dort werde ich als Schwuler so genommen wie ich bin.Sie sollten einmal einen Artikel über die alt kath.Kirche bringen, denn mir war diese Kirche auch unbekannt.
    Ein amerikanischer Professor (den Namen habe ich leider vergessen )sagte einmal, die grösste Ansammlung von Homosexuellen in der Welt nennt man Vatikan, und ein preussischer General sagte : Der grösste Feind konnt immer aus den eigenen Reihen.

    Viele Grüße

    Frank-Georg Kaune
  • Antworten » | Direktlink »
#42 LorenProfil
#43 userer
#44 finkAnonym

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