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- 07. März 2012 2 Min.

Die chilenische Öffentlichkeit reagierte empört auf den Überfall
In Chile erregt ein vermutetes Hassverbrechen an einen jungen Schwulen die Öffentlichkeit: Der 24-jährige Daniel Zamudio wurde in der Nacht zum Samstag brutal überfallen und liegt inzwischen in einem künstlichen Koma. Ihm wurde ein Hakenkreuz auf den Bauch eingeritzt.
Zamudio war im Parque San Borja in Chile mit schwersten Verletzungen gefunden worden, der oder die Angreifer hatten ihn mit scharfen Gegenständen attackiert. Der junge Mann wurde eingeliefert mit schweren Verletzungen am ganzen Körper, darunter auch am Kopf, und mehreren Knochenbrüchen, einem teilweise abgeschnittenen Ohr und Abdrücken von Zigaretten an Bauch und Bein. Ärzte versetzten ihn bereits am Samstag auf Grund der schweren Verletzungen in ein künstliches Koma, halten den Zustand aber für nicht lebensgefährlich. Emilio Villalon, Direkor des Krankenhauses Posta Central, sagte, selbst von dem Hakenkreuz würde am Ende kaum eine Spur übrig bleiben.
Medien, die Aufnahmen des schwer zugerichteten Körpers Zamudios zeigten, und Politiker verurteilten den Vorfall scharf. Innenminister Rodrigo Hinzpeter sagte, man werde ein bereits geplantes Antidiskriminierungsgesetz nun so schnell wie möglich verabschieden. Vor dem Krankenhaus hatten am Dienstag Homo-Aktivisten demonstriert, die Unterstützung im Kampf gegen Gewalt und Diskriminierung einforderten. Der chilenische Senat hat am gleichen Tag einstimmig für einen Beschluss gestimmt, der die "volle Solidarität mit Daniel und seiner Familie" ausdrückt und die Justiz zu einem entschlossenen Handeln aufruft.

Mit diesem Bild von Daniel Zamudio sucht die Gruppe Movilh nach Zeugen
Die chilenische LGBT-Gruppe Movilh beteiligte sich öffentlich an der Demonstration und an der Suche nach Zeugen. Jaime Parada sprach von einer "schweren Situation", die traurig sei für die Gesellschaft: "Wir verdammen dieses gewaltvolle Verbrechen, das auf der Gleichheit und Würde aller Menschen herumtrampelt. Wir bitten die chilenischen Behörden, die Schuldigen vor Gericht zu bringen. Ein solch hasserfülltes Verbrechen darf nicht ungesühnt bleiben." Daniel und seine Familie seien im Herzen einer ganzen Nation angekommen. "Das ist, inmitten dieser Tragödie, ein ermutigendes Zeichen."
Movil geht von einer homophoben Attacke aus, Schwule seien öfters Opfer von Rechtsradikalen. Die Mutter des Opfers sagte, ihr Sohn sei bereits in der Vergangenheit von Neonazis verbal belästigt worden. Der Fall hatte über die Langesgrenzen hinweg in ganz Lateinamerika für Aufmerksamkeit und Betroffenheit gesorgt.
Der schwule Sänger Ricky Martin, der aus Puerto Rico stammt, hatte sich ebenfalls zu der Gewalttat geäußert: "Kein Hass mehr, keine Diskriminierung! Ich hoffe, dass jetzt Gerechtigkeit waltet." Via Twitter wünschte er Daniel und seiner Familie alles Gute. (nb)
Links zum Thema:
» Movilh bei Facebook















Gut so.
17. November 2011, Welt online, Pfarrer Gauck: "Von dem Vorschlag, für die Opfer der gerade bekanntgewordenen Mordserie von Neonazis einen Staatsakt zu veranstalten, halte ich nichts."