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  • 07. März 2012 33 2 Min.

Dieses Bild verbreitete die Organization of Women´s Freedom In Iraq zu ihrer Berichterstattung. Es ist unklar, was es zeigt.

Im Irak sind im Februar offenbar über 40 Männer und Frauen wegen einer vermuteten Homosexualität ermordet worden. Darauf weisen die International Gay & Lesbian Human Rights Commission (IGLHRC) und die Organization of Women's Freedom In Iraq hin.

Den Angaben der beiden Organisationen zufolge waren Anfang Februar in schiitischen Stadtteilen von Bagdad, Basra und anderen Städten relegrechte Todeslisten aufgetaucht: Sie benannten Namen, Alter und teilweise die Adresse von angeblichen Schwulen sowie auch Lesben. Auf den teilweise öffentlich ausgehangenen Flugblättern sollen Milizen die Personen aufgefordert haben, sich innerhalb weniger Tage von ihrem sexuellen Verhalten loszusagen, ansonsten würden sie ermordet.

Am 6. Februar soll es zu den ersten von insgesamt 42 bekannten Morden gekommen sein. Die Opfer wurden den Organisationen zufolge von Hochhäusern gestürzt oder mit Betonsteinen erschlagen. Es gibt auch Berichte von ausdauernder Folter und der Abtrennung von Körperteilen vor dem eigentlichen Mord.


Mit Listen wie dieser soll die Todesjagd auf Schwule begonnen haben (Bild: Organization of Women’s Freedom In Iraq)

Cary Alan Johnson, Vorsitzender der IGLHRC, forderte, dass die irakischen Behörden die Verfolgung und Ermordung von Homo­sexuellen beenden und die Verantwortlichen vor Gericht stellen: "Es gibt keine Entschuldigung für solche barbarischen Taten." Die Organization of Women's Freedom In Iraq forderte das Ausland zur Unterstützung auf. Die deutsche Bundes­regierung hatte die Lage von Homo- und Trans­sexuellen im Irak vor zwei Jahren als "besorgniserregend" bezeichnet (queer.de berichtete).

Meldungen über die Verfolgung von Homo­sexuellen im Irak gibt es immer wieder und sind selten überprüfbar. 2009 hatte die IGLHRC schon einmal über eine Flugblätter-Kampagne gegen Homo­sexuelle gesprochen. Auch die verlässliche Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch nahm sich in einer längeren Dokumentation dem Thema an (queer.de berichtete).

Zwar gebe es Vermutungen, so die HRW damals, dass bis zu mehrere hunderte Personen Opfer von solchen Kampagnen gewesen sein könnten, eine genaue Zahl lasse sich aber wegen der Scham der Angehörigen und dem Desinteresse der Behörden kaum ermitteln. Die Berichte in der Dokumentation "They Want Us Exterminated", die als gesichert gelten dürfen, sind erschütternd. Es kommen auch Personen zu Wort, die dem Tod entfliehen konnten. (nb)

-w-

#1 finkAnonym
#2 Geert
  • 07.03.2012, 17:24h
  • Erschreckend! Die islamischen Länder werden immer fundamentalistischer. Das was heute im Iran und im Irak abläuft, wird morgen in Ägypten, Libyen und im Libanon geschehen, danach in Syrien, wenn man Assad weggebombt hat und irgendwann vielleicht auch in der Türkei, wenn sich dort die Fundamentalisten unter Erdogan stärker durchsetzen. Die fundamentalistischen Moslems sind und bleiben die größte Gefahr für schwule Männer.
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#3 Geert
  • 07.03.2012, 17:29h
  • "Die Opfer wurden den Organisationen zufolge von Hochhäusern gestürzt oder mit Betonsteinen erschlagen. Es gibt auch Berichte von ausdauernder Folter und der Abtrennung von Körperteilen vor dem eigentlichen Mord."

    Schiitische Rechtsgelehrte schreiben für die Tötung von Homosexuellen vor, dass sie zunächst von einem hohen Berg gestürzt und dann gevierteilt werden müssen. Erst danach dürfen sie getötet werden.
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