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- 08. März 2012 2 Min.

Die Schüler in Utah werden dank des Gesetzes ein ganzes Stück dümmer sein als anderswo
Das von Republikanern kontrollierte Parlament des Mormonenstaats Utah hat Lehrern in den Schulen des Staates verboten, über Verhütung oder Homosexualität zu sprechen.
Der Senat hat den Gesetzentwurf am Dienstag mit 19 gegen zehn Stimmen angenommen, zuvor hatte bereits das Repräsentantenhaus mit 45 zu 28 für das Verbot votiert. Der republikanische Gouverneur Gary Herbert hat noch nicht zu dem Gesetz Stellung genommen. Er hat sich aber in der Vergangenheit gegen Homo-Rechte ausgesprochen, so hat er unlängst gegen einen Antidiskriminierungsschutz für sexuelle Minderheiten gestimmt.
Der verabschiedete Entwurf untersagt Lehrern, über "Feinheiten von Sex, sexuelle Stimulation, erotische Verhaltensweisen, Homosexualität, Verhütungsmethoden und sexuelle Aktivität außerhalb der Ehe" zu sprechen. In keinem anderen Bundesstaat gibt es bislang ein derart restriktives Gesetz. Sexualkundeunterricht dürfte zwar in der Zukunft freiwillig besucht werden, allerdings haben Lehrer bereits Zweifel geäußert, ob dieses Fach angesichts der vielen Verbote überhaupt noch sinnvoll unterrichtet werden kann.
Gesetz entspricht "nicht der Realität"
Demokratische Abgeordnete haben teils heftig gegen das Gesetz protestiert. So erklärte der Abgeordnete Brian King: "Obwohl sich viele von uns wünschen, dass unsere Söhne und Töchter keusch bleiben, bis sie heiraten, wissen wir, dass dieser Wunsch nicht der Realität entspricht." Daher sei die Schule verantwortlich, den Jugendlichen in diesen Fragen zu helfen und nicht "den Kopf in den Sand zu stecken". Das sei insbesondere deshalb wichtig, weil "die meisten Eltern" ihre Kinder nicht ausreichend aufklärten.
Der Sexualkundeunterricht wird in den USA äußerst ideologisch diskutiert. Insbesondere die Republikaner sehen ihn als Grund, warum Jugendliche Sex haben, was allerdings mehrfach in Studien widerlegt wurde. Derzeit ist es in 37 der 50 Staaten Pflicht, im Sexualkundeunterricht auch für Enthaltsamkeit zu werben. In 26 Staaten müssen Lehrer Sexlosigkeit sogar als einzige sichere Methode anpreisen, um Schwangerschaften und sexuell übertragbare Krankheiten zu verhindern.
Auch in anderen konservativen Staaten wird derzeit über Gesetzesverschärfungen diskutiert, die sich ausdrücklich gegen Homosexuelle richten. So wollen Abgeordnete in Tennessee Mobbing gegen Homosexuelle an Schulen und Universitäten erlauben - allerdings nur, wenn das religiös begründet wird (queer.de berichtete). (dk)














