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Roger Helmer
EU-Abgeordneter vergleicht Homo-Ehe mit Inzest
- 09. März 2012 2 Min.

Roger Helmer sieht Europa und Schwule als Gefahr für sein geliebtes England
Der britische Europaabgeordnete Roger Helmer hat sich gegen die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben ausgesprochen, weil dann auch Inzest und Vielehen anerkannt werden müssten.
Helmer vertritt diese These in seinem Blog Straight Talking – und unterstützt darin insbesondere den katholischen Erzbischof Keith O'Brien, der vor wenigen Tagen die Ehe-Öffnung mit Sklaverei verglichen hatte (queer.de berichtete): "Erzbischof O'Brien argumentiert vernünftig, wenn er davor warnt, mit der Institution Ehe zu experimentieren. Man kommt schnell in trübes Wasser. Wenn zwei Männer heiraten dürfen, warum dann nicht auch drei Männer? Oder zwei Männer und eine Frau? Er hätte noch weiter gehen können. Was ist mit einer Kommune? Und wenn zwei Männer das Recht auf Ehe haben, warum dann nicht auch Geschwister? Sollten wir Inzest erlauben?".
Der 68-jährige Politiker war bereits vor einem Jahr mit einem homofeindlichen Vergleich in die Schlagzeilen geraten: Damals hat er die "Heilung" von Homosexuellen mit geschlechtsanpassenden Operationen gleichgesetzt (queer.de berichtete). 2009 hatte er argumentiert, dass Homophobie eine Erfindung von schwul-lesbischen Aktivisten sei und "als Propagandamittel gegen Menschen mit konventionellen Einstellungen" eingesetzt werde.
Übertritt zu Rechtspopulisten
Helmer ist bereits seit 1999 Abgeordneter im Straßburger Parlament. Bis vor wenigen Tagen war er ein Mitglied der konservativen Partei von Premierminister David Cameron. Er verließ die Tories am Wochenende und trat der rechtspopulistischen UK Independece Party (UKIP) bei. Die nationalistische Partei setzt sich insbesondere für einen Austritt Großbritanniens aus der EU ein, will die Zahl der Ausländer im Land senken und spricht sich auch offen gegen Homo-Rechte aus. Im Europaparlament bildet die UKIP eine Fraktionsgemeinschaft mit anderen Rechtspopulisten wie der italienischen Lega Nord und den "Wahren Finnen".
Einer der Kritikpunkte Helmers an seiner alten Partei ist die Einstellung gegenüber der Homo-Ehe: Die Tories wollen auf Druck des liberalen Koalitionspartners die Ehe-Öffnung bis 2015 unterstützen (queer.de berichtete). (dk)















Aber was hat Homosexualität bitteschön mit Inzest zu tun?