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Der BHDS will das "traditionelle Rollenverständnis" fördern (Bild: Screenshot BHDS-Werbebroschüre)

Die Anti­diskriminierungs­beauftragte und der Lesben- und Schwulenverband üben scharfe Kritik am katholischen Schützen-Dachverband, der künftig schwulen Schützenkönigen eine Frau zur Seite stellen will. Auch Harald Schmidt macht sich inzwischen über die Posse lustig.

"Der 'Bund der Historischen Schützenbruderschaften' ist auf dem besten Weg, sich völlig lächerlich zu machen", erklärte LSVD-Sprecher Günter Dworek am Freitag. Zuvor hatte der 300.000 Mitglieder zählende Schützenbund angekündigt, dass schwule Schützenkönige bei offiziellen Anlässen nicht an der Seite ihres Lebenspartners auftreten dürfen, sondern ihnen eine Frau zur Seite gestellt werden muss (queer.de berichtete). Anlass war der Fall des schwulen Schützenkönigs Dirk Winter aus Münster, der im letzten Jahr nicht an der Seite des Partners laufen durfte (queer.de berichtete). Die Satzungsänderung soll am Sonntag in Leverkusen beschlossen werden.

In diesem Vorhaben zeige sich "ein erschreckender Mangel an menschlichem Respekt", erklärte Dworek. Der BHDS berufe sich dabei auf die Tradition, allerdings seien "Ausgrenzung, Abwertung anderer Lebensentwürfe und Scheinheiligkeit schlechte Traditionen", argumentiert der LSVD-Sprecher. "Der Verband sollte mit der diskriminierenden Tradition brechen und in der Jetztzeit ankommen."

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Antidiskriminierungsbeauftragte kritisiert "Signal der Intoleranz"


Christine Lüders

Christine Lüders, die Anti­diskriminierungs­beauftragte des Bundes, bezeichnete das Vorgehen der katholischen Schützen gegen Schwule als "Signal der Intoleranz": "Ich finde es befremdlich, dass die Schützen schwule Königspaare nicht dulden wollen", sagte Lüders. Sie bezweifelte, dass die geplante Satzungsänderung mit dem Diskriminierungs­verbot in Einklang zu bringen ist.

Für Satiriker sind die Pläne des Schützenverbandes dagegen ein gefundenes Fressen. So hat sich Harald Schmidt am Donnerstag in seiner Sat.1-Show über den BHDS lustig gemacht: "Schwule Schützenkönige erfüllen doch ihre Pflicht genauso gut wie Heteros. Wo sie sich vielleicht ein bisschen schwerer tun, ist später bei der Feier bei der Entjungferung der minderjähirgen Bürgermeistertochter", kalauerte der 54-Jährige. Und weiter: "Warum braucht ein schwuler Schützenkönig überhaupt noch eine Frau als Partnerin - es genügt doch, wenn er beim Wettbewerb die Hand an der Büchse hat". (dk)

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#1 panzernashorn
  • 09.03.2012, 17:54h
  • Das Ganze ist doch zunehmend nur noch als lächerlich zu bezeichnen, wobei ich die Schwulen wirklich nicht verstehe, die unbedingt in solchen faschistischen, diskriminierenden Verbänden Mitglied sein wollen.

    Mir schwebt dabei immer der Vergleich vor Augen von Fröschen, die den Wahn hätten, unbedingt im Storchennest wohnen wollen.............

    Die Angelegenheit ist eigentlich dermaßen widerlich, dass ich fast ein Antiemetikum einnehmen müsste, um nicht zu kotzen...............
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#2 stromboli
  • 09.03.2012, 18:47hberlin
  • Antwort auf #1 von panzernashorn
  • "wobei ich die Schwulen wirklich nicht verstehe, die unbedingt in solchen faschistischen, diskriminierenden Verbänden Mitglied sein wollen."

    Genau!
    Demnächst interveniert der lsvd, wenn die npd einem homopärchen die mitgliedschaft im NS-familienbeirat verwehrt...

    Sicher diskriminierung und ausgrenzung ist eine wichtige sache wogegen wir uns wehren müssen.
    Aber wir müssen auch die inhalte jener organisationen bedenken in die es uns hinzieht wie die motten das licht.
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#3 sweetboy
  • 09.03.2012, 19:09h
  • Das Problem ist das es häufig in den Ländlichen Regionen dazu gehört im Schützenverein zu sein.
    Diese Jugendliche haben dann keine richtige Wahlmöglichkeit ob sie dem Schützenverein beitreten möchten, da sich dort der großteil der Freunde trifft.

    Wenn dann nun ein solches Verbot ausgesprochen wird, sendet das ein intollerantes Signal an die Jugendlichen. Schwule und Lesben werden dann nur noch eingeschüchterter und die Heten fühlen sich bestärkt das es etwas falsches ist einen Mann zu lieben.
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