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- 09. März 2012 3 Min.

Papst Benedikt XVI. spricht wieder über sein Lieblingsthema
Papst Benedikt XVI. hat am Freitag bei einem Besuch von US-Bischöfen erneut vor der Homo-Ehe gewarnt. "Wie Johannes Paul II. bemerkt hat, verläuft die Zukunft der Menschheit nun einmal über die Familie", so der Papst.
"Man muss in diesem Zusammenhang die starken politischen und kulturellen Strömungen nennen, die versuchen, die legale Definition von Ehe zu ändern", so der Pontifex auch im Hinblick auf den Streit um die Homo-Ehe in den USA. "Die Kirche widersteht diesem Druck und verteidigt die Ehe als eine natürliche Einrichtung, die aus zwei Personen unterschiedlichen Geschlechts besteht und offen für die Weitergabe des Lebens ist." Bei der Definition der Ehe könnten die Unterschiedlichkeit der Geschlechter nicht als irrelevant abgetan werden. "Ehe und Familie sind Institutionen, die beworben und verteidigt werden müssen vor jeder möglichen Falschinterpretation ihrer wahren Natur."
Damit bezog sich der Papst auch auf ein Interview des US-Bischofs John Nienstedt vom Donnerstag, der gegenüber der Vatikanzeitung "Osservatore Romano" die Religionsfreiheit in den USA als bedroht bezeichnet hatte. Als Beispiel nannte er neben Fragen der Abtreibung auch die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben in den USA und die Plicht für einige kirchliche Adoptionstellen, Kinder auch an Homo-Paare zu vermitteln - die Weigerung habe zu einigen Schließungen geführt.
"Schwerwiegende Probleme für die Gesellschaft"
So rief der Papst am Freitag die US-Bischöfe dazu auf, das christliche Verständnis von Sexualität als "Quelle wahrer Freiheit, wahren Glücks und der Erfüllung unserer grundlegenden und angeborenen menschlichen Berufung zu Liebe" zu betonen. Es gelte, "die Tugend der Keuschheit wertzuschätzen". "Der Reichtum dieser Vision ist attraktiver als die alles erlaubenden Ideologien", die oft eine "zerstörerische Gegen-Katechese" für junge Leute bedeuteten.
Es werde "immer offensichtlicher, dass eine Aufweichung der Unauflöslichkeit der Ehe und das weitverbreitete Zurückweisen einer verantwortlichen, reifen Sexualethik zu schwerwiegenden Problemen für die Gesellschaft geführt haben", was zu "immensen menschlichen und wirtschaftlichen Kosten" führe.
Bereits Anfang Januar hatte der Papst gewarnt, die Homo-Ehe gefährde "die Würde des Menschen und die Zukunft der Menschheit selbst" (queer.de berichtete). Auch bei seinem Deutschland-Besuch im letzten September hatte Benedikt XVI. in zwei Reden vor muslimischen sowie orthodoxen Geistlichen vor der Homo-Ehe gewarnt (queer.de berichtete), was die meisten Medien übersahen. Das Thema war auch indirekt über den Begriff "Naturrecht" in seiner umstrittenen wie viel verbreiteten Rede vor dem Bundestag enthalten. (nb)
Update, 10.3. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck, hat die Ansprache des Papstes als "einen Angriff auf den säkularen Verfassungsstaat" bezeichnet, der die Bischöfe "auf einen Kulturkampf gegen die Menschenrechte" einschwöre und die katholische Lehre über das Recht stelle. "Diesem Papst muss jeder Demokrat widersprechen! Er ist wie ein Besessener, wenn es um die Rechte von Lesben und Schwulen geht", so Beck, der das Thema bei einer Reise des Bundestagsmenschenrechtsausschusses nach Rom ansprechen will.














