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  • 12. März 2012 84 2 Min.

Schwule geben nicht so gerne das Rauchen auf

Laut einer amerikanischen Studie qualmen Schwule, Lesben und Trans­sexuelle doppelt so häufig wie Heteros - und wollen auch weit weniger auf das Laster verzichten als andere Raucher.

Die Forscher der University of Colorado haben mehr als 1.600 Menschen in 120 schwul-lesbischen Einrichtungen befragt, darunter insbesondere Bars und Discos. Dabei stießen die Forscher auf eine weit höhere Zahl von Rauchern als in einem vergleichbaren Querschnitt in der Durchschnittsbevölkerung: Fast vier von fünf Befragten konsumierten täglich Zigaretten - von ihnen rauchten mehr als ein Drittel mehr als eine Schachtel pro Tag.

Schwule, Lesben und Trans­sexuelle denken der Studie zufolge auch weit weniger ans Aufhören - weniger als ein Drittel wollten in dieser Gruppe auf Zigaretten und Co. verzichten: "Unter den Rauchern stellen wir aber sonst fast immer fest, dass 20 Prozent gerade aufhören wollen und 40 Prozent darüber nachdenken", erklärte Studienleiter Arnold Levinson - bei Schwulen, Lesben und Trans­sexuellen liegt diese Zahl nur halb so hoch. Einige der schwul-lesbischen Befragten, die aufhören wollen, kritisierten zudem, dass sie sich von den an die Gesamtbevölkerung gerichteten Anti-Raucher-Kampagnen nicht angesprochen fühlten. "Wir brauchen deshalb mehr Gesundheitskampagnen, um die LGBT-Population mit dem Gedanken ans Aufhören vertraut zu machen", so Levinson.

Die Ergebnisse der Studie wurden im Fachmagazin Nicotine & Tobacco Research veröffentlicht.

Häufigste Todesursache

Wiederholt haben Wissenschaftler unter sexuellen Minderheiten einen höheren Tabakkonsum festgestellt. So bezeichnete 2009 eine Metastudie der University of North Carolina Rauchen als Todesursache Nummer eins unter Schwulen und Lesben (queer.de berichtete). Damals nannte der Autor drei Gründe für den Erfolg der Tabakindustrie in dieser Gruppe: Erstens werde gezielt Werbung in der Szene geschaltet, zweitens verbrächten sexuelle Minderheiten mehr Zeit in öffentlichen Einrichtungen, in denen das Rauchen erlaubt ist, etwa in Bars. Drittens sei Rauchen immer auch eine Methode der Stressbewältigung; Schwule und Lesben seien diesem Stress wegen Diskriminierung weit häufiger ausgesetzt als Heterosexuelle.

Rauchen soll internationalen Untersuchungen zufolge die Lebenserwartung um fünf bis zehn Jahre senken. In Deutschland sind nach Angaben des statistischen Bundesamtes jährlich 40.000 Todesfälle auf Glimmstängel zurückzuführen - das entspricht rund fünf Prozent aller Todesfälle. (dk)

-w-

#1 SchokiAnonym
  • 12.03.2012, 14:49h

  • Kein Wunder, wenn man beachtet, dass rund ein Viertel aller LGBT-Jugendlichen in den USA auf die Straße gesetzt werden.
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#2 EnyyoAnonym
  • 12.03.2012, 17:19h
  • Antwort auf #1 von Schoki
  • Das betrifft ja nicht nur die USA.

    Ich habe mich schon lange von schwulen Lokalitäten distanziert, weil ich als Nichtraucher den Qualm nicht mehr ertragen habe bzw. wollte.

    Leider ist der Nichtraucherschutz in Deutschland oft immer noch rudimentär und es gibt kaum Nichtraucher-Schwulenkneipen, zumindest nicht in der zweitgrößten Stadt Baden-Württembergs.

    Ich fürchte, die Aussage, dass Schwule und Lesben mehr Stress zu bewältigen haben trifft es - verbunden vielleicht noch mit einem unbewußten Wunsch nach Bestrafung/Tod, weshalb auch sonst oft sehr riskant gelebt wird (die meisten müssen ja keine Rücksicht auf Nachwuchs nehmen)...
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#3 LaurinAnonym
  • 12.03.2012, 18:49h
  • Jeder nach seiner Facon.

    Aber Raucher sollten Nichtraucher nicht zum Passivrauchen zwingen.

    Und jeder Raucher sollte sich darüber im Klaren sein, dass sich die Folgen früher oder später an der Haut zeigen. Raucher haben irgendwann eine Haut wie eine alte Ledertasche.
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