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- 17. März 2012 2 Min.

Will Jason Russel nur für den guten Zweck missionieren?
Sie ist vielleicht die erfolgreichste virale Kampagne aller Zeiten: Das Video "Kony 2012" der amerikanischen Organisation Invisible Children ruft dazu auf, den ugandischen Rebellenführer Joseph Kony wegen der Rekrutierung und Nutzung von Kindersoldaten zu fassen. Und für Invisible Children zu spenden.
Doch die Kritik an der von Jason Russell geführten Organisation nimmt stetig zu. Der 33-Jährige, der am Freitag von der Polizei festgenommen wurde, weil er bei einem Zusammenbruch randalierte und öffentlich onanierte, hat etwa enge Verbindungen zu christlich-fundamentalistischen Gruppen.
Bei einem Auftritt vor dem christlichen "Liberty College" sprach er einst von einer "extrem versteckten Evangelisierung", die man betreiben müsse. Hat er eine versteckte Agenda? Auffällig ist, dass er versucht, geradezu eine Jugendbewegung zu etablieren, die sich im letzten Jahr bereits zu der großen Konferenz "Fourth Estate" traf.
Follow the money
Auffällig auch, von wem die Organisation in den letzten Jahren Geld bekam. So wurde nach einem Bericht von "Here TV" der Aufbau von Invisible Children hauptsächlich von evangelikalen Gruppen und Kirchen unterstützt, etwa von "Legacy of a Christian Vision" oder der "Malachai Foundation", die gegen Homo-Ehe und Abtreibung kämpft. Spenden kamen auch von der "Caster Family Foundation", die als eine der größten Geldgeber für die Volksabstimmung Proposition 8 gegen die Ehe-Öffnung in Kalifornien gilt.
Mehrere hundertausend Dollar bekam Invisible Children vor allem von der fundamentalistischen "National Christian Foundation", die Gelder für eine "christliche Mission" bereitstellt. Sie hat zugleich die größten anti-schwulen Organisationen in Amerika, "Focus on the Family" und das "Family Research Council", unterstützt - sowie die "Fellowship Foundation" und "Harvest Evangelism", zwei amerikanische Organisationen, die ugandischen Politikern bei der geplanten Einführung der Todesstrafe für Schwule geholfen haben, wenn sie diese nicht sogar initiiert haben.
Mit der aktuellen Lage in Uganda befasst sich "Kony 2012" trotz all dem Geld nicht, dabei ist (der von den USA halbwegs unterstützte) Präsident Yoweri Kaguta Museveni selbst für schwere Menschenrechtsverletzungen, den Tod Tausender und auch für die Rekrutierung von Kindersoldaten verantwortlich. Dem Volk geht es schlecht, aber das meiste Geld, das für "Kony 2012" gespendet wird, bleibt bei den Machern der Kampagne.
Es gibt mittlerweile viel Kritik an "Kony 2012", eine Zusammenfassung gibt es beim Standard. (nb)















schlimm, schlimm. Aber süßer Typ