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Coming-out in Angst

Omar Sharifs Enkel ist schwul

  • 19. März 2012 16 2 Min.

Auf seiner Facebook-Seite präsentiert sich Sharif Jr. mit der ägyptischen Flagge

Omar Sharif Jr. hat sich in einem Artikel für ein US-Schwulenmagazin als homo­sexuell geoutet und die Verschlechterung der Lebensbedingungen für Minderheiten in seinem Heimatland Ägypten beklagt.

Der Enkel des Leinwandstars Omar Sharif ("Doktor Schiwago") erklärte im "Advocate", dass er seine Sexualität "voller Angst" preisgebe und sich um seine Familie und sein Land sorge. "Ich gebe zögerlich zu: Ich bin Ägypter, ich bin Halbjude und ich bin schwul", so Sharif Jr., der in dem Artikel auch über seine jüdische Mutter schreibt. "Nach dem Sieg mehrere islamistischer Parteien bei den Wahlen müssen wir darüber reden, ob ich im neuen Ägypten noch willkommen bin. Schließen sich die Identitäten Ägypter, Halbjude und Schwuler für alle Zeiten aus? Muss ich mich verstecken?"

Sharif Jr. fürchtet, zum ägyptischen "Volksfeind" gemacht zu werden


Sharif Jr. hat vor allem als Model seine Brötchen verdient

Im Artikel schreibt der 28-Jährige auch, dass seine Eltern es bevorzugt hätten, wenn er nichts über seine sexuelle Orientierung veröffentlicht hätte. "Aber ich kann das nicht mehr geheim halten", so Sharif Jr. Er könne nicht weiter mitansehen, wie sich die Situation in seinem Land verschlechtere, und nichts dagegen sagen. Er rief die ägyptischen Parteien auf zu erklären, ob sie "Respekt für alle Ägypter haben, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer sexuellen Orientierung oder politischen Glaubensgrundsätzen". Allerdings erwartet er nichts Gutes: "Während viele in Europa und Nordamerika meine Aussagen als triviale Eingeständnisse ansehen, ist das in Ägypten anders. Ich erwarte, dass ich gescholten, verachtet und sicherlich bedroht werde. Ich werde nicht mehr der angesehenen Schicht angehören, sondern könnte zum Volksfeind gemacht werden."

Sharif Jr., der einen Masters-Abschluss in Politikwissenschaften hat, wurde in der arabischen Welt vor allem als Model bekannt. So war er dort vor wenigen Jahren als Werbegesicht für Coca-Cola allgegenwärtig. In Ägypten war er 2008 in einer Werbekampagne für Calvin Klein aktiv. International wirkte er in mehreren Film- und Fernsehproduktionen mit und trat etwa 2011 bei der Oscar-Verleihung in Los Angeles auf. (dk)

-w-

#1 PanneAnonym
  • 19.03.2012, 18:22h
  • Toller, sehr mutiger, schöner Mann.
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#2 goddamn liberalAnonym
  • 19.03.2012, 18:34h
  • Ein bewundernswerter, sehr mutiger Mann, der in seinem Land keine Zukunft hat. Er wird wohl auswandern müssen. Die säkulare Elite wird ihm weitgehend nachwandern - ob links oder rechts, schwul oder nicht.

    So läuft das seit 1979.
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#3 NajaAnonym
  • 19.03.2012, 18:35h
  • Eigentlich wars doch abzusehen das das in Ägypten so kommen würde... Der fast schon naiven Hype der die angeblichen Revolution da begleitet hatt , hat mich immer schon gewundert...
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