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Castingshow
Nur noch Schwule und Schicksale bei DSDS?
- 20. März 2012 3 Min.

Vanessa Krasniqi fordert eine Reform der Castingshows (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Die Castingkandidatin Vanessa Krasniqi flog raus. Jetzt beschwert sie sich, dass Talent zu wenig gewürdigt werde. ESC-Kandidat Roman Lob übt auch Kritik.
Von Carsten Weidemann
Nach der Show ist vor der Show. Vanessa Krasniqi flog am vergangenen Samstag aus der Sendung "Deutschland sucht den Superstar", da zu wenig Zuschauer für sie per Telefon gevotet hatten. Nun, da sie draußen ist, macht sie ihrem Ärger über die Medien Luft: "Wenn das so weitergeht, werden irgendwann bei Dieter Bohlen nur noch Männer singen, die entweder schwul sind, Vollwaise, Mädchenschwarm, oder dauernd heulen", erklärte sie gegenüber dem Magazin "Focus" Ihrer Meinung nach zähle für die Zuschauer nur noch die Geschichte, nicht, ob ein Kandidat singen könne.
Schaut man sich die Listen der bislang neun Staffeln an, lässt sich kein eindeutiger Trend feststellen, dass es zu wenige Frauen in die Top 10 schaffen. Mit Sarah Engels gab es sogar eine sehr starke Konkurrentin, gegen die sich Pietro Lombardi nur sehr knapp behaupten konnte. Fakt ist allerdings auch, dass bislang nur eine einzige Frau den "Superstar"-Titel gewann: Elli Erl im Jahr 2004. Und mit Daniel Küblböck, Mark Medlock oder Fady Maalouf waren drei - mehr oder weniger schwule - Kandidaten in der Top 3.
Vanessa fordert auf jeden Fall eine Frauenquote bis zum Halbfinale und ein Mitbestimmungs-Recht der Jury, die mehr Wert auf die musikalischen Talente legt. Dass das Publikum am Fernseher womöglich mehr von Frauen gesehen werde, die dann für Männer anrufen, sollte ihrer Meinung nach ebenfalls mit bedacht werden.
Roman Lob empfiehlt: Augen auf statt Arschverkauf

Joey Heindle: Die Jury würde ihn rauswählen, das Publikum will ihn (Bild: RTL / Stefan Gregorowius)
Dass die Home-Story der Kandidaten eine so große Rolle spielt und dadurch die Entscheidungen beim Voting verzerren könnten, liegt in der Verantwortung des Senders RTL, der großen Wert auf die Inszenierung und Präsentation solcher Geschichten legt. Mit Zickenkriegen und Schicksalsdramen werden schließlich die Medien gefüttert, die dies dankbar aufgreifen und somit für mehr Quote sorgen. Das wird bei den Talentshows in den USA oder England bei Weitem nicht so extrem zelebriert.
Einer der Kritiker des Talentshow-Formats bei RTL ist der diesjährige deutsche Vertreter beim Eurovision-Songcontest, Roman Lob. In der Webvideo-Doku "Mad World" von Pete Schilling beklagt er die Manipulationen und die Vereinnahmung durch die Verantwortlichen der Castingshows: "Die drehen dich so, wie sie dich haben wollen. Denn sie wollen dich verkaufen", berichtet er von seinen Erfahrungen als DSDS-Kandidat. Er hatte sich mit zarten 16 Jahren dort beworben, stieg aber wegen des großen Stresses frühzeitig aus. Heute empfiehlt er: "Du verkaufst deinen Arsch in diesen Shows und bist dann an den Sender oder irgendwen gebunden. Das sollte man den Leuten mitgeben, die noch nie da waren, da aber mitmachen und keine Ahnung haben. Die dann abgezockt werden..."
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sie hat diesmal sogar kritik von der jury gekriegt und kristof von allen 3en nur lob!
und deswegen heulen ist totaler quatsch, denn woanders ist es mitnichten der fall das frauen im tv benachteiligt werden. bei dem casting zum eurovison songcontest z.b. waren am ende 9 frauen und nur ein mann übrig...darüber hat sich auch keiner beschwert. aber frauen fühlen sich immer sofort benachteiligt.
es soll ihrer meinung nach ein extra dsds mit frauen geben? wo ist denn dann germanys topmodel mit männlichen models??