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- 24. März 2012 3 Min.

Madonna bietet nicht nur ihrem neuesten Video was für Schwule
Popstar Madonna hat sich mit ihrer Ankündigung, an einem Konzert in St. Petersburg im August festzuhalten und sich dabei für LGBT-Rechte auszusprechen, nicht nur Freunde gemacht. Nun droht ihr gar Ärger mit der Stadt.
Angefangen hatte alles mit einem Gastbeitrag des russischen Journalisten Masha Gessen für die "New York Times". Anlässlich der Verabschiedung eines Gesetzes in St. Petersburg, das "Werbung" für Homosexualität unter Strafe stellt und damit praktisch Aufklärung, Beratung und Demonstrationen verhindert, forderte er Unternehmen auf, das Internationale Wirtschaftsforum in St. Petersburg im Juni zu boykottieren. Auch solle Madonna ihr Konzert im August absagen.
Madonna hatte daraufhin der Nachrichtenagentur Reuters per Email verkündet, sie sehe sich als "Freiheitsskämpferin": "Ich werde nach St. Petersburg fahren und mich für die Gay Community aussprechen und Stärke und Inspiration jedem geben, der unterdrückt ist oder sich so fühlt." Sie wolle während ihrer Show das Gesetz gegen "Homo-Propaganda" deutlich kritisieren (queer.de berichtete).
Geldstrafe und Arrest
Nun hat Vitali Milonow, der Initiator des Gesetzes, das an diesem Samstag in Kraft tritt, angekündigt, "er sei bereit, einige Stunden ihres Konzerts persönlich zu erleiden", um "den moralischen Inhalt zu kontrollieren". Er will Madonna notfalls anzeigen, sollte sie tatsächlich durch Kritik an dem neuen Gesetz gegen ebendieses verstoßen. Dem Popstar droht damit eine Strafe in Höhe von rund 150 Euro - was Madonna wohl angesichts der Ticketpreise verkraften dürfte. Je nach Wortwahl könnte Madonna aber auch auf der Bühne festgenommen werden - wie es LGBT-Aktivisten in der Regel bei Demonstrationen passiert, zuletzt auch bei Verstößen gegen "Homo-Propaganda"-Gesetze.
St. Petersburg droht somit ein weiteres PR-Desaster. Milonow meint nämlich seine Drohungen Ernst: Er ließ bereits entsprechende Ermittlungen gegen den Organisator eines Konzerts der deutschen Band Rammstein einleiten, weil auf der Bühne ein "schamloser homosexueller Akt" vorgeführt worden sei, während das Konzert ab 14 Jahren zugänglich war (das Gesetz wird offiziell mit dem Jugendschutz begründet).
Kritischer Auftritt oder Boykott?

Igor Kochetkow bei einem Protest gegen das "Homo-Propaganda"-Gesetz in St. Petersburg
Vor Ort ist die Meinung über das Konzert von Madonna in St. Petersburg (sowie über ein weiteres in Moskau) gespalten. Viele Aktivisten freuen sich, dass der Popstar für sie Partei ergreift. Igor Kochetkow vom LGBT Network meinte etwa, die Aussagen von Madonna vor Millionen von Fans in sozialen Netzwerken und Medien und dann auch direkt in Russland wären mehr Wert als ein Boykott. Madonna hatte ihr Statement auch auf Facebook verbreitet, was bisher mehr als 25.000 Usern gefiel.
Der Moskauer CSD-Organisator Nikolai Aleksejew, ein Freund der Kontroverse, hatte hingegen kritisiert, es bringe nichts, wenn Madonna das Thema anspreche, denn das würde danach sofort wieder vergessen (queer.de berichtete). Nur ein wirtschaftlicher Boykott, der der Stadt (und der Sängerin) Millionen koste, würde zu einem Umdenken führen. Er will nun mit seinen Mitstreitern gegen die Konzerte demonstrieren, um auf die "Heuchelei" von Popstars wie auch Elton John und George Michael hinzuweisen, die Millionen mit Konzerten vor Homophoben machten.
Was Aleksejew dabei noch nicht wusste: Madonnas Fitnessstudiokette "Hard Candy" hat eine Filiale in Kreml-Nähe. Und in Kürze ist eine weitere Eröffnung geplant. In St. Petersburg. (nb)















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