https://queer.de/?16186
- Von Micha Schulze
24. März 2012 2 Min.

Klarstellung: Dieses schicke Motiv stammt nicht etwa von Scholz & Friends, sondern von unserem hauseigenen Kreativ-Direktor Christian Scheuß
Zum Alltag im Mediengeschäft gehört, dass Personen, Vereine und Unternehmen gerne mit "rechtlichen Schritten" drohen, wenn ihnen unsere Berichterstattung nicht passt. Jüngster Kandidat ist die Steakhauskette Maredo.
Am Montag hatte diese noch selbst auf ihrer Webseite unter der Rubrik "Neuigkeiten brandheiß serviert" darüber informiert, dass im Internet eine falsche Maredo-Werbung kursiere, vor der man sich energisch distanziere (queer.de berichtete). Das fanden wir auch gut so: Denn in dem angeblich nicht abgesprochenen und nicht autorisierten Motiv der Werbeagentur Scholz & Friends war ein Steak zu sehen, in dem der dämlichst-homophobe Spruch "Tofu ist schwules Fleisch" eingebrannt war.
Dass Maredo über diese Anti-Werbung sauer ist, ist verständlich. Doch die Steakbrutzler verklagen deshalb nicht etwa die Dumpfwerber von Scholz & Friends, sondern drohen ausgerechnet denjenigen, die über die Klarstellung berichten: "Sie werden Verständnis dafür haben, dass wir wegen des Inhalts der Werbeaussage kein Interesse an der Veröffentlichung haben und unser Unternehmen sich von diesem Inhalt ausdrücklich distanziert. Aus diesem Grunde bitten wir Sie heute höflich darum, das Motiv von Ihrer Internetseite zu entfernen und vor allem den weiteren Download des Motives zu stoppen", schrieb uns der geschäftsführende Gesellschafter der Maredo-Gruppe, Uwe Büscher, am Donnerstagabend.
Ganz so "höflich" blieb der Herr Büscher im weiteren Verlauf des Schreibens freilich nicht: "Wir erlauben uns allerdings vorsorglich den Hinweis, dass wir uns ausschließlich zum Zweck der Unterbindung der Veröffentlichung des Motivs von der Werbeagentur Scholz & Friends, die alleinige Inhaberin der Urheberrechte an dem Motiv ist, zur Geltendmachung von Unterlassungsansprüchen wegen der unberechtigten Vervielfältigung und Verbreitung in eigenem Namen haben ermächtigen lassen."
Obwohl wir uns eigentlich im Recht sehen - die Veröffentlichung eines Ausschnitts (!) des homophoben Motivs, das bei einem öffentlichen (!) Wettbewerb eingereicht worden war, ist als Bildzitat nach §51 UrhG gedeckt - haben wir die Illustration auf queer.de entfernt. Wir beschäftigen uns halt lieber mit Inhalten als mit Rechtsstreitigkeiten. Außerdem sind wir sicher, dass sich schon genügend Blogger und Facebook-User finden, die Scholz & Friends und Maredo an diese peinliche Geschichte erinnern werden. Die hatten das Motiv ja bisher schon Shitstorm-mäßig verbreitet. Bleibt zu hoffen, dass ihnen kein Klagesturm bevorsteht.
Und statt Maredo-Steak gibt's am Sonntag übrigens Tofu!
Links zum Thema:
» Maredo distanziert sich von homophober Werbung (21.03.2012)














Na ja, bei spon sind sie wohl noch nicht vorstellig geworden. Furcht vor negativer PR?
www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,822755,00.html