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- 29. März 2012 3 Min.

Bestens gerüstet für den nächsten Trip per Reise-Apps (Bild: Screenshot queer)
Smartphones übernehmen die Rolle des gedruckten Reiseführers, die Apps sind die neuen Gay Guides. Auf diesem Markt tummeln sich inzwischen einige Angebote.
Von Christian Scheuß
Anfang 2012 hatte der Platzhirsch der schwul-lesbischen Reisebegleiter es endlich geschafft: Der Spartacus machte den Sprung ins mobile Internetzeitalter (queer.de berichtete). Dessen 20.000 Einträge, die bislang auf rund 1.000 Seiten gelistet waren, sind zu einer wenige Megabyte großen Datei zusammengeschnurrt. Bislang nur für das iPhone verfügbar, kann man damit nun seinen Aufenthalt planen. Die Software selbst ist kostenlos, zum Ausprobieren gibt es die Daten von Südafrika frei Haus. Die weiteren Pakete "Amerika, Afrika, Asien, Ozeanien", "Europa" oder "Welt" erwirbt man als einjähriges Abo mit monatlichen Updates. Mit der Möglichkeit, die einmal geladenen Daten auch offline nutzen zu können, dem Bewertungssystem und der Feedback-Funktion hat man beim Berliner Bruno Gmünder Verlag bereits vieles richtig gemacht. Die App ist gut nutzbar und sie kostet auch nur die Hälfte der gedruckten Version.
Doch ist die Spartacus-App ist nicht der einzig mögliche Einstieg in die schwul-lesbische Szene einer fremden Stadt. Es tummeln sich bereits einige andere Anbieter auf dem Markt. Wie zum Beispiel go2Gay, die es in einer kostenlosen Lite-Version mit eingeblendeter Werbung und in einer werbefreien Pro-Version gibt. Auch hier werden die Adressen eines angewählten Ortes gelistet inklusive einer Kategorisierung, damit man auch in der Art von Bar landet, in die man möchte.
Wenn man es etwas genauer benötigt, bieten sich Apps an, die ins Detail gehen. In einigen Ländern sind die städtischen Tourismusbüros bereits so modern und offen, dass sie auch für die Community Reise-Apps bereitstellt. Ein gelungenes Beispiel dafür ist Gay London. Eine App, die zunächst eine Unterscheidung zwischen Tages- und Nachtaktivitäten anbietet, und danach interessante Orte auflistet. Da LGBT-Reisende in der Regel mehr sehen wollen als die Gaybars, verknüpft "Gay London" die generellen Stadtinfos mit den Szeneeinträgen. Ein verlinktes Blog sorgt zudem für Neuigkeiten und Hinweise auf interessante Events.
Nur schwul-lesbische Adressen, oder darf es etwas mehr sein?

Vorbildlich: Die Gay-Tourismus App aus London (Bild: Screenshot queer)
Das amerikanische Pendant zum Spartacus in den USA ist Damron. Ein Verlag, der bis vor kurzem ebenfalls noch viel Papier bedruckte. Inzwischen mischt Damron mit einer Reihe von Gay Mobile Guides im mobilen Markt mit. Schlicht im Design, doch bei vielen Einträgen genauer und detaillierter als die Spartacus App sorgen die Gay Guides vornehmlich für Orientierung in den Szenen der amerikanischen Großstädte. Eine kostenfreie und inhaltlich beschränkte Version von Damron findet man unter dem Namen Gay Scout.
Einen interessanten Weg geht die App GayCities, die Guide- mit Social Network-Funktionalität verknüpft. Neben den Szeneadressen kann man an dem Ort "einchecken", an dem man sich gerade aufhält und schauen, welcher GayCities-Nutzer sich in der Nähe aufhält. Die persönliche Kontaktaufnahme ist möglich, und damit hat man die Chance, den besten Gay-Guide zu bekommen, den es gibt: Den Menschen, der am Urlaubsort lebt und deshalb alles und alle kennt. Auch das deutsche Angebot PinkMap versucht diesen Spagat von Guide und Dating, allerdings fehlt hier die journalistische Aufbereitung, die GayCities bietet.
Ob es die reine Adress-Datenbank sein soll, der Reiseführer mit redaktionellen Inhalten oder der Gay Guide-Dating-Mix, muss jeder für sich entscheiden. Nutzer von Android-Handys müssen sich noch ein bisschen gedulden, bis auch sie bedient werden, die Apple-Plattform wird noch immer bevorzugt mit Apps ausgestattet. Vor einem Kauf kann man sich in der Regel von der Leistungsfähigkeit und Brauchbarkeit durch werbefinanzierte Light- oder Probeversionen überzeugen.
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