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  • 05. April 2012 71 3 Min.

Die Polizei hat die betroffenen Männer auf ihrer Website geoutet. Die Bilder wurden auch in sämtlichen Lokalzeitungen und -nachrichtensendungen gezeigt (ohne Balken und unter Nennung des vollen Namens) (Bild: Manhattan Beach Police Department)

In einem aufwändigen Undercover-Einsatz hat die Polizei von Manhattan Beach bei Los Angeles 18 Männer verhaftet, weil sie Sex in einer öffentlichen Toilette gehabt haben sollen.

Die Männer im Alter zwischen 21 und 59 Jahren hätten sich wiederholt in der Toilette unweit des Pazifikstrandes getroffen. "Diese Männer kehrten oft dorthin zurück und haben in der Gegend für lange Zeit herumgelungert", erklärte Polizeisprecherin Stephanie Martin gegenüber CBS Los Angeles. Die Strandwächter seien auf das Problem aufmerksam geworden, weil auf der Toilette "Glory Holes" in die Wände gebohrt und "grafische Darstellungen sexuellen Inhalts" an die Toilettenwände geschmiert worden seien. Alle Männer seien während eines Tages auf der Toilette von Undercover-Cops festgesetzt worden.

Stolz berichtet die Polizei, dass sie im Internet auf schwulen Dating-Seiten recherchiert habe, in denen die Toilette als Treffpunkt gelobt worden war. Danach hätten sie die Toiletten überwacht und genügend Beweise zusammengetragen. Die Verhafteten sind inzwischen wieder auf freiem Fuß. Sie sollen wegen unzüchtigem Verhalten in der Öffentlichkeit, Landstreicherei und der Nutzung eines Gucklochs in einer öffentlichen Toilette angeklagt werden (letzteres ist aus Gründen der Privatsphäre verboten, obgleich die Nutzung im gegenseitigen Einverständnis erfolgte). Den Verdächtigen droht eine Haftstrafe von bis zu einem Jahr.

Viele von ihnen werden allerdings den Internet-Pranger als höchste Strafe empfinden: Wie in den USA üblich, wurden die Polizeifotos samt Namen, Geburtsdatum und Wohnort gleich nach der Verhaftung veröffentlicht, obwohl die Männer bislang noch wegen keines Vergehens verurteilt worden sind.

Notdurft wird öffentlicher

Die Polizei glaubt, gegen die illegalen Aktivitäten in den Toiletten die richtige Antwort gefunden zu haben. Die betroffenen Klos hätten als einige in der Gegend blickdichte Türen gehabt, während die meisten in den USA üblichen Türen auf öffentlichen Toiletten große Spalten enthalten, durch die jeder durchsehen kann. Diese Türen wurden nun auf Anweisung des Bezirks ersatzlos ausgebaut.

Polizei-Aktionen auf öffentlichen Toiletten inklusive des Bloßstellens der Verhafteten hat in den USA bereits Tradition: Der bekannteste Fall ereignete sich am 7. April 1998 in Los Angeles, als der damals ungeoutete britische Sänger George Michael beim Cruising auf einer öffentlichen Toilette von einem Polizisten in Zivil erst angemacht und anschließend verhaftet wurde. Er musste später 810 Dollar Strafe zahlen und wurde zu 80 Stunden gemeinnütziger Arbeit und einer psychologischen Beratung verurteilt.

Schadenfreude unter Homo-Aktivisten löste 2007 die Verhaftung des republikanischen Senators Larry Craig auf öffentlichen Herrentoilette des Flughafens Minneapolis aus (queer.de berichtete). Grund: Der Politiker hatte sich während seiner Karriere stets aus moralischen Gründen gegen Homo-Rechte ausgesprochen und sich selbst als konservativen Familienmensch, der seine Ehefrau liebt, inszeniert. Er zog sich 2009 aus der Politik zurück. (dk)

#1 queerpassAnonym
  • 05.04.2012, 13:47h
  • wo sind die fehlenden 3 Bilder...?
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#2 Sunny24Anonym
  • 05.04.2012, 13:59h

  • In Deutschland gibt es Gesetze die es ( noch) verbieten, Menschen an den Pranger zu stellen und öffentlich vorzuführen. Ein nicht kleiner Teil unserer sensationsreichenden Gesellschaft hätte sicher nichts dagegen wenn sich das ändert. Die Usa und auch Großbritannien sind Beispiele dafür.
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#3 carolo
  • 05.04.2012, 14:06h
  • Die ganzen USA mutieren offenbar zu einem einzigen gigantischen Irrenhaus, in dem ein wüster Wettstreit darum tobt, wer die durchgeknalltesten Irren sind.

    Wer gewinnt, kriegt anschließend das Kommando über den Rest.
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