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- 11. April 2012 2 Min.

Florian Stangl kriegt bald einen neuen Pfarrer
Die Posse im niederösterreichischen Stützenhofen geht weiter: Weil ein Schwuler im Pfarrgemeinderat sitzen darf, gibt der Pfarrer die Gemeinde ab.
Während der Osterfeiertage hat Gerhard Swierzek angekündigt, nicht mehr länger Pfarrer der Gemeinde an der tschechischen Grenze sein zu wollen. Da er die "homosexuelle Lebensweise" nicht akzeptieren könne, könne er auch den 26-jährigen Florian Stangl nicht im Pfarrgemeinderat seiner katholischen Gemende akzeptieren, obwohl dieser Mitte März mit 80 Prozent der Stimmen in das Amt gewählt worden war. In dem Laiengremium werden vor allem Fragen der Seelsorge besprochen.
Der konservative Pfarrer griff am Wochenende in den Medien den Wiener Kardinal Christoph Schönborn an, weil dieser sich Ende März überraschend für den verpartnerten Stangl eingesetzt hatte. Unter großen Medieninteresse hatte sich Schönborn mit Stangl getroffen, ihm eine "gläubige Haltung" bescheinigt - und erklärt, er könne seinen Job behalten (queer.de berichtete). Dabei hatte Schönborn in der Vergangenheit als konservativ gegolten und wiederholt gegen die Homo-Ehe polemisiert (queer.de berichtete). In einer ORF-Sendung hatte er zudem erklärt, dass er Stangl zunächst als Gemeinderat habe verhindern wollen, sich aber nach dem Gespräch anders entschieden hätte. Pfarrer Swierzek beklagte sich nun, dass Schönborn sich nicht mit ihm getroffen habe.
"Wir sind Kirche" unterstützt Stangl
Die liberale Initiative "Wir sind Kirche" begrüßte die Entscheidung des Pfarrers: "Wer nämlich das Kirchenrecht über die Menschen stellt, der sollte andere Aufgaben als die Sorge um die Menschen in der Seelsorge wahrnehmen", erklärte der Vorsitzende Hans Peter Hurka.
Homo-Gegner berufen sich dagegen auf die Pfarrgemeinderatsordnung, die sexuelle Minderheiten als ungeeignet erklären würden. So heißt es darin: "Mitglied des Pfarrgemeinderates können nur Katholiken sein, die sich zur Glaubenslehre und Ordnung der Kirche bekennen." Da Stengl in einer eingetragenen Partnerschaft lebe, verstoße er offen gegen die Glaubenslehre. Pfarrer Swierzek hatte Stengl daher nicht nur aus dem Kirchengemeinderat entfernen wollen, sondern auch empfohlen, nicht mehr die heilige Kommunion zu empfangen. Gegenüber den Medien wehrte sich Stangl jedoch unbeeindruckt: "Ich fühle mich der Lehre der Kirche verpflichtet. Forderungen nach Keuschheit zu stellen, ist aber relativ fern von der Lebensrealität. Wie viele Menschen leben keusch?", fragte er zu Beginn des Konflikts in der Tageszeitung "Die Presse". (dk)















Prima, ich begruesse den Rücktritt. Wenn alle Pfarrer die so denken zurücktreten, dann ist doch alles gut.