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Robert Spitzer
US-Professor zieht umstrittene Ex-Gay-Studie zurück
- 12. April 2012 2 Min.

Professor Robert Spitzer bei einem Auftritt im Jahr 2000, bei dem Aktivisten für die Homo-Heilung warben
Der Psychiater Robert Spitzer behauptete 2001 in einer wissenschaftlichen Arbeit, dass Homosexualität unter bestimmten Umständen geheilt werden könne - jetzt distanziert sich der 80-Jährige von seiner Studie.
Auf die umstrittene Untersuchung haben sich insbesondere viele christliche Aktivisten wie der Salzburger Weihbischof Andreas Laun berufen, die Homosexualität als sündhaft ansehen. Die Studie besagte, dass "hochmotivierte" Schwule und Lesben bei erfolgreicher Therapie glückliche Heteros werden können. Nun die Kehrtwende: "Im Nachhinein betrachtet muss ich zugeben, dass meine Kritiker mehrheitlich Recht hatten", erklärte der an Parkinson erkrankte emeritierte Professor der Columbia-Universität im "American Prospect".
Die Ergebnisse beruhten auf der Befragung von 200 Probanden, die sich einer "Konversionstherapie" unterzogen hatten und an ihre "Heilung" glaubten.
"Meine Studie zeigt nur, was Menschen, die diese Therapie gemacht haben, darüber sagen, mehr aber nicht", so Spitzer jetzt. Er erklärte, dass Versuche, Homosexualität zu unterdrücken, "viel Schaden" anrichten könnten. Er wolle deshalb seine Studie zurückziehen, "damit ich mir nicht mehr darum Sorgen machen muss."
Die überwiegende Mehrheit der Psychologen warnt vor Umpolungs-"Therapien", da sich die sexuelle Ausrichtung nicht verändern lässt. Patienten, die keinen "Erfolg" sehen, würden oft in die Verzweiflung oder gar den Selbstmord getrieben.
London: Ex-Gays werben an Bussen
Geplante Homo-Heiler-Werbung
Wie sehr die Homo-Heiler um Einfluss kämpfen, zeigt sich in London: Dort wollen die christlichen Gruppen Anglican Mainstream und Core Issues Trust ab kommenden Montag an 26 öffentlichen Bussen eine Werbung für die Umpolung von Schwulen und Lesben präsentieren, wie beide Organisationen am Donnerstag mitteilten. Die Aufschrift soll lauten: "Not gay! Ex-Gay, Post-gay and proud. Get over it" (Nicht schwul oder lesbisch! Ex-Gay, postschwul und stolz. Gewöhnt euch dran!). Damit spielen sie auf eine Werbeaktion der Homo-Gruppe Stonewall an, die 2007 den Slogan "Some people are gay. Get over it!" (Manche Menschen sind schwul oder lesbisch. Gewöhnt euch dran!) kreierte, der ebenfalls an den roten Londoner Bussen prangte. (dk)
Update, 21.45h Transport for London hat die Bus-Kampagne abgelehnt.














