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  • 18. April 2012 10 2 Min.

Mit einer spontanen Kerzenandacht erinnerte die Szene in Halifax am Dienstag an ihren Mitstreiter

Der kanadische LGBT-Aktivist Raymond Taavel ist möglicherweise einem Hass­verbrechen zum Opfer gefallen. Der 49-Jährige war in der Nacht zum Dienstag vor einer Schwulenbar in Halifax verprügelt worden und verblutete später. Taavel hatte mehrfach die Pride Week in Halifax organisiert und war bis 2011 Chefredakteur des Homo-Magazins "Wayves".

Augenzeugenberichten zufolge wurde Taavel zusammen mit einem Freund gegen 2.30 Uhr beim Verlassen der Schwulenkneipe Menz von einem Unbekannten mehrfach als "Schwuchtel" angeschrieen, der Aktivist soll daraufhin versucht haben, mit dem Mann zu reden, wurde von diesem aber angegriffen.

Die Polizei konnte noch in der Nacht einen 32-Jährigen festnehmen. Der Verdächtige, Andre Noel D., soll wegen Mordes zweiten Grades angeklagt werden. Er war von einem einstündigen Ausgang aus einem Psychiatrischen Krankenhaus nicht zurückgekehrt und soll an Schizophrenie leiden. 2009 war er bereits wegen Beleidigungen und der Tötung eines Hundes angeklagt worden, ein Jahr später wegen Körper­ver­letzung - in beiden Fällen war er als nicht schuldfähig eingestuft worden.

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Große Anteilnahme


Raymond Taavel galt als beliebt und friedlich, aber unnachgiebig in seinen Zielen

Die Polizei will sich derzeit noch nicht festlegen, ob sie den Mord als Hassverbechen einstuft. Der Verdächtige, der auch unter Zuhilfenahme von trainierten Polizeihunden gefunden wurde, soll am Mittwoch dem Haftrichter vorgeführt werden. Inzwischen wird darüber gestritten, ob er Ausgang hätte erhalten dürfen.

Bewohner von Halifax, mit rund 390.000 Einwohnern die Hauptstadt der Provinz Nova Scotia, verwandelten am Dienstag die Göttingen Street, in der die Menz Bar liegt, in eine Regenbogenmeile, zu einer Kerzenandacht kamen mehrere hundert Personen. Der Fall schaffte es in die Abendnachrichten der landesweiten Nachrichtensender, die Anteilnahme ist groß. "Taavel war eine höfliche und liebe Person", sagte eine Freundin.

In "Wayves" hatte Taavel 2010 schon einmal berichtet, wie er nach einem Abend in der Menz Bar von zwei Personen angegriffen wurde, dann den Polizei-Notruf wählte und einen Attackierer verfolgte. Zuletzt arbeitete er für das Buddhisten-Magazin "Shambala Sun". (nb)

Youtube | Der Mord an Taavel hat die Stadt erschüttert
-w-

#1 Frankyboy
  • 18.04.2012, 12:57h
  • Sehr sehr traurig...

    Ich persönlich gehe davon aus, dass es in der Zukunft leider mehr Hassverbrechen geben wird, wenn uns mehr Rechte zugesprochen werden.

    Wir kennen ja die Sprüche von vielen Heteros: "Ich hab nix gegen Schwule, solange alles hinter verschlossenen Türen bleibt."
    Vielen Heteros ist es ja schon zuviel, wenn wir in der Öffentlichkeit Händchen halten, von einem Kuss ganz zu schweigen.

    Je mehr wir auf unsere Rechte pochen und hoffentlich auch zugesprochen bekommen, umso mehr wird die Aggressivität der Homohasser steigen.

    Also Jungs, kämpfen kämpfen kämpfen. Die CSD-Saison beginnt...
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#2 RobinAnonym
  • 18.04.2012, 14:16h
  • Antwort auf #1 von Frankyboy
  • Das Gegenteil ist der Fall.

    Gerade weil wir rechtlich Menschen 2. Klasse sind entsteht ein gesellschaftliches Klima, dass es ebenso sieht.

    Und irgendwelche Bekloppten wollen ihren Frust ablassen und suchen dafür Leute, die vermeintlich noch unter ihnen stehen.

    Das ist alles soziologisch und psychologisch fundiert bewiesen.

    Natürlich wird es auch bei Gleichstellung weiterhin Deppen geben, die meinen wir seien minderwertig und müssten ausgelöscht werden. Aber nicht mehr, sondern eher weniger.
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#3 seb1983
  • 18.04.2012, 15:08h
  • Antwort auf #2 von Robin
  • Du bist also der Meinung dass der geistig gestörte christliche bzw. islamische Fundamentalist und der braune Nazi dir die rechtlichen Unterschiede zwischen ELP und Ehe, Steuerbenachteiligungen und Fehlen im Diskriminierungsverbot aufzählen können?

    Deutsche mögen ja nach staatlicher Anerkennung gieren, aber dem durchschnittlichen Amerikaner oder Kanadier ist es herzlich egal was der Staat von ihm hält, im Gegenteil er soll sich möglichst aus seinem Leben raushalten.

    Der Staat hat zwar die Pflicht für ein friedliches Miteinander zu sorgen, und in Bezug auf Schwule tut er da bei Weitem zu wenig, aber rechtliche Kniffe bei denen er diskriminiert interessieren doch keinen.

    Beispiel: Abtreibung, erlaubt oder nicht? Wird dir jeder sagen ist erlaubt in den ersten Wochen.
    Ist aber falsch: sie ist lediglich straffrei.
    Wie bei der ELP: Jeder wird dir sagen dass Schwule und Lesben heiraten können, Homoehe halt, wer weiß schon was eine ELP ist?

    Zumindest im rechtlichen Sinne ist der "Mensch 2. Klasse" eine Eigensicht, von außen wird sich dass durch reine staatliche Gleichstellung nicht ändern.
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