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Blutige TV-Serie
Schwerter und Schniedel, Sixpacks und Sex
- 20. April 2012 3 Min.

Luftiges Grobleinen für freies Gehänge oder das Lederhöschen mit Dauererektions-Simulation? (Bild: Starz Entertainment)
Halbnackte Kerle, die miteinander kämpfen und kopulieren. Schöne Frauen, die intrigieren und sich liieren: "Spartacus - Blood and Sand" läuft bei Pro Sieben an.
Von Carsten Weidemann
Grunz, Stöhn, Hechel, Spritz! Der Kinofilm "Gladiator" (2000) mit Russell Crowe ist ein Märchenfilm gegen das, was jetzt im deutschen Fernsehen startet. "Spartacus - Blood and Sand" läuft seit 2010 beim Kabelsender "Starz" und sorgte für einige Aufregung in den USA. Denn so blutig waren die dort zu sehenden Szenen und so oft komplett nackt die Darsteller in noch keiner Serie. "Starz" ist ein Abo-Sender, konnte es sich deswegen leisten, nur eine Altersfreigabe ab 18 zu erhalten. Für eine Ausstrahlung bei Pro Sieben, die zudem noch vor 23 Uhr beginnt, musste man ordentlich mit dem Zensurschwert zuschlagen.
Es fließen trotzdem viele - zumeist rote - Säfte wenn der berühmte Gladiator Spartacus (Andy Whitfield) seine Sandalen anzieht um für den ersten Kampf in die Fernseharena zu steigen. Ganz im Stile von "300" ist das antike Rom geradezu hyperrealistisch aus dem Computer entstanden. Die Story entspinnt sich um die Gladiatorenschule, den "Ludus" von Lentulus Batiatus herum, der den Sklaven Spartacus ausbildet. Nun war im antiken Rom der Ludus nicht nur Ausbildungsort der Kämpfer, er war auch ein beliebter Treffpunkt des Volkes und der Platz der käuflichen Liebe. Die Serie verschweigt dies nicht, im Gegenteil. Sex - in alle sexuellen Richtungen - spielt eine wichtige Rolle bei dieser Wiederauferstehung des Sandalenfilms.
Barca, das beste Pferd im Gladiatorenstall, liebt den jungen Pietro

Echte Kerle, die auch knutschen können, im antiken Rom (Bild: Starz Entertainment)
Und noch etwas ist neu: Mit Barca, der "Bestie von Karthago" (Antonio Te Maioha) ist der erste homosexuelle Gladiator in einer TV-Serie zu sehen. Barca dient als Leibwächter und Mörder für seinen Herrn Batiatus. Er versucht genug Geld zu sparen, um die Freiheit für sich und seinen Geliebten Pietros (Eka Darville) zu erkaufen. Die amerikanische Menschenrechtsorganisation GLAAD, die auch als Medienwächter amtiert, zeigte sich nach der Erstausstrahlung begeistert: "Wir applaudieren Regisseur Garry Marshall und Drehbuchautorin Katherine Fugate dafür, ein schwules Paar auftreten zu lassen in einer Zeit, in der gerade in so vielen romantischen Komödien homosexuelle Charaktere nur noch in Rollen als beste Freunde auftreten. Außerdem wird hier das Thema ‚Schwule Athleten im Profisport' auf eine Weise berührt, die hoffentlich die Herzen und Köpfe öffnen wird"
Die energiegeladene Neuinterpretation eines alten Genres wurde übrigens von Produzent Sam Raimi ("Spider-Man") umgesetzt, der zumindest lesbischen Serien-Fans etwas sagen wird: Er war auch für Actionserie "Xena - Die Kriegerprinzessin" verantwortlich.
"Spartacus: Blood and Sand" (USA, 2010)- zum Start die Doppelfolge "Die rote Schlange / Sacramentum Gladiatorum" am 20.4. ab 22:05 Uhr bei Pro Sieben. Weitere Episoden jeweils freitags.
Links zum Thema:
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