Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse TV-Tipps Termine
© Queer Communications GmbH
https://queer.de/?16351
  • 20. April 2012 27 3 Min.

Luftiges Grobleinen für freies Gehänge oder das Lederhöschen mit Dauererektions-Simulation? (Bild: Starz Entertainment)

Halbnackte Kerle, die miteinander kämpfen und kopulieren. Schöne Frauen, die intrigieren und sich liieren: "Spartacus - Blood and Sand" läuft bei Pro Sieben an.

Von Carsten Weidemann

Grunz, Stöhn, Hechel, Spritz! Der Kinofilm "Gladiator" (2000) mit Russell Crowe ist ein Märchenfilm gegen das, was jetzt im deutschen Fernsehen startet. "Spartacus - Blood and Sand" läuft seit 2010 beim Kabelsender "Starz" und sorgte für einige Aufregung in den USA. Denn so blutig waren die dort zu sehenden Szenen und so oft komplett nackt die Darsteller in noch keiner Serie. "Starz" ist ein Abo-Sender, konnte es sich deswegen leisten, nur eine Altersfreigabe ab 18 zu erhalten. Für eine Ausstrahlung bei Pro Sieben, die zudem noch vor 23 Uhr beginnt, musste man ordentlich mit dem Zensurschwert zuschlagen.

Es fließen trotzdem viele - zumeist rote - Säfte wenn der berühmte Gladiator Spartacus (Andy Whitfield) seine Sandalen anzieht um für den ersten Kampf in die Fernseharena zu steigen. Ganz im Stile von "300" ist das antike Rom geradezu hyperrealistisch aus dem Computer entstanden. Die Story entspinnt sich um die Gladiatorenschule, den "Ludus" von Lentulus Batiatus herum, der den Sklaven Spartacus ausbildet. Nun war im antiken Rom der Ludus nicht nur Ausbildungsort der Kämpfer, er war auch ein beliebter Treffpunkt des Volkes und der Platz der käuflichen Liebe. Die Serie verschweigt dies nicht, im Gegenteil. Sex - in alle sexuellen Richtungen - spielt eine wichtige Rolle bei dieser Wiederauferstehung des Sandalenfilms.

Barca, das beste Pferd im Gladiatorenstall, liebt den jungen Pietro


Echte Kerle, die auch knutschen können, im antiken Rom (Bild: Starz Entertainment)

Und noch etwas ist neu: Mit Barca, der "Bestie von Karthago" (Antonio Te Maioha) ist der erste homo­sexuelle Gladiator in einer TV-Serie zu sehen. Barca dient als Leibwächter und Mörder für seinen Herrn Batiatus. Er versucht genug Geld zu sparen, um die Freiheit für sich und seinen Geliebten Pietros (Eka Darville) zu erkaufen. Die amerikanische Menschenrechtsorganisation GLAAD, die auch als Medienwächter amtiert, zeigte sich nach der Erstausstrahlung begeistert: "Wir applaudieren Regisseur Garry Marshall und Drehbuchautorin Katherine Fugate dafür, ein schwules Paar auftreten zu lassen in einer Zeit, in der gerade in so vielen romantischen Komödien homo­sexuelle Charaktere nur noch in Rollen als beste Freunde auftreten. Außerdem wird hier das Thema ‚Schwule Athleten im Profisport' auf eine Weise berührt, die hoffentlich die Herzen und Köpfe öffnen wird"

Die energiegeladene Neuinterpretation eines alten Genres wurde übrigens von Produzent Sam Raimi ("Spider-Man") umgesetzt, der zumindest lesbischen Serien-Fans etwas sagen wird: Er war auch für Actionserie "Xena - Die Kriegerprinzessin" verantwortlich.

"Spartacus: Blood and Sand" (USA, 2010)- zum Start die Doppelfolge "Die rote Schlange / Sacramentum Gladiatorum" am 20.4. ab 22:05 Uhr bei Pro Sieben. Weitere Episoden jeweils freitags.

Youtube | Der englische Trailer zur Show
-w-

#1 FoXXXynessEhemaliges Profil
#2 Lapushka
  • 20.04.2012, 18:21h
  • Den Umgang mit Homosexualität haben sie tatsächlich gut hinbekommen.
    Es ist einfach ganz selbstverständlich integriert und akzeptiert dort und kein Anlass für irgendwelchen ideologischen Stress oder Anfeindungen, geschweigedenn Coming Out Probleme. Es ist einfach "da" genau wie Heterosexualität und das ist alles.

    Es kommen auch unterschiedliche Beziehungs"dynamiken" vor.
    Barca und Petros der relativ zart ist. So ist dann auch die Beziehung zwischen den beiden. Mir ist eine Szene in Erinnerung geblieben wo Petros Barca weinend sagt, dass er immer so furchtbare Angst um ihn hat und Barca (der ein ziemliches Raubein ist) schnauzt ihn dann an, das er sich an den Schwanz packen und endlich mal ein Mann sein soll, bereut es dann aber sofort wieder und wird sofort wieder lammfromm.
    In einer anderen Staffel ist Barca mit einem anderen Gladiator zusammen, da ist die Beziehung viel rauer (nicht in negativem Sinne).

    Und in der neuen Staffel gibt es auch wieder ein schwules Paar.

    Alles in Allem mag ich die Serie. Die Kampfszenen sind gut, auch wenn es mir manchmal ein bisschen viel wurde, weil es zu oft passierte.
    Die Handlung und die Charakterentwicklung sind gut und es gibt viele überraschende Wendungen. Besonders gefällt mir auch, dass Personen die man neigt zu mögen, nicht zwingend auch überleben (ähnlich wie bei Game of Thrones). Sowas finde ich immer gut, auch wenn es als Zuschauer manchmal schrecklich ist, weil man sich auf nichts verlassen kann und es weniger vorhersehbar wird und es natürlich scheisse ist, wenn die Lieblingsfigur stirbt. Ich finde, die Serie hat hohes Suchtpotential.
  • Direktlink »
#3 Lapushka
  • 20.04.2012, 18:29h
  • Wobei einen Kritikpunkt habe ich dann doch: Es gibt viel zu wenig Männer-Sex in der Serie.
    Da wird alle 10 Minuten rumgefickt wie in nem Softporno Samstag Nacht auf RTL 2, aber nur in hetero.
    Bei den Männern erinnere ich mich nur an eine kurze explizite Szene, ansonsten wird es nur angedeutet (Knutschen). Vielleicht war das den Produzenten dann wohl doch zu heiss.
  • Direktlink »