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  • 23. April 2012 114 2 Min.

Mr. Gay World: Hanteln statt Handtaschen

Der neue Mr. Gay World sorgt für heftige Diskussionen: In einem Interview kritisierte er das Bild von Schwulen als Handtaschenträger. Schwule Blogger werfen ihm vor, einen Teil der Community auszuschließen.

Anfang April hat der Deutsche Andreas Derleth für seine Wahlheimat Neuseeland den Titel des Mr. Gay World gewonnen (queer.de berichtete). Als Preisträger war er auch in den neuseeländischen Mainstreammedien allgegenwärtig - und hat in einem Interview mit "Fairfax Media" nun für Diskussionen innerhalb der Szene gesorgt. Der 33-Jährige erklärte vergangene Woche, dass er gegen "das Bild von uns [schwulen Männern] als Handtraschenträger" vorgehen möchte. Er möchte helfen, dieses Bild auszulöschen, so Derleth. Im Interview betonte er auch, dass junge Schwule nach wie vor Probleme mit dem Coming-out hätten.

Mehrere Blogger haben die Aussagen des Schönheitskönigs kritisiert, weil Derleth die Szene auf diese Weise eingrenze: "Diese Position sagt aus, dass es einen besseren, einen 'richtigen' Weg gibt, ein schwuler Mann zu sein und dass die nicht ganz so männlichen Schwulen ein Problem sind", so das neuseeländische Portal "Gay Blade". Das US-Blog Queerty erklärte: "Alle schwule Männer haben auch eine mädchenhafte Seite, auch wenn die Muskelpakete aus dem Fitnessstudio alles probieren, um maskulin zu wirken. Traurig!".

Alte Diskussion

Das Thema Tunte versus "normal" wird in der Homo-Szene bereits seit Jahrzehnten diskutiert. So wird etwa im Film "Stonewall" gezeigt, mit wie viel Verachtung schwule und lesbische Aktivisten von der Mattachine Society in den 1960er Jahren auf tuntige Schwule oder Drag Queens schauten. Auf Demonstrationen durften deshalb weibliche Mitglieder nur Kleider tragen, Männer mussten im Anzug erscheinen.

Heute gibt es noch Befürchtungen in konservativeren Teilen der Szene, dass Schwule durch die Darstellung einer zu individuellen Lebensweise die heterosexuelle Mehrheitsbevölkerung homophober machen könnten. So wandten sich die Lesben und Schwulen in der Union (LSU) vor einigen Jahren gegen das Berliner Fetischfestival Folsom Europe, da die Veranstaltung "die Akzeptanz der gesamten Homosexuellenszene in der Gesellschaft" aufs Spiel setze (queer.de berichtete). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Mr. Gay World deutet an, dass tuntiges Verhalten der Homo-Akzeptanz in der Bevölkerung schadet. Müssen wir uns verändern?
    Ergebnis der Umfrage vom 23.4.2012 bis 30.4.2012
-w-

#1 -hw-Anonym
#2 Lars3110
  • 23.04.2012, 12:59h
  • Wenn ich ganz ehrlich bin, steckt da schon ein Körnchen Wahrheit drin.
    Es hat mein Coming Out deutlich erschwert, da ich in der Vorinternetzeit und auf dem Lande keine "positiven" Beispiele von schwulen Männern hatte, außer Fummeltrinen und Fummelonkels, die man aus dem Fernsehen oder aus der Nachbarschaft kannte.
    Da ich mich da nicht einordnen konnte, habe ich mich lange geweigert, mich als schwul einzuordnen.
    Natürlich haben die "Tunten" daran keine Schuld, sondern die Medien, die das forcieren (keine CSD-Bereichterstattung ohne peinliche Trümmertransen). Trotzdem ist es ein Hemmnis für junge Homosexuelle, ihren Weg in der Gesellschaft offen zu finden.
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#3 AlexAnonym
  • 23.04.2012, 13:21h
  • Ich finde, er hat mit seiner Aussage recht. Es kommt aber nun drauf an, welche Schlussfolgerungen man daraus zieht.

    Ich habe vor einiger Zeit selbst über das "Tuntenbild" gebloggt und bin der Meinung: Das Problem sind nicht die Tunten, sondern dass die "normalen" Schwulen so unsichtbar bleiben. In anderen Worten: "... dass der schwule Mainstream es nicht geschafft hat, die bisherigen Fortschritte mit Leben auszufüllen."

    www.alexandervonbeyme.net/2011/07/25/wie-schwul-haetten-sies
    -denn-gerne/
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