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Kommentare zu:
Schwule Geschichtsforschung auf der Klappe


#1 TreegProfil
  • 25.04.2012, 18:53hDoetinchem
  • Wenigsten mal ein Film mit ehrlichen Protagonisten ohne irgendwelche Typen die alles verdrehen....
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#2 FoXXXynessEhemaliges Profil
#4 NicoleEhemaliges Profil
  • 26.04.2012, 09:31h
  • Den Film werde ich mir ansehen.

    Der Artikel allerdings ist schlecht, weil:

    (1) Queer.de äußert keine Lob-/Kritikpunkte, bzw. macht sie nicht als solche deutlich, z. B.:

    a. der Film-Titel verspricht ein gesamtgesellschaftliches Bild, der Film selbst beschränkt sich aber nur auf sechs Einzel-Portraits

    b. die Beschreibung weckt die Vermutung, dass zwar eine Ausgewogenheit zwischen Stadt- und Land-Schwulen, nicht aber eine altersbezogene getroffen wurde, denn die frühen Jahre der DDR mit dem § 175 in der Nazi-Fassung waren sicher schlimmer als nur "Verhaften-Lassen weil es cool war"

    c. der Besuch von Originalschauplätzen sollte bei der Rezension eines Interview-Films nicht nur als Rand-Info, sondern als dicker Plus-Punkt gewürdigt werden

    (2) Die Überschrift "Geschichtsforschung auf der Klappe" ist daneben, weil ein Interview-Film keine Forschungsarbeit ist, sondern bestenfalls als Zitier-Material in eine Forschungsarbeit einfließen kann

    (3) Queer.de erzählt nur nach, liefert aber null Hintergründe und Eigenrecherchen wie z. B.:

    a. die Infiltrations- und Zersetzungs-Arbeit gegen sich herausbildende schwul(-lesbische) Vernetzungsstrukturen und deren Protagonisten, inkl. dicke Stasi-Akten

    b. die Film-Person Eduard Stapel, der ein DDR-weites schwules Netzwerk aufbaute - den Vorgänger des heutigen LSVD - erwähnt Ihr mit keinem Wort

    c. warum konnten Schwule einfach so verhaftet werden? Und wo bleibt die Info, dass die DDR noch bis 1988 den - zuvor mehrfach abgeschwächten - "Schwulen-Paragrafen" 175 im Strafgesetzbuch führte?

    d. 1989 erschien mit "Coming Out" der erste/einzige schwule Film der DDR, zwei Jahre zuvor begann im Rahmen der Aids-Aufklärung die breite öffentliche Diskussion über Homosexualität. Eigentlich wichtig für das Thema.

    e. dass sich Schwule und Lesben nur unter dem Dach der Evangelischen Kirche organisieren konnten und es durchaus Partys (z. B. die "Busche") und Bars (z. B. den "Burgfrieden") gab, fehlt ebenfalls

    f. was gibt es zum Regisseur zu sagen?: Ist das sein Erstlingswerk oder hat er noch andere Queer-Filme gedreht? Ist er Szene-Aktivist? Hat er selber "mit der Jahrtausendwende" dem Osten den Rücken gekehrt?

    g. es gab bereits andere Werke zu diesem Thema, z. B. "DDR unterm Regenbogen" (Film), die Tagungs-Dokumentation "Lesben und Schwule in der DDR" der Heinrich-Böll-Stiftung (Buch) - der Film steht also nicht allein auf weiter Flur, sondern in einer Tradition und hätte eingeordnet und qualitativ verglichen werden können
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#5 MarschmellowAnonym
#6 NicoleEhemaliges Profil
#7 BRD_UnrechtAnonym
  • 26.04.2012, 14:33h
  • Der aufmerksame Beobachter fragt sich freilich, wann endlich die einzigartigen Verbrechen an Schwulen im Unrechtsstaat BRD eine auch nur ansatzweise so umfassende "Würdigung" erfahren, wie es in letzter Zeit angesichts der immergleichen "Böse, böse DDR"-Kampagnen wieder verstärkt und historisch reichlich verfälschend (im Verhältnis zum Ausmaß der Schwulenhatz im westlichen Teil des Landes) der Fall ist.

    Wo sind die Themenabenden bei ARD und ZDF? Wo die Entschädigung und Rehabilitation der Opfer? Am besten in einem formellen Staatsakt?

    Genau daran merken wir, dass es in dieser Gesellschaft und insbesondere der herrschenden Klasse um alles geht (vor allem darum, jede auch nur denkbare Alternative zur Herrschaft der Kapitalisten als ganz, ganz böse zu brandmarken - die diesbezüglichen Kampagnen nehmen inzwischen wieder zunehmend hysterische Züge an), aber gewiss nicht um effektiv gleiche Lebens- und Menschensrechte von Schwulen.
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#8 SuperMarioEhemaliges Profil
  • 26.04.2012, 14:49h
  • Ich bin ein Zonenkind, habe also meine Kindheit in der DDR und meine Jugend im dann geeinten Deutschland verbracht. Als Kind habe ich nicht soviel über schwules Leben mitbekommen, erinnere mich aber noch, wenn es an Schulwandertagen nach Berlin ging, an die öffentliche Toilette auf dem S-Bahnhof Königs Wusterhausen, wo immer Männer herumlungerten. Das fiel mir auf und ich fragte mich, ob die Männer auf ihre Frauen warteten, die ewig nicht auf dem Klo fertig wurden. Heute weiß ich, worauf sie wirklich gewartet haben.
    Und in Berlin gab es eine kleine verwunschene Kneipe unter den S-Bahn-Bögen am Alex, die Besenkammer-Bar, die irgendwie anders und faszinierend erschien. Kaum wollte ich sie aus der Nähe betrachten zog die Schulklasse auch schon wieder weiter. Naja, die Kneipe habe ich dann Jahre später erkundet.
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#10 SchulwandertagAnonym
#11 seb1983
  • 26.04.2012, 16:09h
  • Antwort auf #7 von BRD_Unrecht
  • Ich beobachte viel aufmerksamer wie 20 Jahre nach der Wende die Reinwaschung der DDR auf Hochtouren läuft, Typen wie Mielke ihre Märchen fröhlich verbreiten dürfen und verklärte Steinzeitkommunisten und Sozis insbesondere aus dem Westen so heftig mit einstimmen dass selbst Gysi und Co. auf die Bremse treten müssen.

    Ich habe zwei schwule Bekannte die in der DDR groß geworden sind.
    Nach der Wende hatten sie dann ihre Stasi Akten in der Hand, in denen (unter anderem) bei beiden so detailliert schwule Treffen beschrieben wurden dass sie sich heute noch beim darüber erzählen schämen.

    Wenn du mal die Augen aufmachen würdest ohne gleich loszukeifen gegen den pösen pösen Kapitalismus dann könntest du immer mal wieder Dokus über Schwule in Westdeutschland bis 1968 finden und nicht jeden Artikel hier für die immer und immer gleiche Leier missbrauchen.
    Soviel ich weiß ist dies hier nämlich eine der ersten über Schwule in der DDR!
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#12 potsdamerAnonym
#14 wanderer LEAnonym
  • 26.04.2012, 22:02h
  • Frank Schäfer ist halt so ein schriller schräger Typ, von Kopf bis Fuß tätowiert und beringt - verhaftet zu werden, ist eben für den kuhl, für andere eher nicht.

    Hat Eddi aber Glück gehabt, nicht verschüttet zu werden beim Kraxeln in den Untergrund. Finster war's dort und stank, jugendliche Erpresser kamen öfter und zogen das Messer - damals in der DDR.
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#15 SchulwandertagAnonym
#16 wanderer LEAnonym
  • 27.04.2012, 01:08h
  • Der Eddi hat in der Bürgermeisterklappe schwule Fossilien gesucht - hätte ich eher darauf kommen sollen.
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