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Kommentare zu:
Kölner "Sommerblut" mit vielen Perspektiven


#1 SebiAnonym
  • 29.04.2012, 16:37h
  • Gut, dass David Berger da auftritt.

    Es kann gar nicht genug Leute geben, die von ihm die Wahrheit über diese bigotte katholische Kirche erfahren.

    Da er jahrelang zum innersten Zirkel gehörte und diese Sekte wie kaum ein anderer offen Schwuler kennt, kann er zeigen, wie verlogen und menschenverachtend diese Organisation ist.

    Ich hoffe, dass dieser Stachel im Fleisch der katholischen Kinderschänder-Sekte noch viele viele Menschen erreicht.
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#2 CasparAnonym
#3 goddamn liberalAnonym
#4 le_waldsterbenProfil
  • 30.04.2012, 15:01hBerlin
  • David Berger hat die einmalige Chance vertan, als Kirchenkritiker ernst genommen zu werden. Hätte er nach seinem -berechtigten- Outig zu seiner sexuellen Orientierung und zu seinem Lebenspartner gestanden, hätte man in den meisten Medien auf ihn gehört, was für die katholische Kirche äußerst peinlich gewesen wäre. Stattdessen zeigte er der Welt nicht nur seine sexuelle Orientierung, sondern auch bis ins Detail sein sexuelles Verhalten. Wie konnte er sich in dieser Situation nackt auf GayRomeo anbieten, was von kreuz.net natürlich dankbar aufgeriffen wurde? Sein Profil, das er schnell wieder gelöscht hatte, wird noch in Jahren auf kreuz.net aufrufbar sein. Damit hat er sich in den Augen vieler Konservativer selbst der Lächerlichkeit preisgegeben. Es ist zwar seine persönliche Entscheidung, die respektiert werden muss, aber als "Kirchenkritiker" hat er ausgedient, jedenfalls in seriösen Medien.
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#5 Johannes1989Profil
  • 30.04.2012, 18:00hBonn
  • Antwort auf #4 von le_waldsterben
  • Wenn das wirklich so ist, frage ich mich, warum z.B.. ein Prof. Zulehner, Europas bekanntester Religionssoziologe, erst vor einigen Tagen mit Berger gemeinsam ein Interview im "Standard" gegeben hat (war hier verlinkt)? Warum Berger als mehrfacher Gastredner von Grünen und anderen zum nächsten Katholikentag eingeladen wird? Warum so viele Dritte Programme die TV-Doku über sein Leben - auch nach der kreuz.net-Geschichte wiederholt haben? Warum ihn der Österreichische Presse-Club als Hauptredner für seine Jahrestagung zum Thema "Konservative in der katholischen Kirche" nach Linz eingeladen hat? Irgendwie habe ich den Eindruck, diese Leute nehmen kreuz.net nicht so ernst wie das "waldsterben" das gerne hätte und Berger doch irgendwie noch ernst ...
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#6 le_waldsterbenProfil
  • 30.04.2012, 18:17hBerlin
  • Antwort auf #5 von Johannes1989
  • Leute wie Zulehner, die Grünen oder Ute Ranke-Heinemann müssen nicht mehr überzeugt werden. Die sind tolerant genug.
    Es wäre aber äußerst hilfreich gewesen, wenn jemand wie David Berger, der aus dem erz-konservativen katholischen Milieu kommt, als -offen schwuler- Konservativer zu katholischen Konservativen hätte sprechen können. DAS wäre überzeugend gewesen. Diese Chance ist aber leider vertan.
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#7 Johannes1989Profil
  • 30.04.2012, 18:58hBonn
  • Antwort auf #6 von le_waldsterben
  • Auch wenn das letzte Post von "waldsterben" meinen Einwand nicht widerlegt, sondern eine ganz andere Dose aufmacht - nur doch noch mal zu der neuen Dose, die die Denkstrukturen von "waldsterben" leider in noch düstererem Licht erschienen lässt: Also wenn ich sein Buch richtig verstanden habe, hat Berger längst von diesem reaktionären Milieu Abschied genommen. Und das mit guten Gründen. - von daher ist es doch völliger Unsinn ihn als "katholischen Konservativen" zu bezeichnen und sich zu erträumen, wie schön es (für manche andere konservative Schwule, die nur heimliche Romeo-Profile haben und ansonsten einen auf familienpolitische Sprecher der CDU machen) gewesen wäre, wenn er sich zu deren scheinheiligem Aushängeschild hätte machen lassen. Und glaubst du im Ernst, die Katholiban von kreuz.net bis Mosebach und Mattusek hätten sich davon überzeugen lassen? Es geht doch nicht darum Unbelehrbare irgendwie zu belehren, sondern den Einfluss der Katholiban dort klar zu begrenzen, wo sie uns unsere Freiheiten als schwule Männer nehmen. Zu diesen Freiheiten gehört auch gayromeo!
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#8 goddamn liberalAnonym
  • 30.04.2012, 19:39h
  • Antwort auf #4 von le_waldsterben
  • "Wie konnte er sich in dieser Situation nackt auf GayRomeo anbieten, was von kreuz.net natürlich dankbar aufgeriffen wurde? "

    Ja, wie konnte er nur...

    Wenn Du glaubst, dass er - wenn er durchgängig seriös auftreten würde (wie z. B. ich) - irgendeinen Homophobiker aus seinem klerikal-reaktionären Milieu hätte überzeugen können, dass unsereiner doch so etwas wie ein Mensch und kein von 'Gott' nicht gewollter Bio-Müll ist?

    Dann verstehst Du die Struktur des Ressentiments nicht. Das reagiert auf offensichtliche Andersartigkeit genauso allergisch wie auf Assimilation. Ja, die Assimilation ist vielleicht noch bedrohlicher, weil Identitätsgefährdender, als die Andersartigkeit.

    Auf ein anderes Ressentiment mal übertragen:

    Geheimrat Dr. Siegfried Levy aus Berlin war dem völkischen Antisemiten noch mehr zuwider als der Hausierer Shlomo Levy aus Galizien. So ist das leider.
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#9 antosProfil
  • 30.04.2012, 19:48hBonn
  • Antwort auf #6 von le_waldsterben
  • "Es wäre aber äußerst hilfreich gewesen, wenn jemand wie David Berger, der aus dem erz-konservativen katholischen Milieu kommt, als -offen schwuler- Konservativer zu katholischen Konservativen hätte sprechen können. DAS wäre überzeugend gewesen."

    Nein, das wäre einfach nur verlogen. Und passt zu anderen Kommentaren, die ich von dir hier gelesen habe: Du möchtest keine Realitäten sehen, Du möchtest - ein Gruß aus alten Zeiten - die Lebenslüge. Oder auch nur Omis Waschlappen-Philosophie: Die guten für obenrum, die Fetzen für untenrum.

    Wenn dich katholische Konservative so umtreiben, sprich Du doch als "offen" schwuler Konservativer zu ihnen.
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#10 WatcherAnonym
#11 le_waldsterbenProfil
#12 Seraph80Profil
  • 01.05.2012, 12:31hKöln
  • Das Problem ist und bleibt doch: wie konnte er sich vor seinem Outing so lange Zeit auf gayromeo aufhalten und es dort munter treiben und keine Unvereinbarkeit mit seiner Zugehörigkeit zu einem traditionalistisch-reaktionären Milieu sehen.
    Übrigens klärt auch das Buch-meiner Meinung nach- diese Schizophrenie nicht vollständig auf. Er war ja nicht Opfer im Tätermilieu sondern auf Seiten des Tätermilieus.

    Man hat manchmal den Eindruck die größten Homophoben der katholischen Kirche sind die ungeouteten, mit einem erheblichen Identitätsproblem belasteten schwulen Katholiken innerhalb der katholischen Kirche selbst. Und als solche sind sie sowohl teilweise wohl Opfer aber eben auch Täter.
    Das macht die Sache manchmal fast etwas unübersichtlich.
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#13 SophiaAnonym
  • 01.05.2012, 13:19h
  • Antwort auf #12 von Seraph80
  • Seraph80,

    Du schreibst:

    "Das Problem ist und bleibt doch: wie konnte er sich vor seinem Outing so lange Zeit auf gayromeo aufhalten und es dort munter treiben und keine Unvereinbarkeit mit seiner Zugehörigkeit zu einem traditionalistisch-reaktionären Milieu sehen.
    Übrigens klärt auch das Buch-meiner Meinung nach- diese Schizophrenie nicht vollständig auf. Er war ja nicht Opfer im Tätermilieu sondern auf Seiten des Tätermilieus."

    ------------------------------------------

    Vollkommen richtig. So interessant und faktentreu Bergers Buch auch geschrieben sein mag, es erscheint mir an vielen Stellen wie ein "Whitewashing" - wie eine einzige große Rechtfertigungsstrategie dafür, dass Berger nicht schon viel früher seinen Mund aufgemacht hat.

    David Berger hat viel zu lange im erzkonservativen Milieu mitgetan. Sein Spagat zwischen harmloser Lehrertätigkeit an einer staatlichen Schule und Unterstützung ekelhaften Funditums in rechten katholischen Kreisen mutet arg bigott an. Wie konnte er das jahrelang aushalten?

    Berger hat gewiss nicht selber gegen Schwule gehetzt, aber er hat sich seine Finger doch ziemlich schmutzig gemacht. Diese "Vom-Saulus-zum-Paulus"-Nummer nehme ich ihm nicht ab. Dafür hat er zu lange von seinen fundamentalistischen Freunden profitiert.

    Letztlich ist ihm auch nicht viel passiert. Gut, er hat ein paar Stürme im Wasserglas aufgewirbelt - aber er kann weiterhin an seiner staatlichen Schule unterrichten (wahrscheinlich als unkündbarer Beamter). Von dieser beruflich wohlversorgten Warte aus lässt es sich einfach schimpfen.

    Manch anderer, der der Kirche den Rücken gekehrt hat, verlor dabei Job und Existenz.
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#14 ALG IIAnonym
  • 01.05.2012, 13:40h
  • "Das Thema Demenz. Mit dem Theaterprojekt "Anderland" der Regisseurin Barbara Wachendorff und einem umfangreichen Rahmenprogramm für demenzkranke Menschen und ihre Angehörigen solidarisiert sich Sommerblut mit dem persönlichen Schicksal der Betroffenen.

    Weitere Höhepunkte sind die Brustkrebs-Gala "Pink Ribbon meets...", die Contergan-Gala "Begegnungen" und der Kölner Dialog-Tag mit dem Interessenverband Contergangeschädigter und deren Angehörige e.V., die "Black-out"-Gala "See the light" des Vereins Blinde und Kunst e.V. und die künstlerische und spirituelle Feier "Wir sind Menschen"."
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#15 Johannes1989Profil
#16 SophiaAnonym
  • 01.05.2012, 14:56h
  • Antwort auf #15 von Johannes1989
  • @ Johannes1989:

    1. Ich habe das Buch "Der heilige Schein" gelesen. Es ist stilistisch und von den präsentierten Fakten her überzeugend - und trotzdem lässt mich der Eindruck nicht los, dass Herr Berger deutlich früher die Reißleine hätte ziehen müssen. Er war eben nicht nur Opfer, sondern auch Täter.

    Ein Sanitäter bei der Bundeswehr ist auch nicht in Kampfhandlungen verwickelt - aber er unterstützt mit seinem Job den Auftrag seines Arbeitgebers. Und kann sich nicht rausreden, er habe mit dem Töten ja gar nichts zu tun.

    2. Ich habe Deinen Link gelesen. Da sagt Herr Berger über sich selbst:

    "Maybe because of having recognised my complex, paradoxical and schizophrenic nature early on, I’ve never felt belonging to or liable to an organisation as a whole. And I’m sceptical of authenticity and wholeness within the realms of representation. You need to simplify and accentuate."

    Mich überzeugt das einfach nicht. Berger habe sich angeblich nie zur katholischen Kirche als Gesamtorganisation zugehörig gefühlt - aber in seinem wissenschaftlichem Werdegang bis hin zur Promotion hat er schamlos von all seinen Connections zur rechtskatholischen Mafia profitiert.

    Solange diese Mafia ihm wohlgesonnen war, hat er seinen Mund nicht aufgemacht. Erst, als die Causa Berger langsam ruchbar wurde, ging er an die Öffentlichkeit ... und wurde fortan zum Märtyrer der kirchenkritischen Schwulen.

    Ich will Herrn Berger nichts unterstellen, aber die Sache hat ein Geschmäckle.
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#17 NanunanaAnonym
#18 Seraph80Profil
  • 01.05.2012, 18:52hKöln
  • Lieber Johannes 1989,

    tatsächlich habe ich das Buch mit sehr viel Interesse gelesen.
    Herrn Bergers Persönlichkeit kann und will ich nicht bewerten. Es ist ja durchaus zwischen dem Buch und Autor zu unterscheiden. Das Buch hat allerdings eben meine Erwartungen nicht erfüllt. Ich erhoffte mir Einblicke in die doch schwierige Lage eines schwulen Theologen in einem sehr homophoben katholisch-traditionalistischen Milieu. Das Buch war spannend, erklärte aber nicht so sehr die Zwiespältigkeit seiner Lage. In meinen Augen jedenfalls.
    Zwei Dinge möchte ich aber noch einmal ausdrücklich betonen: ich habe großen Respekt vor Herrn Berger und seinem Schritt an die Öffentlichkeit. Sein Outing war 1000mal besser als weiterhin im verborgenen zu leben.
    Auch räume ich ein, dass meine Äußerung missverstanden werden kann. Etwa dahingehend wie es ihm jetzt eher perfide aus eben katholisch reaktionären Kreisen entgegenröhrt: Herr Berger hätte aus opportunistischen Gründen sich zu den Traditionalisten gehalten und hätte sie nun verraten, weshalb er als Verräter nicht mehr vertrauenswürdig sein.
    Das lehne ich aber klar ab. Sein Schritt war richtig. Nur über die inneren Beweggründe so lange am traditionalistischen Ball zu bleiben hätte ich gerne genaueres erfahren.
    Im übrigen vielen Dank für den interessanten Link.
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#19 Seraph80Profil
  • 08.05.2012, 14:40hKöln
  • Im Rückblick schon etwas krass: da schreibe ich quasi denselben Inhalt nur mit jeweils anderen Wort und dort wo es scheint ein schwuler könnte in so was wie ambivalente Verstrickungen geraten geht das Voring automatisch sofort in den Keller....echt total beknackt.
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