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"Schwule sind krank"

Homo-Gurke an Dieter Blechschmidt

  • 29. April 2012 24 3 Min.

Blechschmidt war früher mal Seemann, war nur die Bibel an Bord? (Bild: Screenshot Facebook)

Der Plauener Stadtrat und CDU-Pressesprecher hält Homo­sexuelle für krank. Diese These finden wir so interessant, dass wir dafür die Homo-Gurke verleihen.

Von Christian Scheuß

Als am Samstag der Screenshot mit einem Posting von Dieter Blechschmidt die Runde durch die Blogosphäre machte, konnten wir es zunächst kaum glauben. Zumal auf dem allgemein zugänglichen Teil seines Facebook-Profils dieser Eintrag nicht zu finden war. Also fragten wir recherchefreudig nach beim Stadtrat und Pressesprecher der CDU im sächsischen Plauen, erhielten aber bislang keine Antwort. Die kam dann heute unter anderem über die Nachrichtenseite des MDR und den "Vogtland-Anzeiger". In diesen Artikeln wird Blechschmidts Kommentar bestätigt. Und der hat es in sich:

"Wenn die Bibel seit 5.000 Jahren eindrücklich vor Homosexualität warnt dann ist das auch heute noch gültig, selbst wenn einige politisch korrekte Politiker das anders sehen", so Blechschmidt. "Bitte nicht falsch verstehen - Natürlich können Schwule und Lesben zunächst einmal nichts für ihre Krankheit und Niemand darf sie dafür verurteilen, doch eine Krankheit sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern den Betroffenen sollte Hilfe angeboten werden."

Laut MDR hält Blechschmidt auch Guido Westerwelle für "keine gute Wahl" für das Amt des Außenministers. Er frage sich, "wie ein Schwuler Deutschland in Arabien repräsentieren will, wenn dort Homo­sexuellen die Todesstrafe droht". Eine Reaktion der SPD, die seinen Rücktritt forderte, nannte er "intolerant", da sie "nicht mehr in unsere Zeit" passe. Das Facebook-Posting war entstanden, nachdem jemand einen Leserbrief Blechschmidt an die "Freie Presse" gepostet hatte. Dort hatte der Politiker geschrieben, dass Schwule zwar Christen und Kirchenmitglieder sein dürften, "nur eben nicht Pfarrer".

Die gute alte Bibel wird nach wie vor missbraucht


In der "Freien Presse" zeigt Blechschmidt stolz seinen Holzelefanten, jetzt hat er auch noch unsere Homogurke (Bild: Screenshot Freie Presse, Montage queer)

Nein, nein Herr Blechschmidt, wir verstehen sie ganz genau. Und damit sie auch uns verstehen, formulieren wir mal in ihrem Duktus: Natürlich können sie etwas für ihre Unwissenheit und jeder sollte sie dafür verurteilen, doch eine Dummheit wie die ihre sollte nicht zur gesellschaftlichen Normalität erhoben werden, sondern ihnen sollte Hilfe angeboten werden. Das tun wir hiermit. Sie erhalten von uns feierlich die Homo-Gurke verliehen. Keine Sorge, die macht nicht schwul. Sie ist auch nicht 5.000 Jahre alt und dadurch etwa ungenießbar. Im Gegenteil, sie ist frisch, ihr Verzehr erhöht wegen des darin enthaltenen Zuckers und der Säuren das Denkvermögen.

Aber bitte, Herr Blechschmidt, lassen sie etwas von der Gurke für ihren Kollegen, den Plauener CDU-Fraktionschef Hansjoachim Weiß übrig, der sich gegenüber dem "Vogtland-Anzeiger" als feige Socke erwiesen hat. Die Redaktion fragte neugierig nach, was er denn von den Äußerungen des Sprechers seiner Fraktion halte: "Er hat seine Meinung, und das Thema ist für uns als Stadtratsfraktion nicht relevant, weil es keine Frage der politischen Positionierung ist."

Wenn denn die Haltung der CDU in Plauen zu eindeutiger Homophobie keine Frage der politischen Positionierung ist, dann müssen wir wohl bald einen ganzen Gurkenlaster nach Plauen schicken...

-w-

#1 finkAnonym
  • 29.04.2012, 22:15h
  • ach, ich finde ja, dass man sich selbst für einen negativ-preis ein bisschen mehr mühe geben muss. so richtig originell ist das doch alles nicht.
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#2 AmbroseAnonym
  • 29.04.2012, 23:54h
  • Armer Dummkopf. Die Bibel warnt genauso "eindruecklich" gegen Gleichwuerdigkeit der Frauen, Anerkennung der Wiederehe der Geschiedenen, usw. Genau wie soviele Christen, diser Typ will nur darin lesen, was zu seinen eigenen Vorurteilen stimmt.
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#3 Anja_Nadine
  • 30.04.2012, 00:09h
  • Ich find´s unglaublich, dass (MENSCHEN-)RECHTE u.a. von Kritikern/Gegnern der Homosexualität als politisch korrektes Zugeständnis abgetan und ihnen somit keine Bedeutung beigemessen werden.

    Zudem interpretiert der ach so gläubige Herr Blechschmidt die Bibel, mit den Worten, dass die Bibel "...eindrücklich vor Homosexualität warnt..." in höchst dramatischem und falsch verstandenem Maße, indem es gerade zu so klingt, als sei sie mit der Sintflut oder der biblischen Heuschreckenplage zu vergleichen, die die Menschheit im hohen Maße bedrohe.

    Mir zumindest ist aber kein Bibelpassus bekannt, in welchem derart eindringlich vor der Homosexualität gewarnt wird, aber man möge mich eines Besseren belehren, so dem denn so ist.

    Die Kritik an der Wahl des Außenministers ist ebenso an den Haaren herbeigezogen und leider vielzitiert worden, denn hier zählt das Amt und nicht die Sexualität des Amtsvertreters.

    Was kommt als Nächstes?! Kritik in den eigenen Reihen, indem er Angela Merkel für keine gute Wahl der Kanzlerin hält, weil in Arabien die Frauenrechte arg beschnitten sind und Angela Merkel als Frau daher die Rechte und die Freiheit des deutschen Volkes nicht repräsentieren kann???

    Faszinierend finde ich auch immer, dass jene Leute, welche Intoleranz praktizieren, die grenzenlos Toleranz für sich einfordern und (menschen-)rechtsverletzende Haltungen mit der, in ihren Augen, ebenso grenzenlosen Meinungsfreiheit verteidigen.

    Der Mann hat entweder seinen Job, oder aber die Partei verfehlt.
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