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- 09. Mai 2012 2 Min.

Ein paar Sätze in einem Interview und doch ein historischer Moment
US-Präsident Barack Obama hat sich am Mittwoch erstmals für eine Ehe für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. Dem US-Sender ABC sagte er in einem Interview, für ihn persönlich sei es wichtig, "voranzugehen und zu betonen, dass gleichgeschlechtliche Paare heiraten können sollten".
Zuvor hatte der Präsident immer wieder gezögert, eine entsprechende Äußerung abzugeben - in der Frage sei er noch "in der Meinungsfindung", hatte er mehrfach verlauten lassen, auch dass eine Eingetragene Partnerschaft genug sei. Nun dieses klare Statement, zu einem heiß umkämpften Thema gerade im US-Wahlkampf.
Er habe in den letzten Jahren mit Freunden, Nachbarn und der eigenen Familie über das Thema geredet, sagte der Präsident. Seine Meinung habe sich nach und nach geändert, als er etwa an eigene Mitarbeiter dachte, "die in unglaublich liebevollen monogamen Beziehungen leben und Kinder aufziehen", oder an Soldaten, die trotz des Wegfalls von "Don't ask Don't tell" sich noch eingeschränkt fühlten, weil sie keine Ehe schließen können. Alle Amerikaner sollten gleich behandelt werden.
Obama ist damit der erste US-Präsident, der eine Ehe für Lesben und Schwule unterstützt. Die Nachricht war für die großen amerikanischen TV-Networks so wichtig, dass sie ihre Sendungen unterbrachen, in einer ersten Überschrift von Fox News hieß es, Obama erkläre der Ehe den Krieg. Die Meldung wird Schwung in den Wahlkampf bringen und sowohl Demokraten als auch Republikaner mobilisieren.
Mitt Romney, der republikanische Gegenkandidat zu Obama bei der Präsidentschaftswahl, hatte noch am Morgen gegenüber CNN bekräftigt, er sei gegen eine Ehe-Öffnung und auch gegen Eingetragene Partnerschaften, wenn diese die gleichen Rechte wie der Ehe enthielten.
Erst einen Tag zuvor hatten die Wähler in North Carolina für einen Bürgerentscheid gestimmt, der nicht nur eine Ehe für Schwule und Lesben, sondern auch Lebenspartnerschaften jeglicher Art in der regionalen Verfassung verbietet (queer.de berichtete). In sechs Bundesstaaten sowie der Hauptstadt Washington ist eine Ehe zwischen Homosexuellen erlaubt, in zwei weiteren hängt eine Öffnung von einem Bürgerbegehren gegen entsprechende Pläne ab. (nb)














